das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - September 2006

Item Nº 2618

Schreie vom Campus

BarCampBerlin ist in vollen Gange. Nach der Phase der Selbstorganisation ging es in die Sessions.

Mein erstes Thema war AJAX vs Accessibility. Vorrangig ging es um die Problematik der Zugänglichkeit von Websites beim Einsatz von Ajax, einige kollektive Notizen gibt es im Netz zu lesen.
Und an meinem Platz gab es Strom und WLAN. Oh ja! ;-)

Danach gab Oliver Gassner eine Einführung in die Möglichkeiten für Pro-Blogger in Deutschland, hier meine Notizen, live getippt und relativ uneditiert (wir erwarten gleich Mittagessen, Zeit drängt ;-)):

BarCampBerlin: Oliver Gassner verrät die Geheimnisse des Pro-Bloggen Pro-Bloggen: Weblogs schreiben und dafür Geld bekommen. Nicht: Firma haben und ein Blog machen.
Die Modelle:

1. Adsense und Co.:
Funktioniert in USA recht gut (5-6 stellige Beträge/Monat), teilweise ergänzt mit Partnerprogrammen. Bildblog+Spreeblick sagen für D: “Man kann davon nicht leben.” Es geht nur für deutsche Blogger, wenn sie Englisch schreiben (Google Blogoscope).

2. Banner:
Zu wenig los auf deutschen Blogs dafür.

3. Honorar:
Was bloggen und sich dafür von irgendwem bezahlen lassen.
Übliche Tarife: 500 EUR für “ich pflege Euer Blog für einen Monat und bloggen jeden Tag etwas, wenn es nix zu bloggen gibt dann eben nicht”

4. Sponsoring:
Bsp. blog.literaturwelt.de – Bloggen von der Buchmesse

5. Sonderfall “Kompetenz”:
Man bloggt über sein Kompetenzfeld und lockt damit Kundschaft an.

6. Modell “Blog-Kompetenz-Nomade”:
A la Johhny Häusler auf allerlei Konferenzen auftauchen und Vorträge halten und Panels moderieren und “London Calling” singen. ;-)

These: Man muss im Netzwerk bloggen, und Geld mit einem Mix der obigen Methoden einfangen.

Item Nº 2616

Berliner Camp 2.0

Dieses Wochenende hat es den Teilzeitblogger in die Hunde-Hauptstadt der Republik nach Berlin verschlagen: BarCampBerlin steht auf dem Programm. Eine Art Web-Montag, nur länger. Und mehr. Ich bin sehr gespannt.
Ihr könnt daher ob dieses Anlasses an diesem Wochenende mehr Sachen in diesem alten Blog auf dem Weg nach unten erwarten, als sonst derzeit in 3 Wochen. Verweilt also eingeschaltet!

Wikipedia: »BarCamp«

[Update]: Es hat begonnen, WLAN gibt es auch. Und die ersten Fotos sind schon in flickr. Von mir gibt es ein Set, das laufend aktualisiert wird.

BarCampBerlin: Treiben im Hof

Item Nº 2615

Mirakulöse Welle

Heute abend brach die merkwürdigste Kommentarspamwelle über dieses kleine Weblog herein, die ich je gesehen habe. Jede Menge Kommentare, aber ohne Links. Dafür Kommentarprosa wie »Warum hast Du mir das angetan? Ich hab’s von einem Bekannten erfahren. Du hast jetzt einen neuen Freund. Zwei Wochen lang hab’ ich nur geweint!« oder »in der http.conf unter Virtual Host steht eigentlich nicht wirklich viel, nur Sachen hier aus dem Tutorial« oder »Walter Ulbricht als alter Ostkopp hatte wohl einen Schnurrbart« oder »die ‘long tail’-theorie wurde weiter oben schon zitiert. ich nehme an spreeblick ist popkomm-geschädigt». Genau. ;-)

Aber was soll das? Aufwärmtraining für ein neues Spam-Skript, dass die TXP-Hürden gegen automatisches Spammen geknackt hat? Trainingseinheiten für die sprichwörtlichen »Turnhallen voller Chinesen« zum Spam-Eintippen?

Jedenfalls, bis diese Welle rum ist, bleiben alle Kommentare geschlossen, nur dieser Artikel bleibt zum Sammeln von Spam-Beispielen offen.

Ne ne ne. Früher hätte es das alles nicht gegeben. Wäre nichts über Weblogs im Unterschichtenfernsehen gekommen, wären sie auch nicht von den windigen Geschäftemachern entdeckt worden. Mein Reden, schon immer, aber auf mich hört ja keiner. ;-)

Item Nº 2614

Lagebesprechung

Nun, viel zu tun in diesen Zeiten. Das Angestelltenleben ist vorbei, nun gilt es, den Kunden tolle Sachen zu präsentieren. Da kommt es dann manchmal sogar vor, dass man einen Webmontag verpasst. Peter aus dem Blockwinkel und Gerrit haben was drüber geschrieben, damit man trotzdem auf dem Stand der Dinge bleibt.

Und sonst? Neben diversen »Web 1.0«-Produktionen wurde der Elektrischer Reporter entworfen und in die Blogosphäre gehievt. Im zeitgenössischen ALA-Stil. ;-)

Und mit der Expression Engine. Diese setze ich derzeit auch bei einem anderen, nicht öffentlichen, Projekt ein. Mein Eindruck ist sehr zweispältig. Einerseits ist die EE enorm flexibel. Sachen wie verschiedene RSS-Feeds für den »Elektrischen Reporter« mit verschiedenen Enclosures in verschiedenen Formaten wären bspw. in TXP frickelig geworden, da baut man in der EE verschiedene Templates und fertig. Andererseits ist das Back-End der EE derartig überladen, dass man ständig am Klicken ist. Überall sind Über- Unter- und Zwischenmenüs, deren Funktionen nicht unbedingt auf Anhieb klar erkennbar sind. Und die Doku ist ohne die mitgelieferte Google-Suchmöglichkeit als Nicht-Eingeweihter praktisch unbenutzbar.

So ist also die Lage? Und Bloggen? Die Unlust, sich so wie früher an die angeblichen oder tatsächlichen Skandale und Wellen, die so durch die Weblogs treiben, zu hängen und sich künstlich aufzuregen, ist noch stets nicht gesunken, im Gegenteil. Warum gibt es z.B. keine Debatten darüber, ob wir eigentlich wollen, dass deutsche Soldaten in Afghanistan, Kongo oder dem Libanon sterben (das liegt in der Natur der Sache des Krieges), statt sich künstlich über 5 Euro Rundfunkgebühr aufzuregen, die 70% der Aufreger eh nicht betrifft? Usw.

Item Nº 2613

Saisonende jetzt!

Das ist ein Tabellenanblick, der mir zusagen würde. Dauerhaft, versteht sich. Tja, die Herrlichkeit am Sonnenplatz ist jetzt rum, andI. ;-) Zumindest noch bis 17:15…

Jetzt noch zur Abwechslung mal ein Auswärtssieg, und man könnte mit Fug und Recht entspannt behaupten: Mein Freund ist aus Leder.

Item Nº 2612

Es ist Freitag und Ihr habt ein Recht auf ein »Die Bahn ist ein Fruchtgetränkekontor mit grotesken Verspätungen und deshalb verbrate ich nun die sündhaft teure Hotspot-Connectivity für sinnfreies Bilder-Bloggen«-Bild

Chaos...

Ganz schön viele Verspätungen. Ziemlich vielen Leuten fehlen ziemlich viele Züge und sie stehen ziemlich dämlich ziemlich lange vor dem Bahnsteig herum und gucken ziemlich blöde aus der Wäsche…

Item Nº 2611

The Times, They Are A-Changin'

Verehrte Zielgruppe, nur wer eine rosarote Brille auf und »Ist ja alles supergut, ne« in den Ohren hat, kann negieren, dass sich die Weblog-Welt verändert hat. Und zwar nicht zu ihrem Vorteil. Klatsch, Pöstchenneid, Wichtiggetue, SEO-Müll. Greifen nach den Krümeln vom Kuchen unbekannter Größe. Angst, das große Ding zu verpassen. Halbherzig mitmachen. Nix verstehen. Trotzdem mitmachen. Selbsternannte Superstars. Das Comeback der Claque. Sprache benutzen, ohne sie zu beherrschen. Dummheit zur Tugend erheben. Mit pseudo-ironischer Distanz den eigenen Hang zum Allzu-Trivialen glorifizieren. Es saugt. Gewaltig.

Nächstes Indiz: Mein weiland, zu Beginn des Jahrtausends, erster Startpunkt in die damals noch übersichtliche deutschsprachige Blogwelt, das Weblogverzeichnis b|Logs, macht Schluss (via Konsumkinder), Zitat:

»Dann jedoch begann irgendwann die ‘Große Weblogschwemme’. Weblogs wurden zu dem, was die ‘Homepages’ davor waren …
Jeder startete plötzlich sein eigenes Blog. Egal, ob als privates Vergnügen oder mit kommerziellem Hintergrund (oft sollte ja der Unterschied absichtlich nicht zu erkennen sein).
Die Anzahl der Weblogs explodierte, die Qualität sank leider spürbar.«

Christian schaute sich jedes angemeldete Weblog selbst an, bevor es hinzugefügt wurde. Das geht heute nicht mehr. Kapitulation vor der Müllflut. Schade. Aber das ist wohl der Lauf aller Dinge, die irgendwann einmal ein »großes Ding« werden.

Item Nº 2610

»It's time to stick your branches in the merciless wheel of time.«

Eben. Deshalb musste es mal wieder ein Platz sein, den Menschen in unserem Alter vermeiden, um dort nicht zu verglühen. Am Donnerstag (31.8.06, das muss dokumentiert werden, denn das Bloggen über besuchte Konzerte dient eigentlich nur dem Zweck, sich wieder dran zu erinnern, wenn man noch älter ist) spielten die legendären Cursive in Wiesbaden auf der kleinen Bühne des Schlachthofs. Es war viel zu eng, viel zu warm, viel zu verraucht und viel zu laut, kurz: es war großartig. Tim Kasher und seine Band drängelten sich mit sieben Herren und einer Dame am Cello auf der viel zu kleinen Bühne und spielten sich kreuz und quer durch ihr beachtliches Repertoire, und natürlich einige Stücke vom grandiosen aktuellen Album »Happy Hollow«, das bei mir gerade dauerhaft rotiert. Bei Cursivearmy kann man zwei der besten Stücke daraus anhören. Das Publikum war angemessen enthusiasmiert, eine junge Dame in der ersten Reihe dergestalt, dass sich Tim Kasher bereits »in trouble« wähnte…
Das musikalisch verarbeitete Leiden Kashers an der Welt und am Sein trieb Musikern und Publikum ein Lächeln auf die verschwitzten Gesichter. Weltleiden okay, aber mit Stil.

Das Bild ist übrigens heute ein »CC-Symbolfoto«. Meine Handy-Aufnahmen waren dieses Mal derartig unbrauchbar, dass ich zur Illustration auf das Bild »tim kasher [cursive]« von misscaro in flickr zurückgegriffen habe, das dankenswerterweise unter CC steht und Tage zuvor in München aufgenommen wurde. Aber Tim sah in Wiesbaden exakt genauso aus. Sogar das gleiche Hemd. Oder das selbe. Wer weiß. Vielleicht die junge Dame aus der ersten Reihe… ;-)

Item Nº 2609

Es ist Montag, und Ihr habt ein Recht auf ein Schreibmaschinenbild

Schreibmaschine

Item Nº 2608

Der »Un-Unswitcher«

Wir erinnern uns an die Geschichte von den vor der Ubuntu-Gefahr angeblich aus der Apple-Miene fliehenden Kanarienvögeln. Eine der berühmten Geeks auf dem Unswitcher-Zug war Tim Bray. Und der ist nun knapp zweieinhalb Monate später wieder zurück geswitcht:

»On balance, the Mac experience is better. But Ubuntu is not that far behind, and it’s catching up. I’m thinking about the endgame.«

So geht’s. Das Un-Unswitchen machte aber nicht mal ansatzweise den Wind, den das Unswitchen verursachte.
Und Khoi Vhin wollte mal schauen, wie das so ist mit dem Unswitchen und berichtet über seine Erfahrungen, die in einer brauchbaren Installationsanleitung für Ubuntu auf PowerPC-Macs endeten.

Item Nº 2607

Vom Schreiben

»Nichts kann einen Menschen vom Schreiben abhalten, es sei denn, er tut es selbst. Wenn einer ein echtes Verlangen danach hat, dann schreibt er auch. Ablehnung und höhnische Kommentare machen ihn nur stärker. Wie Wassermassen, die gegen einen Damm drücken. Wer schreibt, kann nicht verlieren. Noch im Schlaf kitzelt es die Zehen zum Lachen. Du kriegst einen Gang wie ein Tiger. Deine Augen funkeln. Du siehst dem Tod ins Gesicht. Du wirst als Krieger sterben, und in der Hölle werden sie Dich ehren.«

Schrieb Charles Bukowski in seinem Tagebuch, das in diesen Tagen unter dem Titel »Den Göttern kommt das große Kotzen«, übersetzt vom bewährten Carl Weissner, erschienen ist. Dem man auch entnehmen kann, dass Buk seinen Macintosh IIse liebte. Und dass Leute, die Tagebücher schreiben, Armleuchter sind. Sagt Buk, ist also wahr. Gut, dass wir keine Tagebücher schreiben…

Online seit 6593 Tagen.

2041 Artikel und 373 Quickies seit dem 07.05.2002.

Kategorienarchiv:

21C3
22C3
BlogTalk2
Denken
Fotografie
GTD
Internet
Lage der Nation
Liedgut der Woche
Linkhub
Linux
Mac
Moblog
MomentAufnahme
Multimedia-Offensive
Musik
Netzbuch
On Tour
Perennen
Rundes Leder
Schoenes
Seltsames
TechKram
TXP
WeblogTalk
WebWorking
Welt als solche
Weltraum
WM 2002
WM 2006
Zeugs

Monatsarchiv:

2006

November
October
September
August
July
June
May
April
March
February
January

2005

December
November
October
September
August
July
June
May
April
March
February
January

2004

December
November
October
September
August
July
June
May
April
March
February
January

2003

December
November
October
September
August
July
June
May
April
March
February
January

2002

December
November
October
September
August
July
June
May