das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - October 2005

Item Nº 2417

Gefährliche Mixtur

iPod-Wahn und aus den Auswüchsen des anglo-amerikanischen Kulturimperialismus geronnene Pseudo-Feiertage (Helloween ist natürlich gemeint, was für eine gesellschaftskritische Formulierung, wa? ;-)) sind eine gefährliche Mischung für den ästhetisch anspruchsvollen Betrachter. Insbesondere Damen scheint es zu erwischen. Neben dem laufenden iPod aus dem kleinen Bildchen links (»Oh Baby, let me turn your clickwheel …«) gibt es noch die laufenden weiblichen Silhouetten aus den berühmten iPod-Anzeigen und, »Push play to start«, die klassischen Bedienlemente des MP3-Players auf weiblicher Haut. Abgründe tun sich auf, wenn man nur lange genug in Flickr wühlt …

Item Nº 2416

Von Purzelbäumen und hohen Auflösungen

98 und ein Schlüssel Man bildet sich ein, so nach dreieinhalb Jahren Weblog-Rummacherei ein wenig Durchblick durch die Materie zu haben, aber man trifft immer wieder auf Entwicklungen und Begriffe, die komplett am Schlüsselloch des Aufmerksamkeitsfokus vorbei gerauscht sind. Wie z.B. der Begriff »Tumblelog«. Tumble bedeutet so viel wie »Purzelbaum«, und Chris Neukirchens »Anarchaia« gilt als das Ur-Tumblelog. Es heisst so, weil Bilder, Links, Chatlogs und Zitate wild über die Seite purzeln, ohne dass eine Unterscheidung in einzelne Einträge erkennbar ist. Ein weiteres Tumblelog ist der Projectionist, dessen Layout mir sehr gut gefällt, genau der Stil auf den ich gerade abfahre.
Nachtrag: Jason Kottke hatte es kürzlich auch von Tumblelogs.

Noch ein Nachtrag: Nach einem Moment des Nachdenkens, nach der Lektüre von Kottkes Artikel, komme ich zu dem Schluss, dass Tumblelogs der Weg zurück zu den Ursprüngen des Webloggens sind, gemäß der »klassischen Definition«: Links und kurze Kommentare. Aber vor allem Links. Ein Weblog ohne Links war kein Weblog. Hey, alte Zeiten kommen wieder.

Weitere aktuelle Zugänge auf meiner Leseliste:

Dirk Jesse, bekannt aus Funk, Film und Fernsehen für sein legendäres Fotoblog Staring at the sun, hat mit High Resolution ein neues Weblog eröffnet: »Es geht also um digitale Fotografie, um den digitalen Workflow, den ein jedes Foto vom ersten Motivgedanken über die Kamera, den Rechner und schließlich ins Internet oder auf Fotopapier durchläuft. [...] Fotos werden gemacht, um sie zu zeigen. Daher wird auch das Thema Webdesign hier mit angerissen werden. Keine exzessiven Exkurse in die Theorie [...], dafür hin und wieder Hinweise zu praktischen und optisch ansprechenden Lösungen.«

Ein Blog-Urgestein aus Wiesbaden meldet sich zurück! Unter dem Motto »Das Leben geht weiter, Weblogs auch« möchte Sven Przepiorka aka Tzwaen wieder regelmäßig Bloggen. 1-2-3, bloggen! ;-)

Und, one more thing, als Business-Blogger muss man stets die Zahlen im Auge haben. Dieses unscheinbare kleine Fußball- und Internet-Weblog hier auf Eurem Schirm ist 93.713,64 Dollar wert (via 79.600-Dollar-Sonderangebot-Blogger Alp ;-)). Nun ja, es fällt mir ja durchaus schwer, aber ich bin bereit für Übernahmeverhandlungen…

Item Nº 2415

Oben festsetzen!

Na, das wird ja immer besser mit dem VfL Borussia! Offensichtlich bringt es Glück, wenn ich hier die Tabelle blogge (nicht, dass ich abergläubisch bin …), also muss das heute wieder sein. Ein souveränes 4:1 gegen Kaiserslautern, das sieht richtig gut aus. Auch wenn man nicht durchdrehen soll, so kann man doch den Kollegen von seitenwahl.de zustimmen: »Sicherlich soll man die aktuelle Platzierung und die bis dato gezeigten Leistungen nicht überbewerten, doch darf man ruhig mit breiter Brust und dem Anspruch auf weiteren Erfolg in die nächsten Partien gehen, in denen mit Dortmund, Hamburg und Leverkusen ungleich stärkere Gegner warten. [...] In den vergangenen Jahren haben mehrere Mannschaften erstaunliches Stehvermögen in diesen Tabellenregionen bewiesen, auch wenn große Teile der Medien und im Umfeld wöchentlich darauf gewartet haben, dass irgendwann der Dämpfer kommen müsse.« Ansonsten erfüllt den Gladbach-Anhänger als solchen sicherlich auch die deftige Packung für unsere »Freunde« aus der verbotenen Stadt mit der schmutzigen Bahnhofskirche mit einer gewissen Schadenfreude. Ja, ich weiß, ist echt fies, aber bei denen okay! Hielten selbige sich doch bereits für die Größten, nur weil sie nicht gleich von Saisonbeginn an ordentlich Senge bezogen haben …

Als nächstes geht es diese Woche im Pokal zu Hertha BSC. Und am Samstag dann zur falschen Borussia aus Dortmund. Wir werden sehen, im Moment bin ich exorbitant optimistisch, denn: Mein Freund ist aus Leder!

Item Nº 2414

Olli Schulz - Nachschlag

Oli Schulz und der Hund Marie Gestern dann Olli Schulz und der Hund Marie live gesehen. Zwar ohne Kostum, aber klasse war es trotzdem. Olli spielte Lieder von allen Alben, erzählte Geschichten, brachte das Publikum dazu, ihn mit typischer Heavy-Metal-Fan-Gestik (Taurus-Hände und Pointer ;-)) zu seinem Heavy-Song »Zwei bangen, einer spricht« anzufeuern, und zeigte einen Dokumentarfilm vom Country-Festival Hamburg-Horn. Olli ist ein Entertainer erster Güte und ich denke, es gab nicht eine(n) im Publikum, der oder die sich an diesem Abend gelangweilt hat.
Ich kann der verehrten Zielgruppe nur wärmstens empfehlen, sich den guten Olli live anzuschauen, wenn er in der Nähe auftaucht, das lohnt sich auf jeden Fall auch, wenn man nicht bedingsloser Anhänger der Männer-mit-Gitarren-Fraktion ist.

Related: »Olli Schulz und der Hund Marie – Und dann schlägt Dein Herz«

Item Nº 2413

Die halbe deutsche Blogosphäre ist wech!

Das liegt nicht an Eurem Internetzugang! Sondern, daran, dass der (nicht nur in Bloggerkreisen) überaus beliebte Webhoster all-inkl.com lt. diesem Forumsthread ein Problem mit der Internet-Anbindung seines Rechenzentrums in Düsseldorf hat. Diese wird von Level 3 bereit gestellt und lt. Forum liegt genau da das Problem.

Also, nicht verzweifelt den Computer aus dem Fenster werfen wenn nix geht, liegt ausnahmsweise einmal nicht an Eurem Provider. ;-)

Nachtrag 23.10.: Sonntag morgen geht das ganze Spielchen wieder von vorne los. Oh, Lambdanet, was machst Du mit den Daten der armen Leute? ;-)

Item Nº 2412

Raggle

Raggle Eine weitere Komponente für die implizite Netzbuch-Serie Leben im Terminal: Raggle ist ein RSS-Reader für unixoide Konsolen, bspw. Linux oder Mac OS X. Geschrieben in der Modesprache Ruby, ermöglicht Raggle das Lesen liebster Blogs und Newsquellen ohne grafischen Schnickschnack in jeder Terminal- oder ssh-Session. Und ist damit ein Konkurrent von Snownews. Raggle bietet eine dreiteilige Ansicht, wie ein grafischer Reader, und kann Einträge, die man sich im Browser (wie ELinks) anschauen möchte, an neue »screen«- Sessions senden. Und das Lesen funktioniert recht übersichtlich und flott und, für ein Konsolenprogramm, intuitiv.
Raggle ist als Tarball oder als Debian-Paket erhältlich. Und auf der Website sind allerlei Screenshots verfügbar.

Item Nº 2411

Das große Geständnis

Okay, nun ist es raus. Ich habe versucht, es nicht an die große Glocke zu hängen. Nun ist es aber Zeit, ein Statement abzusetzen. Wissen Sie, verehrte Zielgruppe, letztens, als ich 40 wurde, wusste ich: Die wilden Jahre, die Zeit des Aufbaus, sie sind vorbei, nun muss der ROI kommen. All’ diese Worte, diese Bilder, diese Themen – das hat Spuren hinterlassen. Überall. Und jetzt, wo Frau Merkel die Regierung der großen wichtigen Reformen leiten wird, ist Solidität angesagt. Neue Werte, welche die alten sind. Die ganz alten. Aber ich schweife ab.

Was ich eigentlich sagen, nein, verkünden, gestehen, offenbaren wollte: Ich bin jetzt Business-Blogger.

Nachtrag: Für den Teil der verehrten Leserschaft, der außerhalb der bizarren Weblogszene angesiedelt ist, das Ironie-Tag: ;-)

Item Nº 2410

Olli Schulz und der Hund Marie - Und dann schlägt Dein Herz

Olli Schulz und der Hund Marie
Und dann schlägt Dein Herz
Album »Das beige Album« – 2005

Aus Hamburg, von Grand Hotel van Cleef, kommt deutschsprachige Musik von Männern mit Gitarren. Z.B. Kettcar oder Tomte. Oder Olli Schulz, der sich von den Labelgenossen durch die Devise »Weniger bedeutungsschwanger problematisieren, dafür mehr Humor« unterscheidet. Das aktuelle Album von Olli Schulz und seinem treuen Helfer, dem Hund im Hasenkostüm namens Marie (alias Max Schröder von Tomte), heisst einfach »Das beige Album« und ist für mich eine der Überraschungen des Jahres. »Und dann schlägt Dein Herz« war auf einem Visions-Sampler vertreten, und ein Mann, der sich Verse zutraut wie »Weil Du dem Leben trotzt, tanzt Du den Diskofox
komm stell’ Dich in die Mitte, alte Plastiktüte«
dessen Album muss man einfach haben. Und welcher Musiker hat schon einen eigenen Antville-Fanklup?

Und mit jedem Anhören taucht der geneigte Hörer mehr in die schräge, humorvolle und tiefsinnige Welt des Olli Schulz ein. Olli erzählt in seinen Songs kleine Geschichten aus dem Alltag des Lebens, der Liebe und überhaupt.
Olli steht in dem Ruf, ein sehr unterhaltsamer Live-Künstler zu sein. Und das wird am Freitag überprüft, denn Olli Schulz und der Hund Marie befinden sich seit heute auf Deutschland-Tour. Und das, obwohl es in »Und dann schlägt Dein Herz« heisst, dass »dieses Land nicht für Rock’n Roll gemacht« ist. Vielleicht doch, ein bißchen! ;-)

Item Nº 2406

Bloggen als Naturalienwirtschaft, oder: Die Zukunft hat begonnen!

Es geht doch nichts über ein Weblog mit einer DB und einem Archiv, das nix vergisst! Vor über anderthalb Jahren bloggte ich eine Zukunftsprognose. Da Bloggen das neue »Web-Visitenkarten-Erstellen« ist, passt alles, und die Zukunft hat mit diesem Eintrag im Literaturwelt-Blog zur Buchmesse begonnen: »Wir bieten an, [..] über jeden, der uns zu einem Frühstück, Mittagessen oder Abendessen auf der Messe einlädt [..] einen kleinen Blog-Artikel zu schreiben. [..] Binnen 24h nach der Mahlzeit.« Der arme Poet von heute ist mit hungrigem Magen und Laptop unterwegs und bloggt. Aber ach, was ist aus den Literaten geworden! Buk und Hem hätten höchstens für eine Flasche feinen Whiskey was geschrieben, aber doch nicht für eine seriöse, richtige, am Ende sogar gesunde und rauchfreie Mahlzeit! »The Times They Are A-Changin« möchte man singen …

Ganz ernsthaft lesenswert über das Lesen und das Gerede über das Lesen:
»Literaturwelt. Das Blog.«

Item Nº 2405

Besuch auf dem Bökelberg

Premium-Content-Cross-Marketing! Drüben im Fotoblog gibt es Bilder vom Besuch im alten Stadion der Borussia auf dem Bökelberg in Mönchengladbach am vorletzten Wochenende. Wir drangen in das Stadion ein und knippsten was das Zeug hält, denn im November soll es abgerissen werden und wird dann für immer mythische Geschichte sein.

Item Nº 2404

Oh, Borussia: UEFA-Cup-Platz!

Ja, was sind denn das für Sachen mit dem VfL Borussia? Um ein Haar fast schon wieder Auswärts gewonnen, und trotz der leichtfertig verschenkten zwei Zähler auf einem UEFA-Cup-Platz – da reibt sich der Borussia-Fan als solcher die Augen, wann hat man sowas zuletzt erlebt?
Mit dem Eigentor in letzter Minute war das Unentschieden natürlich unglücklich, schade.

Ausgesprochen gut gefällt mir auch, dass die Bayern als Tabellenführer gestürzt wurden. So muss das sein! Im Moment gilt eindeutig: Mein Freund ist aus Leder.

Item Nº 2403

Wordpress, die Weblog-Prostituierte

Nachdem sich der erste Versuch als nicht so gute Idee erwies, befindet sich Wordpress-Oberguru Matt Mullenweg auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Wie bon anza-Rundschau berichtet, kann man per Adbrite nun preiswert Werbung auf wordpress.org buchen: 20.000 Dollar für einen Textlink an einem Tag, 7 Tage Textlink für 100.000 Dollar, und 30 Tage für 250.000 Dollar. Na, das sind doch mal Summen, nicht solche Google-Ad-Peanuts, wie man sie bisher kannte. Ab 16.10. kann man buchen, man darf gespannt sein, ob das bis dato werbefreie wordpress.org dann durch Werbung geadelt wird. Mullenweg verscherbelt den PageRank, den er mehr oder weniger von der Community geschenkt bekam. Natürlich, zum Wohle des Projektes. Und hach ja, Werbung ist ja nix Übles, nein, nein, get real, Ralf. Wie schreiben die Glattgekämmten immer: »Weblogs sind nun erwachsen geworden.« Wo ist die Tüte aus dem Flugzeug?

Ich mochte es nie, das Wordpress, und werde es nie mögen.

Link: Bon Anza-Rundschau: »Wordpress.org als Linkhure?«

Item Nº 2402

Autochromes de la guerre

Schwarz-Weiß-Fotografien von Kriegen haben die Tendenz, das sinnlose Kriegstreiben für den heutigen Betrachter zeitlich weiter nach hinten zu schieben, als das Geschehen tatsächlich einzuordnen ist. Darum schaffen es die im Autochromverfahren erstellten »Autochromes de la guerre 1914-1918«, auf den Betrachter unmittelbarer zu wirken. Das Benutzerinterface ist lausig, aber die Aufnahmen sehenswert. Die Fotografen Cuville, Castelnau, Aubert und Albert Samama-Chikli waren als Soldaten an den Kampfhandlungen beteiligt, dementsprechend realistisch (das ist als Warnung für sensible Gemüter zu verstehen) sind einige Bilder. Andererseits fällt auf, dass es auch zahlreiche eher »touristische« Aufnahmen aus für die damaligen Zeitgenossen weit entfernten und exotischen Gegenden wie Griechenland gibt.

Um die Bilder anzuschauen, muss man oben rechts unter Accès aux Images auf einen der Schauplätze klicken und erhält dann eine neue Seite mit einer Übersicht.

[Via Metafilter]

Item Nº 2401

LinuxTag nach Wiesbaden!

Was hier noch mit einem Fragezeichen versehen war, kann nun mit einem fetten Ausrufezeichen versehen werden, wie man dieser Meldung der Freie Software Presseagentur entnehmen kann. In seinem Blog plaudert LinuxTag-Pressemeldungs-Mensch Markus ein wenig über die Hintergründe: »Der Ortswechsel von Karlsruhe nach Wiesbaden war u.a. dadurch notwendig, dass die alte Messe im Herzen Karlsruhes nicht mehr als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Die neue Messe auf der ‘grünen Wiese’ hat aber nicht die notwendige Infrastruktur vor Ort, um beispielsweise Helfer, Referenten und Organisatoren nahe in Hotels unterzubringen. Deswegen ein Ortswechsel. Es standen ein paar Standorte zur Auswahl, im Endeffekt bot Wiesbaden den Besten Rahmen, den LinuxTag weiter zu entwickeln und gleichzeitig den Charme zu erhalten.« Das macht die ganze Sache verständlich. Die Rhein-Main-Hallen befinden sich zumindest schon mal in der Innenstadt Wiesbadens, also das, was man hier in Wiesbaden so Innenstadt nennt. Also keine grüne Wiese ;-)
Schade ist es schon, der LinuxTag in Karlsruhe hatte durch seine Einbettung in die örtliche Szene seinen besonderen Charme. Da in Wiesbaden keine nennenswerte vergleichbare Szene existiert, bin ich gespannt, wie der LinuxTag dann, gerade was das »nicht-offizielle Programm« angeht, aussehen wird.

Item Nº 2400

Breezy im Anmarsch!

1068 aktualisiert, 420 neu installiert, 47 zu entfernen und 1 nicht aktualisiert.
Es müssen 878MB Archive geholt werden.
Nach dem Auspacken werden 644MB Plattenplatz zusätzlich benutzt.
Möchten Sie fortfahren [J/n]?
Aber sicher! Nachdem es bei Beate geklappt hat und thorte die Vorreiterrolle erwartet ;-), geht es nun also los. Ich bin gespannt, ob das alles klappt. Wer den Distri-Hasardeur in sich spürt und gleiches Begehr hat, möge vorher das und das lesen. Ihr müsst übrigens nicht den Server der TU Dresden nehmen (den nehmen sie jetzt alle, weil es so im UbuntuUsers-Wiki steht), ziemlich flott ist jetzt gerade de.archive.ubuntu.com. Hm, nachdem ich das gebloggt habe, wahrscheinlich nicht mehr.

Ubuntu

[Update] Etwa zweieinhalb Stunden später war alles fertig. Einmal blieb das Upgrade stehen, ein apt-get -f install musste helfen. Danach dann ein weiteres Mal apt-get dist-upgrade, und alles war gut. Unbedingt zu beachten sind die Hinweise zu den Sprachanpassungen im UbuntuUser-Wiki.
Sehr eindrucksvoll ist das neue Anwendungen hinzufügen-Programm, so smooth habe ich das noch bei keinem Linux gesehen. Einfach auswählen, hinzufügen, dann wird installiert und das Progrämmchen sagt dem Anwender noch, wo im Menü das Programm zu finden ist. Vorbildlich! Mal schauen, was noch alles so im neuen Ubuntu steckt.

Item Nº 2398

LinuxTag nach Wiesbaden?

Pro-Linux vermeldet den Umzug des LinuxTags von Karlsruhe nach Wiesbaden. Da kommt er also in meine Nachbarschaft, aber irgendwie bin ich schon wieder destruktiv. Der LinuxTag passt zu Karlsruhe, aber nicht zu Wiesbaden. Wenn ich in der Meldung das Gebrasel von z.B. »Synergieeffekten« (ich bin da allergisch, so ein Gewäsch begleitet mich den lieben langen Tag …) lese, frage ich mich, ob die Veranstaltung auf einem guten Weg ist …

Auf der Linuxtag-Website gibt es dazu noch nichts zu lesen, ich bin gespannt ob der LinuxTag wirklich ausgerechnet nach Wiesbaden zieht.

[Update] Siehe auch: »LinuxTag nach Wiesbaden!«

Item Nº 2397

Ubuntu »Breezy Badger« ist da!

Pünktlich sind sie ja: Version 5.10 »Breezy Badger« des besten Desktop-Linux von allen, Ubuntu, wurde pünktlich am heutigen 13.10. frei gegeben. Am virtuellen Kühlschrank der Ubuntu-Community hängen lauter Zettelchen und Bildchen dazu, z.B. die Geburtstagstorte der Ubuntu-Spezialversion für Schulen, Edubuntu. Und auch das KDE-Ubuntu kubuntu wurde frei gegeben. Glückwunsch!

Am Wochenende werde ich vom bestehenden Ubuntu ein Image ziehen und dann kommt der Moment der Wahrheit, ein Upgrade des laufenden Systems. Ich bin gespannt!

Beate macht das Upgrade natürlich ohne vorheriges Image, ui ui ui, kann ich da nur sagen. ;-)

Item Nº 2396

»Well, what's wrong with a little destruction?«

Manchmal entdeckt man Sachen, die kann sich kein Satiriker ausdenken. Politikwissenschaftler Gerd Strohmeier hat sich für die Bundeszentrale für politische Bildung über Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg und ihre schwerwiegenden Auswirkungen auf die kindliche politische Sozialisation hergemacht. Und schlimme Dinge entdeckt (Zitat): »Politiker sind in den Hörspielen grundsätzlich lächerliche und inkompetente Figuren, die faul, reich, geld- und machtgierig, verschlagen, am eigenen Wohl orientiert sowie unfreundlich, unmenschlich und unbeliebt sind.« Öhm, nun ja, ich würde das eher einen schonungslosen Realismus nennen. Und die arme Wirtschaft wird natürlich auch wieder nicht ausreichend verstanden und gewürdigt (ebd.): »Die Wirtschaft wird durch Herrn Schmeichler sowie durch verschiedene andere Akteure, wie z.B. Ulrich Umsatz oder Bankdirektoren, repräsentiert, die in einigen (wenigen) Geschichten vorkommen. Ihnen gemeinsam ist, dass ihnen Geld sehr viel bedeutet und ihnen beinahe jeder Weg recht ist, um an Geld zu kommen.« Tja, was soll man sagen? ;-) Muss man denn die armen Kinder schon so früh mit der grausamen Realität konfrontieren? Da helfen dann auch keine Kampagnen mehr, womit sich der Kreis schliesst und es klar ist: All’ diese Typen haben in ihrer Jugend zuviel Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg gehabt und sind deshalb so undankbar und destruktiv gegenüber den wohlmeinenden Segungen von Politik und Wirtschaft geworden. Danke, Herr Strohmeier! Sie haben das fehlende Steinchen zum großen Puzzle des Weltverständnis geliefert!

Link: Strohmeier-Interview in der SZ

Item Nº 2395

»All the things that bring the idiots joy«

Apples »One more thing«-Events waren auch schon mal besser. Wer um alles in der Welt will sich denn auf einem sonderbriefmarkengroßen Schirmchen Videoclips anschauen? Oder all’ den Müll, der sich auf den ca. 300 Kanälen meines digitalen Sat-Receivers täglich durch den unschuldigen Äther quält, auch noch im iTMS kaufen oder downloaden oder was weiß ich? Oder gar Videoclips von irgendwelchen hampelnden Dödeln für 1,99 Dollar kaufen und dann auf dem winzigen Dingen gucken? Verstehe ich nicht.

Ich hoffe doch sehr, dass es nächstes Jahr nach dem großen Switch auf die Virenschleuder-Plattform zur Abwechslung mal ein paar anständige Rechner von Apple gibt statt dieses immer sinnfreier werdenden multimedialen Gedöns …

Item Nº 2394

»Just because you like to destroy«

Danke, SPD! In einem Nachnahme-Paket, auf dem »Schröder« stand, steckten letztendlich Merkel und Stoiber drin. Es erstaunt, dass in der professionellen Publizistik noch niemand problematisiert hat, ob das denn den SPD-Wählern gegenüber fair ist. Und dann diese Ministerriege. Das kleine dicke Gabriel wird Minister! Warum nicht gleich noch den unsäglichen Kurt Beck dazu?

Es zeigt sich wieder einmal deutlich, dass die SPD nicht wählbar ist. Aus falsch verstandenem Pflichtbewusstsein eine kühle Macht-Technokratin ohne Vision zur Kanzlerin zu machen, ist keine gute Idee. Ich hoffe, sie bekommen dafür bei den nächsten Landtagswahlen die Quittung!

Item Nº 2393

»Some say you're trouble, boy«

Alp stellt die These auf, dass an der im Handelsblatt geäußerte Behauptung des “Du-bist-Deutschland”-Oberkampagneros Michael Trautmann (»Mit dem negativen Feed-Back bei den Weblogs haben wir gerechnet. Die sind immer destruktiv.«) (Zitat) »mehr Wahrheit dran [ist], als es so manchem Blogger lieb sein dürfte«. Gerade bei der Kampagne stimmt das nicht, ich finde die Blogosphären-Reaktionen sogar noch recht gemäßigt. Ob dieser Propaganda-Offensive, in der Ellebogen-Gesellschaft Wir-Gefühl zu verordnen, fällt mir nicht mal mehr ein Bildchen ein. So etwas nennt man in der Fachsprache Propaganda. Heute lässt man die halt nicht mehr von Leni Riefenstahl, sondern von den »glattgekämmten« Profis bewerkstelligen, denen es einerlei ist, ob sie Joghurt oder »deutsches Mut machendes Wir-Gefühl« in die medialen Massen transportieren. Aber egal, das Thema ist durch …

Destruktiv!

Aber dass Blogs destruktiv sind, stimmt natürlich. Egal ob Klingeltöne, Value-Added-Software mit integrierten Produktinformationen oder lustige Quiz-Profi-Blogs (»Wer findet am schnellsten die drei Zeilen Content zwischen Google-Ads und blinkenden Affiliate-Bannern«), nichts kann man denen recht machen. ;-)

Darum rufe ich nun den »Abend des besonders destruktiven Bloggens«, kurz AdbdB, aus. Zur ersten Strophe des Songs The Fallen vom grandiosen fantastischen neuen Album von Franz Ferdinand (Mist, das war jetzt nicht destruktiv!) wird destruktiv gebloggt, was das Zeug hält! Stoff gibt es ja genug! ;-)

Wer mitmischen will: Einfach Eintrag mit AdbdB taggen!

Item Nº 2392

Taggen ist eine Kunst

Die nicht jeder beherrscht. Die Theorie ist einfach: Man vergibt für einen Link, ein Bild, einen Blogeintrag ein Schlüsselwort, auf Web-2.0-Neusprech »Tag« genannt. Und die Gesamtheit aller Tags zu einem Thema bündelt in der Wüste Internet die Information in relevante Kanäle, gesteuert aus der kollektiven Intelligenz des taggenden Personals vor dem Rechner.

Das ist aber nicht so einfach wie es scheint. Werfen wir zum Beispiel einen Blick auf die delicious-Links zum Tag Wiki. Diese Seite wäre eine logische Anlaufstelle, wenn sich jemand über welche Aspekte auch immer von Wikis informieren möchte. Darin befinden sich aber auch zahllose Seiten, die zwar in einem Wiki gefunden wurden, aber mit dem Thema Wiki nichts zu tun haben. Trotzdem wurden sie mit Wiki getaggt. Das ist meines Erachtens falsch. Wenn ich diese Wikipedia-Seite taggen würde, so würde ich die Tags Titmouse, Vögel usw. verwenden. Aber nicht Wiki. Machen die Leute aber trotzdem. Die Lehre daraus: Traue nicht der scheinbaren kollektiven Intelligenz der taggenden Massen. Und: Tags sind nicht der Königsweg zur Strukturierung der Informationsflut.

Item Nº 2391

Shuttleworth am Abend

»I have no interest in taking Ubuntu to join the proprietary software industry, it’s a horrible business that is boring and difficult, and dying out rapidly anyway.« Sagt Mark Shuttleworth auf seiner persönlichen FAQ-Seite im Ubuntu-Wiki. Ziel: »Fixen« des Ubuntu-Bug-Nr.1. Hehres Ziel!

Übrigens: Am 13. Oktober erscheint lt. Plan die nächste Ubuntu-Version »Breezy Badger«.

Item Nº 2390

Mercedes-Gedudel

Mir ist ja wirklich schleierhaft, wieso die Leute immer ob des grausigen seelenlosen Mercedes-Gedudels so enthusiasmiert sind. Als Hintergrundmusik beim Essen oder Staubsaugen, oder als Fahrstuhlmucke, okay. Aber das ist doch keine Musik zum Zuhören. Dieses daherplätschernde Geklimper. Reines Handwerk, wo Kunst gefragt ist. Der Soundtrack für das Zeitalter der Unverbindlichkeit und der Oberflächlichkeit.

Item Nº 2389

NewsGator kauft NetNewsWire

Oh nee! NewsGator kauft NetNewsWire: »NewsGator Technologies, Inc., the leading RSS platform company, announced today that it has acquired NetNewsWire, the leading RSS reader for Mac OS X. NewsGator also announced that NetNewsWire will integrate tightly with the NewsGator Online synchronization platform. [...] As part of this deal, existing NetNewsWire full-version customers will receive a free 2-year paid subscription to NewsGator Online. More details will be announced with the next release of NetNewsWire, which will include advanced features and functions from NewsGator Online.« Das will ich aber gar nicht. NewsGator kann mir gestohlen bleiben.
Anlässlich des Aufkauf von FeedDemon durch NewsGator schrieb ich einst: »Als Mac-User kann man nur hoffen, dass NetNewsWire nicht den selben Weg gehen wird.« Und nun passiert genau das. Die vorzügliche Integration des NetNewsWire mit Bloglines wird dann sicher zu Gunsten der Integration mit NewsGator abgelöst. Also, Zeit sich nach einem neuen RSS-Reader umzusehen …

Item Nº 2387

Feiertags-Langeweile

Nein, nicht ich. Hey, ich bin Blogger, die langweilen sich nie. ;-) Aber andere Leute. Es fällt immer wieder auf, wie an Feiertagen, insbesondere an solchen mit mäßigem Wetter, Leute die alten Archive von Weblogs durchwühlen und über uralte-Referrer hier einfallen. Wie jenes Individuum aus der Schweiz, welches immer wieder auf dieses und jenes herausragende Produkt meiner geistreichen Blogkunst klicken musste, um es glauben zu können, was es dort auf dem Schirm sah …

Werft mal einen Blick in die Statistik (ach, was sage ich, macht Ihr doch eh ständig ;-)) , Feiertage sind jene mit dem höchsten Traffic von Referrern aus uralten Weblogeinträgen. Was sagt uns das?

Item Nº 2386

Borussia-Freuden

Diese Tabelle dokumentieren wir hiermit für die Nachwelt, wer weiß schon so genau was danach kommt. ;-) Nach einem etwas wackeligen Erfolg über Mainz 05 steht der VfL auf Rang 6 in der Bundesliga. Man mag als leidgeprüfter Anhänger von Borussia Mönchengladbach der ganzen Sache noch nicht so ganz trauen, aber im Moment ist das ein ganz anderes Borussia-Gefühl. Endlich muss man mal nicht ängstlich gen Abstiegsränge schauen, auch wenn das Gekicke auf dem Rasen mit dem Tabellenplatz noch nicht so gut mithalten kann. Hübscher kleiner Nebeneffekt: Der VfL hat in der ewigen Bundesliga-Tabelle den Fahrstuhl-Klub aus der rheinischen Stadt mit der schmutzigen Bahnhofs-Kirche überholt.

Ganz trauen kann man auch nicht der Technik. Da sitzt man im Stadion und denkt man hätte gemoblogged, aber in Wirklichkeit hat man nur Fehlermeldungen produziert. Eine Inkompatibilität eines der wie immer halbgar zusammengewi…ten Textpattern-Plugins mit PHP5 verhinderte den Moblog-Erfolg. Die Bilder wurden zwar nach Flickr, aber nicht ins Weblog übertragen. Ne ne ne, wenn man nicht alles selbst programmiert, und das bei solch’ einem bedeutsamen Premium-Content. ;-)

So kann man denn in diesen Zeiten wohlgemut sagen: Mein Freund ist aus Leder!

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