das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - June 2006

Item Nº 2579

Robert Gernhardt

»Wir können Goethes, Schillers, Klopstocks Hinscheiden durchaus verschmerzen, solange nur Robert Gernhardt uns nicht genommen wird.«
(Hubert Spiegel in der FAZ)

Item Nº 2578

Luther, die Konzentration und der Blockwriter

Martin Luthers Schreibtisch Martin Luther übersetzte im Jahre 1521 in gerade einmal 11 Wochen das Neue Testament ins Deutsche. Das Bild zeigt das Zimmer auf der Wartburg, das sie uns Touris als jenes verkaufen, in dem Luther seine herkulische Fleißarbeit weiland vollbracht haben soll. Der Stuhl ist definitiv ein Fake, den hat im 19. Jahrhundert jemand da rein gestellt. Ist aber im Prinzip egal, denn betrachten wir Luthers Arbeitsplatz einmal unter dem GTD-Aspekt (wer hätte gedacht, dass der gute alte Luther am neuzeitlichem »whatsonyourdesk«-Mem teilnimmt), so finden wir hier eine ideale Arbeitsumgebung: Eine klar definierte Aufgabe, keine ablenkenden Gadgets, dank der praktischen Reichsacht keine Veranlassung, in der Weltgeschichte rum zu reisen – kurz und gut: Der Mann wusste, was zu tun war, er konzentrierte sich auf seine Aufgabe und erledigte sie.

Das hätte er nicht geschafft, wenn er einen Computer benutzt hätte. Er hätte Tage darauf verwendet, die »Connectivity« auf der Wartburg einzurichten, hätte dann, sobald er online mit dem Reich verbunden gewesen wäre, während der Arbeit ständig Rückfragen per IM und/oder E-Mail von seinem Kumpel Melanchthon empfangen, hätte zwischendurch einmal bei reichsacht.de nachgeschaut, ob er immer noch die Nummer 1 auf der Liste ist, und hätte in Google nachgeschaut, ob schon einmal jemand ein Stück Neues Testament übersetzt und in seinem Blog drüber etwas geschrieben hat. Wie man es auch betrachtet: Luther hätte länger gebraucht. Sein Glück, dass es noch etwa 430 Jahre dauern sollte, bis es so etwas wie Computer geben würde…

Wir, die Notebook-Nomaden des 21. Jahrhunderts, deren Scriptorium die ganze Welt ist, die es mit schlauer Technik geschafft haben, fast überall mit alles und jedem verbunden zu sein, haben ein gewaltiges Problem: Wir verlieren die Fähigkeit zur Konzentration auf die eigene Aufgabe. Unsere Rechner können zwar eine Menge Dinge gleichzeitig machen, wir aber nicht.

Diese Beobachtung machte auch Khoi Vinh, Autor des famosen Weblogs »Subtraction«. In einem Artikel zu dieser Beobachtung propagiert er die gute alte mechanische Schreibmaschine als Ausweg aus diesem Dilemma. Aber, ganz Kind des 21. Jahrhundert, natürlich nicht als Hardware, sondern als Software. Er wünscht sich einen Editor, der den »Rest« des Rechners abklemmt, und der keine Editor-Funktionen mehr hat, sondern einfach nur den Text entgegennimmt, eben wie eine Schreibmaschine: Der »Blockwriter«. Also der etwas absurde Versuch, das durch Technik verursachte Problem durch Technik zu lösen, statt das eigentliche Problem anzugehen: Die mangelnde Fähigkeit zur Konzentration auf eine Aufgabe.

Erstaunlicherweise hat bisher noch kein Entwickler diese Idee aufgegriffen. Wenn man einmal die seltsame Idee der »Schreibmaschinen-Funktionalität« außen vor lässt, ist aber ein Gedanke gar nicht so verkehrt: Das Schreibprogramm so zu öffnen, dass man das andere Zeug auf dem Schirm des Multitasking-System nicht sieht, sondern wie in guten alten DOS-Zeiten, seinen Text (und nur seinen Text) vor sich hat. Auch unser aller GTD-Halbgott Merlin Mann hat sich darüber schon seine Gedanken gemacht und eine etwas hanebüchene Lösung vorgestellt. Auf dem Mac gibt es allerdings schon diverse Programme, die diese Funktionalität vernünftig anbieten (absteigend nach Preis sortiert ;-)):

WriteRoom ist das neueste Projekt dieser Art, zur Zeit noch frei erhältlich. Für Khoi Vinh geht der Ansatz von WriteRoom noch nicht weit genug, und er propagierte seine Idee mittlerweile sogar im britischen Guardian. Man darf gespannt sein, ob es die Software-Schreibmaschine jemals geben wird. Es ist eigentlich absurd, ein technisches Problem durch mehr Technik lösen zu wollen. Wenn wir etwas von Luther lernen können, dann das: Konzentration auf die Aufgabe hilft. Das neue Testament in 11 Wochen zu übersetzen. Oder einfach »den Job« geregelt zu bekommen…

Item Nº 2575

Freenode wurde gekapert

Gemäß dieser Geschichte wurde unser aller Lieblings-IRC-Netz Freenode von einem Bösen gekapert.
Der Böse spielte das beliebte DCC SEND-Spielchen, das diverse so genannte »Personal Firewalls« unter Windows dazu bringt, die Verbindung zu trennen. Und es steht nun der Verdacht im Raum, dass der Böse in den Besitz zahlreicher Passwörter von Usern, die sich am Nickserv authentifizieren wollten, gekommen ist. Wenn Ihr Euch also in dem im Artikel erwähnten Zeitraum angemeldet habt, solltet Ihr darauf achten, dass das Passwort für den Nickserv keines ist, dass auch woanders irgendeinen wichtigen Dienst in den wilden Weiten des Webs schützt.

Item Nº 2572

Ein Webmontag mit Tumblelogs

Heute (Montag, 19. Juni 2006) ist, trotz Fußball-WM, wieder einmal Web-Montag in Frankfurt. Dieses Mal halte ich einen Vortrag zum Thema »Tumblelogs«, bekanntlich ein »heißes« Thema. Darum passt das Wetter auch hervorragend.

Für alle TeilnehmerInnen und sonstige InteressentInnen gibt es hier die Präsentation zum Download, obwohl sie ohne den dazugehörigen Vortrag eher weniger Sinn macht. Aber die Leute wollen nun einmal Präsentationen »downloaden«. ;-)

Vortrag »Back to the blogging roots«, oder: Von Obstsalat und Tumblelogs

Links zu im Vortrag erwähnten Sites:

Weblog-Historie

Exkurs: Jorn Barger

Tumblelogs

Item Nº 2571

Der Ball, die Flagge, das Leben und das Volk.

Geschichte wiederholt sich manchmal. Rückblende: 1990, die Wiedervereinigung dräute und es galt, dem Westler die Tasche zu öffnen, um Kohls »blühende Landschaften« zu finanzieren. Da kam der nationale Überschwang mit dem WM-Titel gerade richtig, und es gab zwei Reaktionen zu beobachten: Auf der rechten Seite der Versuch, die Stimmung zu instrumentalisieren und ein »Wir in Deutschland«-Gefühl mit Bereitschaft für »Blut, Schweiß und Tränen« herbei zu reden, auf der linken Seite das Unbehagen am Nationalen, dass sich irgendwo zwischen totaler Ablehnung und Relativierung einpegelte. Letztendlich war die WM-Party irgendwann zu Ende, und damit auch das Flaggen schwenken. Und alles war wie immer.

Nun also 2006. WM in Deutschland, allenthalben Party-Stimmung, und die Deutschland-Flaggen, für 17 Cent das Stück im Arbeitgeber-Paradies China produziert, flattern lustig an Balkonen und Fahrzeugen, sowohl an edlen Limousinen als auch an tiefer gelegten Kleinwagen. Und, Überraschung, das patriotische Tüchlein aus Fernost zieht eine Debattenspur durch das Feuilleton. Die taz bietet in einem Pro-und-Contra-Doppelartikel schweres philosophisches Geschütz auf und zitiert Elias Canetti, im Kontext des Massenphänomens Fußball:

»Innerhalb der Masse herrscht Gleichheit. Sie ist absolut und indiskutabel und wird von der Masse nie in Frage gestellt. Sie ist von so fundamentaler Wichtigkeit, dass man den Zustand der Masse geradezu als einen Zustand absoluter Gleichheit definieren könnte. Ein Kopf ist ein Kopf, ein Arm ist ein Arm, auf Unterschiede zwischen ihnen kommt es nicht an. Um diese Gleichheit willen wird man zur Masse. Wer immer davon ablenken könnte, wird übersehen. Alle Forderungen nach Gerechtigkeit, alle Gleichheitstheorien beziehen ihre Energie letzten Endes aus diesem Gleichheitserlebnis, das jeder auf seine Weise von der Masse her kennt.«

Wir sollten uns übrigens glücklich schätzen, dass in diesen Zeiten Fußball das Einzige ist, was heterogene Gesellschaften in egalitäre patriotische Massen verwandelt. Kein Fußball, keine Massen. Kein Grund zur Besorgnis also für jene, denen lautstarke Horden mit Flaggen suspekt sind. Meint Canetti-Zitierer Frank Lübberding (ebd.). Ein paar Absätze drüber sieht aber Jan Feddersen einen persistenten Multi-Kulti-Patriotismus am Horizont deutschen Seins erscheinen:

»Man feiert, ganz besonders gern in Neukölln, im Schanzenviertel, in Mülheim, also in Migrantenvierteln, und zwar mit der Klinsmanngang. Nicht, weil die Türkei nicht mit von der Partie ist. Sondern weil dieses Team in diesem Turnier etwas von dem in sich trägt, was dieses vergangenheitsgrundbewältigte Land zu fühlen alle Gründe hat: Zufriedenheit und Zuversicht.«

Diese Einschätzung hat für mich einen schweren Einschlag von dem, was man auf gut neudeutsch »Wishful thinking« nennt. Zumindest, wenn man das vom Fußball auf Gesellschaft übertragen möchte. Sieht Feddersen anders (ebd.):

»Dass dieses egalitäre Moment verschwinden könnte, mit der Nacht auf den 10. Juli? Ja, glaubt das mal. Immer das Schlimmste befürchten. Weil einem das bequemer ist? Weil Multikulti auf Schwarzrotgold einem unheimlich wäre? Quatsch und im Gegenteil. So erst käme das neue Deutschland zu seinem Sinn: weltoffen, ,bluts’vermischt und sicher. Eben Einigkeit und Recht und Freiheit. That’s it.«

Der egalitäre Charakter der fußballguckenden Massen ist für jene, die auch mal ein Stadion besuchen, wenn nicht WM ansteht, natürlich überhaupt nichts Neues. Das ist normal. Sagt also nichts über den patriotisch-nationalen Gehalt des WM-getriebenen Flaggenschwenkens aus.

Exemplarisch für den schwierigen Umgang mit diesem Thema ist ein Zeit-Artikel von Jürgen Krönig. Krönig sucht und behauptet die Normalität im Patriotismus. Offensichtlich seiner Sache nicht sicher, muss er aber, um die Normalität zu belegen, ein Zitat aus dem britischen Observer heranziehen. Und genau das zeigt aber, dass diese Normalität so normal nicht ist.

Letztendlich hat Stephan Hebel in der Frankfurter Rundschau die Sache auf den Punkt gebracht:

»Wenn diese Wochen der WM nachhaltig wirken, dann hoffentlich so, wie es sich abzuzeichnen scheint: dass Schwarz-Rot-Gold nicht Strammstehen vor der Fahne bedeutet, sondern entspannte Identifikation mit einer Gesellschaft, vor der sich niemand zu fürchten braucht – kein Land der Welt und kein Gast. Patriotismus? Mag sein. Patriotis-muss? Danke nein.«

Wer darüber noch mehr problematisieren mag: Richard Seibt schreibt gewohnt brilliant in der SZ. Der Historiker Heinrich-August Winkler sieht in der Flagge am Kleinwagen ein Erinnern der Deutschen an ihre Demokratie- und Freiheitsgeschichte. Das halte ich für ein Gerücht, denn um sich daran zu erinnern, müsste man sie erst einmal kennen. Und das ist, mit Verlaub, bei Fahrern beflaggter tiefergelegter Kleinwagen eher unwahrscheinlich. Und ein erwartungsgemäß ganz besonders schönes Stück Publizistik sind die Erkenntnisse des evangelikalen Fundamentalisten in ZDF-Diensten, Peter Hahne, in Bild-Online. Wir sind alle Brüder in der Freude am großen Simplifizieren. Amen, Peter!

Und diese ganze Problematisiererei löst der Fußball aus, dieses ebenso mächtige wie simple Spiel auf dem Rasenviereck. Da kann ich nur staunend gucken und mir denken: Mein Freund ist aus Leder!

Item Nº 2568

Beute sortieren

Noch ein kleiner später Nachtrag zum Besuch auf der MacExpo am letzten Wochenende.

Klowand

Am Stand des Cyberbloc gab es hübsche Buttons zu erbeuten, die dort frisch zubereitet wurden. Wie man sieht, haben bei der Motivwahl jüngste (Fehl-)Entwicklungen in der Blogosphäre ihren Widerhall gefunden. ;-)

MacExpo 2006: Microsoft-Giveaway

Weiteres Beutestück: Ein Lippenpflegestift von Microsoft. Kommentar von The Girl: »Wenn man den benutzt, bekommt man Herpes…«

Was gab es noch? majo gab ein Eis aus, die neuen Macbooks wussten zu gefallen, und irgendwie möchte die MacExpo nicht wachsen. Die Fanboys und -girls bleiben unter sich, und das ist auch gut so.

Selbstverständlich war die Kamera im Einsatz: flickr-Set »MacExpo 2006«.

Item Nº 2566

Die Schlange schlägt unseren Freund

Der Hyperlink sollte unser aller Freund sein, denn genau er, und nur er, macht das Web zum Netz, gemäß seiner wörtlichen Bedeutung.

Schauen wir uns doch einmal folgendes an. Wenn ich einen Link setze, sagen wir, zur glorreichen Blogsoftware Serendipity, sähe das so aus:

< a href="http://www.s9y.org/">

Es begab sich, dass ich auf Tobias Schlitts mitunter lehrreichem Weblog verweilte und ich ob der Tatsache, dass trotz der gedrückten Apfel-Taste beim »Link klicken« ein neues Fenster aufging, in Staunen verfiel. Von Serendipity kennt der Eingeweihte die Tendenz, unseren Freund, den Hyperlink, in ein Korsett persönlicher Eitelkeit zu kleiden, mit der legendären exit.php. Aber es gibt dazu noch eine Steigerung, meine Damen und Herren, unser Freund, der Hyperlink, wie Serendipity ihn sieht:

< a href="http://schlitt.info/applications/blog/exit.php? url=aHR0cDovL3M5eS5vcmc=&entry_id=466" title="http://s9y.org" onmouseover="window.status='http://s9y.org';return true;" onmouseout="window.status='';return true;" onclick="window.open(this.href, '_blank'); return false;">

Wie missraten ist das denn? Das erinnert mich an ein kommerzielles CMS vom Anfang des Jahrhunderts, deren Hersteller auch auf solche Ideen kamen, aber vom Schicksal mit der Insolvenz gerecht bestraft wurden.

Zur Nachhilfe für all’ jene, die unseren Freund, den Hyperlink, nicht zu würdigen wissen, empfehle ich den brillianten Vortrag von Jeremy Keith mit dem Titel »In Praise of the Hyperlink«.

Item Nº 2563

MacExpo #4

Und schon ist es wieder so weit – die MacExpo zu Kölle öffnet wieder ihre Pforten, und als anständiger Apple-Fanboy bin ich natürlich, wie auch schon in den Jahren 2004 und 2005 (flickr-Set aus dem Jahre 2005), am Samstag wieder vor Ort und mitten im Treiben der neugierigen Massen. Natürlich bin ich von der wahrscheinlich illusorischen Vorstellung beseelt, mal ein Blick und einen Klickfinger auf ein neues MacBook oder MacBook Pro werfen zu können. Mal sehen, was am Samstag los sein wird.

Gestern wurde die MacExpo bereits eröffnet, es wurde darüber gebloggt, z.B. beim Cyberbloc, beim Blog der Macwelt und, natürlich, bei den bewährten Kräften von Mac-Essentials, die Impressionen vom ersten Tag auf Video gebannt haben.

Item Nº 2557

Verfallende Historie: Das Stadion an der Telegrafenkaserne

KFV-Stadion Mitten in Karlsruhe verrottet mit dem »Stadion an der Telegrafenkaserne« des Karlsruher FV einer der historischen Orte des deutschen Fußballs. Ich habe es besucht, natürlich mit Kamera, das Ergebnis ist einem flickr-Set zu bewundern.

Der Karlsruher FV, 1891 gegründet, war einer der ruhmreichen Vereine der Frühgeschichte deutschen Kickerwesens. 1905 wurde das »Stadion an der Telegrafenkaserne« gebaut und war damals eines der modernsten in Deutschland. Während sich die Kicker an anderen Orten der frühen Fußballkunst nach getaner Arbeit an Waschschüsseln waschen mussten, gab es in Karlsruhe Wannen mit fließendem Wasser und entspannende Unterwasser-Massagen!

1910 wurde der KFV Deutscher Meister, im Jahr zuvor übrigens mit Phönix Karlsruhe der Lokalrivale und Vorläuferverein des heutigen Karlsruher SC. Der KFV hatte zu dieser Zeit mit Fritz Förderer, Gottfried Fuchs und Julius »Juller« Hirsch den gefährlichsten Sturm Deutschlands. Alle drei waren Nationalspieler, und Gottfried Fuchs hält mit 10 Toren in einem Spiel, erzielt beim 16:0-Sieg Deutschlands gegen Russland während der Olympischen Spiele 1912, den bis heute gültigen Rekord für deutsche Nationalspieler. Dieser Rekord wurde übrigens auch international erst 2001 überboten.
Berühmt wurden Fuchs und Hirsch aber weniger für ihre fußballerischen Heldentaten, sondern weil sie als Juden vom DFB in vorauseilender Anbiederung an die Nationalsozialisten 1933 aus allen Länderspiel-Statistiken gestrichen wurden (vgl. diesen Artikel von Hans Wille). Fuchs war schlau genug, rechtzeitig auszuwandern, Juller Hirsch blieb in Deutschland und wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Der DFB tat sich lange schwer mit der Aufarbeitung dieses dunklen und ruhmlosen Kapitels, erst in jüngster Zeit tat sich etwas in Sachen Aufarbeitung.

Und, um wieder die Kurve zum Stadion zu bekommen, in diesem Stadion rannten diese drei legendären Helden der deutschen Fußballgeschichte dem Ball hinter her. Ein historisches Länderspiel gab es auch an der Telegrafenkaserne, hier gelang der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit einem 1:0 über die Schweiz am 4. April 1909 vor 7.000 Zuschauern der erste Sieg in einem Länderspiel überhaupt.

Am Anstosspunkt Haupteingang KFV-Stadion: Die namensgebende ehemalige Telegrafenkaserne KFV-Stadion: Blick auf die Haupttribüne

Aber die glorreichen Zeiten Karlsruher Fußball-Historie liegen fast 100 Jahre zurück, im Oktober 2004 fand der einst ruhmreiche Klub in den Niederungen der unteren Amateurligen ein ruhmloses Ende mit einer prosaischen Insolvenz. Seitdem rottet das Stadion an der Telegrafenkaserne vor sich hin.

Die meisten Zuschauer fanden sich an der Telegrafenkaserne am 19. Juni 1949 beim Wiederholungsspiel im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft zwischen Offenbach und Worms ein: 35.000 (lt. dieser Quelle). Wenn man in dem Stadion heute steht, kann man sich kaum vorstellen, wo die einst alle Platz gefunden haben. Die reguläre Kapazität war 4.000 Zuschauer, auch wenn sich in den Niederungen der Amateurligen manches mal gerade noch 20 einfanden…

Wie man dem Stadtwiki entnehmen kann, soll auf dem historischen Grund ein Seniorenheim errichtet werden. Darum, wenn Euer Freund aus Leder ist und Ihr mal in Karlsruhe seid: Werft einen Blick auf das alte Stadion an der Telegrafenkaserne, Ihr findet es in der Hertzstraße.

Mein Freund ist aus Leder.

Item Nº 2556

Ralle rennt

Der Rennkalender, nach Bloggerart öffentlich ;-), damit es ohne peinliche Nebeneffekte kein zurück mehr gibt:

Da ich, seit ich letztes Jahr das Laufen begonnen habe, mittlerweile die Dosis auf drei- bis fünfmal 10 bis 15km pro Woche gesteigert habe, ist Ettlingen mehr oder weniger ein Trainingslauf mit Publikum. ;-)

Aber der Halbmarathon ist schon ein stärkeres Kaliber, zumal er um 9:00 Uhr gestartet wird und ich alles andere als ein Morgengrauen-Läufer bin. Und ich habe bisher noch keine 20 km in Wettkampftempo (also, das was ich darunter verstehe, versteht sich) zurück gelegt, da müssen wir noch ein wenig drauf trainieren.

Apropos Laufen 1: Beim Laufen kann man wirklich hervorragend nachdenken, da kann ich dem Herrn Powerbook-Blogger nur zustimmen. Darum laufe ich auch, wie andernorts schon ausgiebig problematisiert, stets ohne Musik auf den Ohren. Der Flow im perfekten Gleichgewicht von Bewegung, Atmung und Gedanken wird nicht erreicht, wenn man stets auf die Musik lauscht. Es sei denn, man hört Mercedes-Mixed-Tape-Fahrstuhl-Musik, die kann man natürlich ohne Zuhören durchrauschen lassen, aber das ist meine Sache nicht.

Apropos Laufen 2: Mit laufrausch.net gibt es eine sehr hübsche Web 2.0-Anwendung auf der Basis der Google-Maps für das Teilen von Laufstrecken im Web. Mittlerweile gibt es dort auch detaillierteres Kartenmaterial, aber bisher habe ich noch vor dem »Gefummel« in dem kleinen Kartenfenster zurückgeschreckt. Aber nichtsdestotrotz eine gute Idee 2.0, da kann etwas draus werden. Und eines Tages, wenn ich mental zu Fummelorgien aufgelegt bin, werde ich mal meine Killerstrecke in den Wiesbadener Weinbergen eintragen. ;-)

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