das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - April 2005

Item Nº 2232

Hoary Hedgehog, oder: Ein Linux auf die Platte bügeln!

Letztes Wochenende begab es sich, dass ich meinen PC und das Notebook der Liebsten, letzteres auf den liebevollen Spitznamen »die Virenschleuder« lauschend, mit einer aktuellen unproblematischen debianesken Linux-Distribution versehen wollte.
Bisher lief mein PC unter Gentoo. Damit war ich auch stets hoch zufrieden, aber die ewige Kompiliererei bei jedem Update ging mir nun doch ein wenig auf die Nerven, zumal ich den Linux-PC eher selten benutze und das Linux zumeist lediglich der Netzwerk-Wrapper für die Backup-Festplatte ist, auf der die Daten meines Powerbooks gesichert werden. (Aber ich habe natürlich ein Image des Systems erstellt, falls der Verzicht auf Gentoo mich doch reuen sollte. ;-)) Und ich wollte es einheitlich haben, fast alle Server, mit denen ich zu tun habe, laufen auf Debian. Und ich wollte eine aktuelle Distri, um die neuesten Spielzeuge stets zeitnah verfügbar zu haben.
Bei dem Notebook war das Ziel, die Hardware ohne große Fummelei zu erkennen, um Power-Management und WLAN zu ermöglichen. Neben diversen bei mir herumfliegenden Knoppixen waren Debian sarge, Aurox (steht im Ruf, besonders gut mit Notebooks zusammen zu arbeiten), Kanotix und Ubuntu im Rennen. Das Kanotix und Ubuntu just an diesem Wochenende mit neuen Versionen heraus kamen, war purer Zufall.
Nach diversen Tests in einer VMWare-Umgebung und mit Live-CDs entschieden wir uns schließlich für Ubuntu. Auf dem PC lief es unproblematisch, aber auf dem Notebook bewahrheitete sich wieder einmal der Eindruck (der nicht nur der meinige ist, vgl. The Tao Of Mac: Laptop Linux, Revisited), dass Linux auf dem Notebook einfach nicht mit vertretbarem Aufwand zum Arbeiten zu bringen ist. Mit zum Arbeiten bringen meine ich, dass mindestens die unter Windows übliche Funktionalität des Geräts vorhanden ist. Insbesondere die (durchaus gängige) WLAN-Karte funktioniert überhaupt nicht, auch nicht nach dem ich mich mit grotesken Spielereien mit Ndiswrapper-Modulen und solchem Zeug eingelassen hatte. Ich fühlte mich schon wie ein junger Gott, als nach diversen Kernel-Modul-Spielereien tatsächlich die LED auf der WLAN-Karte leuchtete. Fazit, von The Tao Of Mac schön formuliert: »Want Painless Laptop UNIX? Get a Mac – For Now«

Davon abgesehen, Ubuntu Linux »The Hoary Hedgehog« gefällt mir sehr gut, auf dem PC läuft es ganz ausgezeichnet, bisher gab es auch keine Probleme mit den Paketen aus Universe. Die Software ist topaktuell, und das System gehorcht der (mir) geläufigen Debian-Logik. Feine Sache!

Mehr zum aktuellen Ubuntu-Release:

Item Nº 2231

In den Zeiten des sparsamen Bloggens

Tach! Während dee noch immer kein Comeback gegeben hat, in den US of A mit der Pro-Bloggers Association ein Verband für professionelle Weblogger gegründet wurde (via Webmaster Blog), die BlogInitiativeGermany (Toller Name! ;-)) nach Papieren zu Praktiken des Bloggens fragt, mit Typo ein erstes Weblog-System in der neuen Modetechnologie Ruby On Rails das Licht der Welt erblickt hat, sogar things magazine mal wieder eine Runde bloggt, und Gerrit mit Loudblog ein Weblog-System speziell für Podcasts vorgestellt hat, ist in diesem kleinen Weblog ein wenig Ruhe eingekehrt. Ich glaube, 10 Tage Blogpause ist außerhalb von durch Reisen bedingter Absenz im Netzbuch noch nicht da gewesen. Aber so ist das halt manchmal, man lebt ‘ne Runde oder zwei und kommt partout nicht zum Verkünden von gebloggten Weisheiten.

Hier im Netzbuch wird auch in den nächsten Wochen ein wenig ruhiger sein. Oh, die Roadmap, na klar, wir brauchen ‘ne Roadmap, nix läuft ohne Roadmap. Also, die Roadmap ist die:
Ablösung von Textpattern als tragendes System des Netzbuchs durch die weiland einmal angerissene Wiki-Eigenentwicklung, die sich im Laufe der Entwicklungszeit zu einer Synthese aus Wiki und Weblog entwickelt hat (dazu dann beizeiten mehr). Und ein neues Design ist auch geplant, und das Ganze soll um den 7. Mai herum fertig sein, dem Netzbuch-Geburtstag, um den herum stets der alljährliche Designwechsel statt findet. Wir werden sehen, ob das klappen wird …

Item Nº 2228

Utensil des Tages: Der Regenschirm

»Can it be possibly believed, by the present eminently practical generation, that a busy people like the English, whose diversified occupations so continually expose them to the chances and changes of a proverbially fickle sky, had ever been ignorant of the blessings bestowed on them by that dearest and truest friend in need and indeed, the UMBRELLA?« (William Sangster, s.u.)

Heute regnet es ordentlich, zumindest in Hessen! Und wenn es regnet, und man eine exorbitante Benetzung des eigenen Körpers mit dem sauren Regen (Was macht der überhaupt, lange nix mehr von gehört, gibt es den überhaupt noch? Stoff für einen weiteren Artikel ;-)) bei aus monetären Gründen erforderlichem Verlassen überdachter Lokalitäten vermeiden möchte, hat man nur zwei Alternativen:

  1. Eine höchst infantile Oberbekleidung mit Kapuze über dem Haupthaar anzulegen.
  2. Einen Regenschirm benutzen.

Die meisten erwachsenen Menschen werden Option 2 bevorzugen. Wie ich heute. Und während ich so beschirmt daher laufe und mich den üblichen manischen Gedanken hingebe (»Wie viele Regenschirme gibt es wohl auf der Welt?«), kommt eine bohrende Frage auf: Wer hat wohl den Regenschirm erfunden?

Der Schirm als solcher war zunächst ein Sonnenschirm, wie archäologische Funde von Steinreliefs aus frühen afrikanischen Hochkulturen, auf denen äthiopische Prinzessinnen auf ihren Wagen von hohen Schirmen geschützt abgebildet sind, belegen. Darum heisst der Schirm bei den Briten auch »Umbrella«, von »umbra«, lateinisch für kleiner Schatten. Zum Regenschirm wurde der Schirm erst im Europa des 16. Jahrhunderts, ein Brite namens Jonas Hanway wurde im 18. Jahrhundert berühmt (und ausgelacht), weil er als einer der ersten Männer mit einem Schirm herum lief. Aber bei den Briten kam er als Utensil des Gentleman schnell in Mode, das erste (und noch heute existente) Regenschirmgeschäft der Welt, »James Smith and Sons«, eröffnete 1830. 1852 bekam der Regenschirm ein Stahlgestell und wurde tragbarer (vom Gewicht her), und in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erfand der Berliner Hans Haupt den zusammenfaltbaren tragbaren Regenschirm und gründete die Firma Knirps.

Literatur zum weiteren Problematisieren:

Item Nº 2227

Das dünne Eis freier Projekte

Wenn man auf freie Projekte setzt, kann man unter Umständen auf sehr dünnem Eis stolzieren. Beim Debian-Projekt hat ein Server die Grätsche gemacht, was zur Folge hat, dass ich seit Tagen bestimmte Pakete nicht bekommen kann. Und ich bräuchte dringend die Subversion-Pakete für Woody. Wie kann man einen Server auch ausgerechnet nach ihm benennen. ;-)

Es ist schon ein Kreuz. Debian ist genial, hängt aber am seidenen Faden der Erreichbarkeit, SuSE saugt, RedHat sowieso, Gentoo ist zu mühsam für richtige Server – was soll man bloß nehmen?

Nachtrag: Ganz einfach, man macht das wie ein richtiger Mann, lädt sich die Sourcen herunter und kompiliert alles selbst. Brandneues Subversion mit Apache-Modul. Und die ganzen halbgaren Bastelserver freier Projekte können einem fortan gestohlen bleiben. ;-)

Item Nº 2225

Schock am Abend, oder: Wie man einen iPod-Reset durchführt

Gestern, verehrte Zielgruppe, war ich am Ende. Aber völlig! Ich stehe im Frankfurter Feierabendverkehr in der S-Bahn, höre Adam Green (in S-Bahnen muß ich gerade ständig Adam Green hören, ich finde, Adam Green macht klassische S-Bahn-Musik), plötzlich ist Stille auf den Ohren. Wie kann das sein, mitten im Stück, mit vollem Akku?
Ich dachte, ich hätte den Kopfhörer rausgezogen, schaue mir in einer stillen Ecke den iPod an, und muß konstatieren, dass der kleine weiße Liebling einfach mitten im Abspielen eingefroren ist. Auf keinen Knopf mehr reagiert. Akku kann man nicht rausnehmen, Reset-Knopf gibt es auch keinen. Na klasse! Kaputt! Mein Leben – ohne Sinn!

Und natürlich, später am Abend, S-Bahn ohne iPod. Mit vollem Programm, das ganze Arsenal des Übels des Nahverkehrs: Kinderschreien, kichernde junge Damen, lautstark diskutierende krasse Jugendliche, klingelnde Mobiltelefone – und kein akustischer Eskapismus möglich!

Wieder daheim, direkt an den Computer, die Rettung: »How to reset an iPod«. Für die Akten, die Prozedur:

  1. iPod an den Strom (per Firewire/USB oder Netzteil) anschließen
  2. Hold – Schalter ein bißchen an- und ausschalten
  3. Play/Pause und Menu gleichzeitig gedrückt halten
  4. Der Apfel erscheint auf dem Display
  5. Alles wird gut. :-)

Nun spielt er wieder, das wichtigste Utensil für den ÖPNV-Pendler, das je geschaffen wurde …

Item Nº 2224

Päpstliches

1. Exakt das, was Mario in »Opa erzählt vom Krieg« schrieb, hätte ich auch schreiben können. So isses. Damals, 1978, war der Bildschirm schwarz, es stand nur trocken “Der Papst ist tot” auf dem Schirm, klassische Musik ertönte, stundenlang. Ein einschneidendes mediales Erlebnis.

2. Und schon damals, mit 13, der Gedanke, der auch heute noch im Kopf herumspukt: »Hm, also, gesetzt der Fall, ich wäre Katholik, und der Tod des Papstes würde mich schwer Depri machen, könnte ich da nicht meiner Trauer Ausdruck verleihen, indem ich den Fernseher einfach ausschalte? Warum also muß ich durch Programmänderungen und ausgefallenes Entertainment zwangsweise mittrauern? Das alte Männer sterben, ist eine bedauerliche, aber unausweichliche Tatsache, und eine emotionale Bindung an die vatikanische Gekreuzigtensekte habe ich nicht einmal ansatzweise. Warum also soll ich jetzt trauern statt Fußball zu gucken?« Aber dazu bin ich wohl zu dumm, um zu verstehen, warum ich als Zuschauer einfach mittrauern muß, und mir schlaue Leute vom Fernsehen, die gebildeten Journalisten, alle viel schlauer als ich, die Entscheidung darüber abnehmen …

3. Es gab Zeiten, da hätte ich es nicht für möglich gehalten, einen solchen Artikel in einer Publikation zu lesen, über der »Spiegel« geschrieben steht. Klerikal sein ist jetzt wohl auch in Hamburg modern geworden. Aber von wegen »Spiegel und liberal«, das galt wohl einmal in den alten Zeiten, als FJS noch lebte. Man muß ja in diesen Zeiten fast schon Sabine Christiansen als Verteidigerin der Aufklärung feiern …

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