das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - March 2005

Item Nº 2223

Wordpress.org als Suchmaschinenspammer

Na, das ist doch mal etwas, was unsere amerikanischen Freunde einen interesting read nennen: Unser knuddeliger lieber OpenSource-Darling (als Antipode zum bösen kommerziellen MT, wer erinnert sich nicht an die Wechselwelle weiland, als das neue MT-Lizenzmodell bekannt wurde) WordPress (erstmals kam nun rel=”nofollow” zum Einsatz) hat einen schmutzigen Nebenjob als so genannter Suchmaschinenoptimierer, wie Andrew Baio entdeckt hat und in seinem Weblog ausführt. Der durch zahllose Powered by WordPress-Links exorbitant hohe Pagerank von wordpress.org wurde mit ca. 120.000 Pseudo-Artikelseiten mit beliebten Suchmaschinenspammer-Stichworten wie mortgage, debt oder diabetes und dazu passenden Ads ein wenig versilbert.

WordPress hat als OpenSource-Projekt seine Unschuld verloren. Ich halte so etwas nicht für akzeptabel.

Item Nº 2221

Feinstaub

Das Wort der Stunde ist zweifellos Feinstaub, und ein feiner Staub legt sich auf eine Debatte über Fahrverbote. Die Gefahren werden sowieso übertrieben dargestellt, lässt sich ein Umweltmediziner von tagesschau.de zitieren: »Der Stuttgarter Umweltmediziner Rainer Dierkesmann relativierte Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach es in Deutschland pro Jahr bis zu 14.000 ‘Feinstaub-Tote’ gebe. Durch die Partikel würden «vorwiegend mehr kranke Menschen etwas früher sterben, als sie sonst sterben würden”, sagte er der vom Auto Club Europa (ACE) herausgegebenen Zeitschrift ‘Lenkrad’.« Und das ist ja nun wirklich kein Grund, die Dreckschleuder stehen zu lassen …

Was mich wirklich ärgert: Seit Jahren wird ein Riesen-Geschiss um die ach so schlimmen gesundheitlichen Auswirkungen jeder Zigarette gemacht, während wir mit in der gleichen Zeit mit Tonnen von giftigem Feinstaub vergiftet wurden. Aber das Auto ist der deutsche ideologische Fetisch schlechthin, es muß rollen, da wird dann auch halt mal ein wenig gegen EU-Recht verstoßen. Wenn eh nur ein paar Kranke ein bißchen früher sterben, macht doch nix, spart auch Geld für die Krankenkassen …

Item Nº 2217

Ostermarsch in Düsseldorf

Das Osterwochenende habe ich im Westen verbracht und bin ein bißchen durch meine Geburts- und Heimatstadt Düsseldorf geschlendert. Vor dem alten Schloßturm fand sich dieser traurige Rest der einst stolzen Ostermarsch-Bewegung ein und versammelte sich unter Fahne der PDS vor einer Bühne, auf der eine voluminöse Dame merkwürdige Friedensweisen aus den 60er- und 70er-Jahren gröhlte sang. 750 Teilnehmer sollen es gewesen sein, ein großer Teil davon war wohl schon in die benachbarte Altstadt abgezogen, als dieses Foto entstand … Was aber wohl eine Frage der Motivation ist, denn beim Ostermarsch gegen das Bombodrom gab es mehr als 10.000 Teilnehmer.

Wikipedia: Ostermarsch

Item Nº 2216

Telefonier- und Kommunizier-Vision

Martin experimentiert mit Skype-VoIP-Spielzeugen. Insbesondere die Jyve-Card ist eine kühle Sache. Nur: Neben Festnetztelefon@Home, Mobiltelefon privat, Festnetztelefon@Work, evtl. Notfall-Mobiltelefon@Work mit all’ ihren Ruflisten und Voice-Boxen einen weiteren Plagegeist anschaffen – ne, muß nicht sein. Meine Vision vom Telefonieren (genauer: Kommunizieren! Die uns im wohlbegründeten kommerziellen Interesse der Dienstanbeiter anerzogene Unterscheidung der Kommunikationsmethoden nach ihren Anbietern wird fallen müssen!) der nahen Zukunft (auch davon hatte es Martin übrigens kürzlich):
Eine Nachrichten-Station wie die Jyve-Card. Aber klüger. Sie weiß, wann ich online erreichbar bin, schlägt Kommunizierwütigen den gerade gangbaren Weg vor. Dazu ein Telefon, dass ebenfalls weiß, wenn ich im Büro oder @Home im Internet bin und dann Skype (oder wer auch immer VoIP gerade anbietet) benutzt, ansonsten ein normales Mobilfunknetz. Kostentransparent und verläßlich, ohne dass ich groß rummachen muß. Das Telefon und die dahinter stehende Applikation wechselt auch auf Knopfdruck die Rollen, eine Taste und ich bin Privatmann und Business landet auf »Halde«. Ziel: Ein Gerät, eine zentrale Messaging-Applikation, die private und geschäftliche Kommunikationswege koordiniert, unabhängig vom Anbieter, und intelligent auf die Netzsituation reagiert (damit die »Ich liege halbtot im Treppenhaus und mein DSL geht gerade nicht und ich kann keinen Krankenwagen rufen.«-Situation gar nicht erst eintreten kann). Naja, man wird ja mal träumen dürfen … ;-)

Item Nº 2212

Allgegenwärtiger Zufall

Ein Nachtrag zum Berlin-Trip vorletzte Woche. In Berlin kann man der Apple-Werbung für den iPod shuffle nicht entrinnen, sie ist quasi allgegenwärtig, egal ob quadratmetergroß an Häusern oder als leuchtende Dekoration am Bauzaun. Das habe ich in Wiesbaden oder Frankfurt bisher noch nicht gesehen, die hippe Zielgruppe ist wohl nur in Berlin verortet. Die Bilder wurden übrigens aus einem fahrenden Bus aufgenommen und sind daher ein bißchen merkwürdig. Überhaupt, der Zufalls-Modus. Darüber hatte ich kürzlich schon einmal problematisiert. Man kann mit einiger Plausibilität die These vertreten, dass die Reihenfolge eines musikalischen Gesamtwerkes, eines Album, oder gar eines Mixtapes, eine Rolle spielt und mit Bedacht so gewählt wurde. Somit zerstört das zufällige Abspielen von Stücken, in einer Reihenfolge, die ein Algorithmus sich mit der ihm eigenen kalten Computerlogik »ausgedacht« hat, einen Teil des Gesamtwerkes. Liebevoll zusammen gestellte Mixtapes werden obsolet, da die Beschenkten selbiges in ihre digitale Zufallsmaschine werfen. Symptomatisch die Erfahrung von MP3-Blogger calistan: »I’m wounded. I made a mix CD for a good friend for her birthday and I sent her an email last week asking if she liked it. Her response was, “I’m a bad friend, I haven’t gotten around to putting it in my IPod yet so I haven’t been able to listen to it.”
Wrong answer. I once predicted a relationship was headed for ruin the day I saw a mix tape I made for a girl on the floor of her car covered in mud. It was like reading the bones.«
Ich kann mir das lebhaft vorstellen, wie der arme Kerl an der Reihenfolge der Stücke gefeilt hat, die Dramaturgie des Mixes immer wieder umgeworfen hat, nur um dann so eine Antwort zu bekommen. Harte Zeiten, um eine Message musikalisch rüber kommen zu lassen. ;-)

Item Nº 2214

Happy Birthday, Mac OS X!

Am 24. März 2001 wurde die erste Version von Mac OS X mit dem Namen Cheetah veröffentlicht. Veerle blickt zurück auf vier Jahre OS X. Auf Cheetah folgten Puma, Jaguar und Panther, und 10.4 Tiger steht vor der Tür. In den vier Jahren hat Apple eine Menge Entwicklungsarbeit geleistet. In nur vier Jahren, wenn man bedenkt, dass das aktuellste ;-) Betriebssystem aus Redmond Baujahr 2001 ist …

Item Nº 2213

Weblog für einen Tag

Ein Weblog für einen Tag: »Weltweit 24.Maerz«. Reporter dokumentieren den Alltag von Menschen in aller Welt einen Tag lang, in Texten und Tönen. Zitat: »Was bewegt die Bankerin in London, was treibt den Friseur in Buenos Aires um, wie gestaltet die Köchin in Lima ihren Alltag, was erhofft sich ein Straßenverkäufer in Nairobi, was erwartetet ein Geistlicher in Teheran, was treibt ein Kindermädchen in Paris oder eine Näherin in Bombay um? Reporter befragen sie und andere Menschen nach ihren Lebensumständen, nach Ihren Plänen und Hoffnungen und nach dem, was sie gerade tun: Weltweit – am 24. März 2005.«

(Gefunden im gerade neu gestalteten Pixelbrand)

Item Nº 2210

TV-Tipp: Robert Capa, Kriegsfotograf

Mal wieder ein TV-Tipp: Das 3. Programm des rbb zeigt heute (Mittwoch, 23.3.05) um 23:30 den Dokumentarfilm »Robert Capa – Kriegsfotograf«. Was gut zur Robert Capa-Retrospektive in Berlin passt. Für alle Fotografie-Fans: Guckbefehl!

Item Nº 2209

Weblog-Tag in der FR

Überraschung bei der Lektüre der Morgenzeitung in der Bahn: Die Frankfurter Rundschau hat heute ihren großen Weblogtag. Mario Sixtus liefert mit »Ohne Filter« eine Einführung in die Thematik, Monika Porrmann berichtet in »Das bloggst du aber nicht, oder?« über ihr Doppelleben als FR-Redakteurin und Bloggerin, und Thomas N. Burg verrät in einem Interview, wieso Blogs die Kommunikation fördern und äußert sich zum Modethema »Weblog vs. Journalismus«: »Der Vergleich von Weblogs und Journalismus mag sich zunächst aufdrängen, doch im Kern geht es doch darum gar nicht. Es gibt natürlich Weblogs, die einen journalistischen Anspruch haben. Das ist aber eine absolute Minderheit. Ich glaube, Weblogs sind ganz einfach Hilfsmittel, um die Kommunikation zwischen Menschen zu erleichtern und die Kommunikationsfrequenz zu erhöhen. Das heißt, mehr Menschen können, wenn sie es wollen, miteinander in Kontakt treten – auf viel leichterem Weg.« Und zusätzlich gibt es noch eine Linkliste mit Blogs, Blogtools und Blogdienstleistern. Fazit: Berichterstattung über Weblogs in den sogenannten normalen Medien muß nicht zwangsläufig so aussehen, sondern kann sogar lesenswert, kompetent und einfach gut sein …

Item Nº 2205

Bloggende OpenBCler in Stuttgart

Oliver bloggt live vom OpenBC-Treffen in Stuttgart und stellt einige der Anwesenden vor. Ein herzlicher Gruß aus der hessischen Landeshauptstadt in jene von Baden-Württemberg. Ich hoffe, Ollis blog-missionarische Tätigkeit ist von Erfolg erfüllt und die latente Infektionsgefahr des Blogvirus schlägt wieder einmal zu – vielleicht lesen wir einige der Anwesenden demnächst in ihrem eigenen Blog …

Aber ein Fluch ist dieses digitale Zeitalter ja irgendwie schon, ich wollte mich gerade nach einem Termin zum Kuscheln am Paschmina-Schal erkundigen… ;-)

Item Nº 2204

Camino - Mozilla Power, Mac Style

Der meiner unmaßgeblichen Meinung nach weltbeste Browser für Mac OS X, Camino, hat sich webauftrittsmäßig von der Mozilla Foundation emanzipiert und residiert fortan, seiner Bedeutung als eigenständiges Projekt innerhalb der Gecko-Familie entsprechend, auf einer eigenen Site: CaminoBrowser.org (via mozillaZine).

Übrigens, die Kommentatoren im mozillaZine, welche die Meinung vertreten, Camino sei überflüssig, man solle sich lieber auf Firefox für OS X konzentrieren, haben sicher noch nie mit dem Firefox unter OS X gearbeitet. Schlimmer noch als sein »un-mac-iger« Style ist seine Angewohnheit, das (zumindest aus dem Fundus von mir benutzter Anwendungen) crash-anfälligste Programm für OS X überhaupt zu sein. Viva Camino!

Item Nº 2203

Problematisch!

Ich wusste plötzlich nicht mehr, wie man bloggt! Einfach weg! Es war wohl ein psychosomatischer Schock. Ich hatte mich in die Abgründe des verschärften Weblog-Problematisierens begeben, als sich plötzlich alles um mich drehte und ich Stimmen im Abendwind hörte. Sie flüsterten,schrien, sangen, in einem großen Chor vereint mit dem Rauschen der Blätter, steinerne Probleme vor sich her tragend, immer lauter werdend, ständig Don-Patalong-Sixtus-Podcast-Spiegel-ITW-Journalisten. Ich wälzte mich auf dem Boden, die Hände auf die Ohren gepresst, aber das Crescendo des Problematisierens ließ meinen Kopf erklingen wie ein Trommelwirbel, immer und immer wieder: Don-Patalong-Sixtus-Podcast-Spiegel-ITW-Journalisten.
Erst ein heftiger Schlag mit dem Hinterkopf vor die nächste Wand brachte sie zum verstummen. Die Stimmen, meine ich. Ich kam wieder zu mir, aber konnte nicht mehr bloggen. Ging einfach nicht mehr. Habe mir dann letzte Nacht in einem Schnellkurs das Bloggen wieder beigebracht. Ich hoffe es geht so einigermaßen.

Item Nº 2202

Clocky, der hüpfende Wecker

Ich bin ziemlich schlimm! Ich habe eine Armada von lärmenden Weckern auf dem Nachttisch, bringe es aber trotzdem fertig, zu verschlafen. Schuld ist die auch vom Rückenmark erlernbare simple Armbewegung auf den Nachttisch zum Aktivieren der sogenannten Schlummer-Taste. Der Name ist viel zu niedlich, eigentlich müsste sie Drück-mich-nicht-oder-Du-endest-als-Hartz-IV-Kandidat-fauler-Sack – Taste heißen. Die Spezies vom MIT, immer auf der Suche nach diabolischen hilfreichen technischen Lösungen für die grundlegenden Probleme der Menschheit, haben sich auch dieses Problems angenommen und präsentieren die Lösung: Clocky. Clocky ist ein Wecker, der nach einem Druck auf die Schlummertaste vom Nachttisch hüpft und sich irgendwo im Zimmer versteckt. Klingelt er nun das nächste Mal, muß man aufstehen und das blöde Dingen im Zimmer suchen und ist dadurch so wach, dass man tatsächlich aufsteht. Genial! Oder grausam, je nach dem … ;-)

(Via futurezone)

Item Nº 2198

Radio in den Zeiten des Podcasten

Ein Programmhinweis: Heute (21.3.05) sendet der Querfunk (auch im Web zu hören) das Radio-Programm von Entropia CCC Karlsruhe, Radio Chaotica. Das Thema heute: Podcasting (via Beate).

Auf der Wiki-Seite zur Sendung finden sich einige Materialien zur Sendung. Z.B. ein Link zu einem sehr interessanten Zeit-Artikel, der zwar wenig mit Podcasting, aber viel mit der Situation der Radio-Landschaft in Deutschland zu tun hat: »Rettet das Radio!«. Es wird nicht nur in Kulturpessimismus gebadet, sondern auch gezeigt, wo in der verdörrten Wüste des Kommerzes noch zarte Pflänzchen mit interessantem Programm gedeihen. Radio mit Anspruch gegen Instant need fullfillment (ein hübscher Begriff aus dem Wörterbuch der Glattgekämmten) durch akustische Massentierhaltung: »Radio Hamburg lässt jeden aktuell gesendeten Song alle zwei, drei Wochen testen. Marktforscher rufen potenzielle Hörer an, spielen denen zehn Sekunden vor und fragen, ob sie dieses Stück noch im Radio hören mögen oder nicht. Ältere Titel, die Klassiker, werden zweimal im Jahr getestet. Nur was besteht, wird gesendet. [...] Weil in der Zielgruppe nur wenige Stücke konsensfähig sind, ist die Zahl rotierender Hits klein. Wie klein, wird nicht verraten. [...] Die industrielle Optimierung des Ohrfutters erinnert an die Massentierhaltung. Die Schweine in den Boxen nehmen’s grunzend hin, und solange im Stall niemand plötzlich das Licht anmacht, fällt auch keines tot um.«

Item Nº 2197

Wir sind nur ein Punktelieferant!

Die Aufstellung von Borussia Mönchengladbach bei der 1:2 Niederlage in Hannover, vorgestern, 26. Spieltag:
Keller – Korzynietz, Moore, van Kerckhoven, Daems – Thijs – Kluge, Böhme – Neuville, Jansen, Sverkos

Tabellenposition heute: 15., mit 28 Punkten.

Die Aufstellung von Borussia bei der 2:5-Packung in München am 26. Spieltag der vorigen Saison:
Reitmaier – Pletsch, Gaede, Strasser – Korzynietz, Hausweiler, Carnell – Ulich, Demo – van Lent, Sverkos

Tabellenposition vor einem Jahr: 14., mit 27 Punkten.

Die Mannschaft ist nach einer exorbitanten Einkaufsorgie auf neun Positionen verändert, genützt hat es aber offensichtlich nix. Jeder, der das Borussia-Trikot überstreift, wird von einer unerklärlichen Verhärmtheit befallen. Und Stareinkauf Elber hat bisher nur als Model im neuen Fanartikelkatalog geglänzt, und es ist schon Ende März. Seit 15 Auswärtsspielen haben wir nicht mehr gewonnen, und am Samstag steht das Abstiegsendspiel gegen den VfL Bochum an.

Lesen:

Mein Freund ist aus Leder! Noch! Aber nicht mehr lange, wenn das so grausig bleibt … ;-)

Item Nº 2196

Die sogenannte AIM-Überwachung

Wenn der Chefentwickler von AOLs AIM, Justin Uberti, in seinem Weblog persönlich beteuert, dass niemand bei AOL daran denkt, IM-Konversationen aufzuzeichnen, dann glaube ich ihm das einfach mal. Trotz wieder einmal unangemessen aufgeregtem verschärften Blogosphären-Alarmismus werde ich meine AIM- und ICQ-Accounts behalten, Jabber hin, Jabber her. Wenn Jabber mal anständig durch Unternehmens-Firewalls funktioniert, können wir über das Thema noch einmal reden …

Item Nº 2193

Langweilig!

Verehrte Zielgruppe! Euer reisender Hohepriester der deutschen Internet-Langeweile ist wieder im Westen angelangt. Und gleich zur Begrüßung langweilt er Euch wieder ganz furchtbar mit ‘nem Bild einer fetten Katze auf der Mauer eines Berliner Friedhofs. Boah, Katzenbilder, ist das langweilig, das passt ja! ;-)

Item Nº 2192

Capa, Kubrick und die RAF - Berliner Kulturmarathon

Den lautstark gebloggten dünkenden Ankündigungen folgten nun die Taten, in Form einer kleinen Reise in die west-sibirische Hauptstadt dieser unserer Republik nebst verschärftem extreme exhibition visiting!

Erster Programmpunkt war die Robert Capa-Retrospektive im Martin-Gropius-Bau. Zu Capa selbst habe ich weiland schon ein paar Worte geschrieben, die Retrospektive zeigt den fotografische Mythos zwischen Rauch, Staub und Tod. Ein Mann, besessen von der Idee, der weltbeste Kriegsfotograf zu sein, ging absonderliche Risiken ein auf der Jagd nach dem ultimativen Bild, wie seine Bilder von der Landung der Alliierten in der Normandie und sein ruhmloses Ende auf einer Mine in Indochina zeigen. Fazit: Für jeden Interessierten an Fotografie und Historie ein Muß, für normale Menschen, wie meine Begleiterin, zu viel Tod und Krieg.

Ebenfalls im Gropius-Bau stand dann die Stanley Kubrick-Ausstellung des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt auf dem Programm. Ein Fest für jede cineastisch angehauchte Seele, schon ein besonderes Gefühl, wenn man vor einem Original-Drehbuch steht, in dem die handschriftlichen Anmerkungen des Meisters selbst zu sehen sind. Und für die Damen erfreulich: Der Original-Umhang, den Tom Cruise in Eyes Wide Shut trug. ;-) Weitere Requisiten, wie der begehbare Computer HAL aus 2001 und zahlreiche Kostüme, Skripte und Set-Fotos machen die Ausstellung zu einer sehr kurzweiligen Reise durch das Leben und Werk des Meisterregisseurs. Fazit: Wenn’s irgend geht, anschauen!

In den Kunst-Werken Berlin findet die RAF-Ausstellung statt, die schon Monate vorher für einen Aufruhr in Kreisen moralischer Bedenkenträger sorgte: Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF-Ausstellung (frech aus der Frame-Hölle heraus verlinkt). Im dokumentarischen Teil kann man die Historie der RAF von ihren Anfängen 68 bis zur offiziellen Selbstauflösung 1998 in Original-Zeitdokumenten aus BILD, Stern, Spiegel, SZ, FAZ und tagesschau verfolgen. Im künstlerischen Teil gibt es mehr oder weniger gelungene Aufarbeitungen der Thematik aus zeitgenössischer Künstlersicht. Das Bild zeigt ein besonderes RAF-Gespinst im Hof des KW: Ein Fluggerät, dass von RAF-Mitgliedern in da Vinci-Tradition gezeichnet wurde und als Fluchtgerät geplant war, ein VW-Variant-Eigenbau Helikopter, der nach den Skizzen aufgebaut wurde. Unangenehm bei der Ausstellung: Die KW-Mitarbeiter schauen sich das Publikum an, als hätten sie von Otto Schily persönlich den Auftrag erhalten, nach potenziellen 129a-Kandidaten Ausschau zu halten. So unangenehm penetrantes Aufsichtspersonal habe ich selten in einer Ausstellung erlebt. Davon abgesehen: Eine sehenswerte Reise durch ein finsteres Kapitel der Geschichte der Bundesrepublik.

Bis morgen genieße ich nun noch Berlin, bevor es in die hessischen Lande zurück geht, schönes Wochenende!

Item Nº 2191

There goes the Neighborhood ...

Das etwas mit meiner Nachbarschaft nicht in Ordnung war, wurde mir schlagartig bewusst, als das Profile Radio mir Phil Collins (!) vorspielte. Das hätte es nicht tun sollen, niemals, niemals, niemals; so schnell hat man noch nie jemanden durch die Wohnung zum Rechner sprinten und auf Ban klicken sehen …

Apropos Nachbarschaft: Dass es dieser von mir mehr oder weniger dahin gerotzte Eintrag auf über 30 Kommentare gebracht hat, ist ein Zeichen. Die Frage ist nur: Wofür? Ich weiß nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll …

Und noch ein kleiner Hinweis für bloggende Kulturpessimisten ;-): Mein Rant hat es schon auf die erste Seite von Google gebracht. Was uns aber nicht dazu verleiten sollte, beim Bloggen eine Google-Schere im Kopf zu aktivieren. Vielmehr sollte es uns mahnen, Suchergebnisse von Maschinen immer kritisch mit dem eigenen Verstand zu werten, denn Software versteht keine Worte, sondern sortiert Zeichenmuster.

Item Nº 2183

Project C-90

Das, liebe Kinder, ist eine Musikkassette. Auf der nahm man damals, als Eure Eltern noch jung waren, Musik und sogar Daten auf. Die sequentielle Zugriffsmethode einer Kassette und der damit einhergehende zeitliche Aufwand erzog den Benutzer zu einem deutlich bewussteren Umgang mit den darauf gespeicherten Informationen. Die Generation MP3 kann nicht ermessen, welch’ ein Aufwand es was, mit der Kassetten-Rekorder-Zählwerk-Zahlen-Teiler-Methode ein bestimmtes Musikstück zu finden. Alle nur denkbaren Kassettenmarken gibt es beim Projekt C-90. Die für den Commodore findet man in der Kuriositäten-Rubrik.

Übrigens, hier im Regal stehen heute noch Musikkassetten, mit Aufnahmen von Schostakowitsch- und Mahler-Sinfonien aus der Musikbücherei Düsseldorf. Bin ich Retro!

P.S.: Sollte ich jemandes wohlverdienten Via vergessen haben, so war das keine böse Absicht, sondern ich weiß es einfach nicht mehr, wo ich das her habe. Ich möchte ja niemanden zu klagenden Elegien über die Schlechtigkeit der Bloggerkollegen nötigen. ;-)

Item Nº 2182

Kritisches Update

Ah ja, das ist ja hochinteressant! ;-) Kann ich aber nicht installieren, der Information-Overflow bezüglich dieses Updates ist zu viel für mich …

Item Nº 2181

Nieder mit Kubrick!

Gut, dass es RSS gibt! Denn so kann ich viele Weblogs im Reader lesen, und muß meinen Augen nicht diese inflationäre Verwendung des Wordpress-Templates »Kubrick« antun.

Ich kann es nicht mehr sehen! Nieder mit der visuellen Uniformität in der Blogosphäre! Fight Kubrick! F..k Kubrick! ;-)

Item Nº 2180

Winter Tale

Wenn der Kopf gerade zu leer ist für Anstrengungen aller Art, bloggt man über das Wetter. ;-)

Aber darüber muß man mal ein ernstes Wort verlieren, so geht das nicht weiter. Jede Nacht zwischen -10 und -15 Grad, wenn man morgens das Haus verlässt, hat man das Gefühl, dass sich das Leben auf Erden dem Ende entgegen neigt, weil eine dräuende Eiszeit alles hinwegfriert. Ich fordere daher die Bundesregierung auf, umgehend für wärmeres Wetter zu sorgen! Ich fürchte nur, der Einfluß der Bundesregierung auf das Wetter ist ähnlich groß wie der auf die Beschäftigungslage in diesem unseren Lande.

Der passende Soundtrack für diese kalten Tage kommt schon wieder von DE:BUG: »Winter Tales« von OpenLab Records. Das beim Stapfen durch die Kälte in den Ohren, und man gerät schnurstracks in den Gefrierfach-Flow … ;-)

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