das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Item Nº 2523

Wikipedia als Gefahr

Wieso fühlt sich eigentlich neuerdings jede Interessengruppe oder jeder dahergelaufene Unterschichtensender bemüßigt, in der Wikipedia das Haar in der Suppe zu suchen und, im Falle Planetopias, nicht zu finden?

Ist es im Falle Planetopias ein unterschwelliger Neid aus einem lichten Moment der Selbstreflektion, etwa: »Boah, während wir Woche für Woche versuchen, das Niveau immer weiter nach unten zu verlagern, bauen da irgendwelche Typen einfach etwas ganz und gar großartiges auf, ohne Geld dafür zu bekommen. Da könnte ja jeder kommen, jetzt aber schnell das Haar in der Suppe suchen.«

Der FAZ-Artikel ist plumpe Interessenspolitik. Als Autor zu verschweigen, dass man im angerissenen Konfliktfeld des Artikels Partei ist, ist unverzeihlicher als alles, was je falsch in der Wikipedia stehen könnte.

Mit der Wikipedia passiert nun das, was Linux auch schon erlebt hat: Erreicht man eine bestimmte Größe, mit der man in den Wahrnehmungsfokus der Unterschichtenmedien gerät, so wird man von denen, deren wirtschaftliches Wohlergehen von der zwar nur angenommenen, aber medial nichtsdestotrotz dogmatisch verbreiteten angeblichen alternativlosen Singularität des herrschenden Modells des Wirtschaftens und/oder Publizierens abhängig ist, als Gefahr wahrgenommen. Und bekämpft.

  1. Herzlich willkommen im GhandiCon drei!

    http://www.faqs.org/docs/jargon/G/GandhiCon.html


    Mario    18.04.06    #
  2. Ei, die wollen doch alle nur in Ruhe ihr Batzi verdienen. Und dafür senden sie Reklame, die sie ab und zu mit “redaktionellen Inhalten” unterbrechen müssen, weil die angepeilten Unterschichten noch nicht endgültig zum reinen Reklamekonsum umerzogen sind.

    Da können jetzt nicht einfach ein paar hergelaufene und wirklich inhaltlich interessierte Menschen unkontrolliert monetär unabhängigen Content anbieten (anstelle von Placebo-Premiuminhalten).
    Wo kämen wir da hin? Am Ende lernen wir noch was, ohne dass uns jemand dafür Geld abzockt!


    Boris    18.04.06    #
  3. ich glaub ja, dass es da gar nicht um rationale jobangst handelt, sondern vielmehr um das unbehagen des studierten professionisten dem autodidakten gegenüber, bildlich gesprochen. ein bauchgefühl, das sich, unreflektiert, in artikeln wiederspiegelt.


    helge    18.04.06    #
  4. die senden doch eh für leute, die nie in die wikipedia reinschauen würden. und wenn sie aus sensationslust doch reinschauen, merken sie, daß die wikipedia eigentlich ganz unspektskulär ne ganz ordentliche sache ist. das war letztes jahr ganz genau so, als man blogger als schräge sextagebuchschreiberinnen und falschmeldungen rumblasenden krakeeler darstellte.
    hat am ende wem geschadet?


    Jens    18.04.06    #

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