das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - September 2004

Item Nº 2023

Meine ersten Platten

Nico, Thorte und Bronski zeigen ihre ersten Platten, mache ich doch mit (Mem, Mem!).

Als Grundschüler, mit 9, bekam ich den ersten Plattenspieler geschenkt, nebst einigen aussortierten Schlagerplatten, die ich bereits als Neunjähriger furchtbar fand. Erste bewusste Anschaffung (sprich, so lange quängeln bis sie mir gekauft wurde ;-)) war die Single »Kung-Fu Fighting« von Carl Douglas, die im Anschluß an die Anschaffung in, wie man heute sagen würde, Heavy Rotation genommen wurde. Meine armen Eltern, »ohhohohooooooo« ...

Erste Langspielplatte war im Jahre 1978 »If you can’t stand the heat”« von Status Quo, damals meine absoluten Idole, die auch mein erstes Live-Konzert bestritten. Damals rockten sie noch, zumindest zwei von den Jungs sind ja immer noch aktiv und reisen als Karikatur ihrer selbst in der Welt herum. Alles was nach 1982 von Quo, wie wir Insider damals sagten, kam, kann man getrost in die Mülltonne der Musikgeschichte werfen.

Das digitale Zeitalter der kleinen runden Alu-Scheiben begann 1987 mit »Into The Pandemonium« von Celtic Frost, einer Metal-Kapelle aus der Schweiz mit ziemlich tief gestimmten Gitarren. Im Gegensatz zu den Scheiben oben, schleppe ich die erste CD noch heute im iPod-Musikbestand mit mir herum, muß aber zugeben dass ich sie schon lange nicht mehr angehört habe, aber die erste CD ist natürlich trotzdem irgendwie etwas besonderes.

Item Nº 2020

Become The Media

Become The Media, O-Ton-Feature von Johannes Ullmaier: » Den Titel einer Spoken-Word-LP von Jello Biafra aufnehmend, zielt das Projekt darauf, das Konventionsgerüst des akademischen Vortrags in Richtung auf die Diskurspraxis des Medienalltags selbst zu überschreiten: vom vorfixierten Skript zum im Reden verfertigten (Audio)Take, von hypotaktischer Systemik zum parataktischen Panorama, vom tendenziell Linearen, Denotativen, Abgerundeten, Monologischen, Objektivierenden und Deskriptivischen zum tendenziell Multilinearen, Konnotativen, Ausgefransten, Dialogischen, Subjektivierenden und Interventionistischen.« Lauter Wortfetzen, zusammengesetzt, als Medien-Werden. Und es (Zitat) »[..] wirkt der evidente Kunstcharakter gleichzeitig als Paravent gegen das Hörklischee der O-Ton-Authentizität.«

Nun ja, 180MB warten darauf, gehört zu werden!

[Via rohrpost-ML]

Item Nº 2018

Rekorderrennen 2004

Wichtiger Termin: Am 12. Dezember 2004 findet in der Turnhalle des ESV München Ost das Rekorderrennen 2004 statt.
Hä, Rekorderrennen? Dachte ich auch, ein Blick auf die Rennställe des Rekorderrennens 2003 verschafft Erkenntnis. Dort fahren Kassettenrekorder, deren Motoren an Räder aller Art gekoppelt werden, ein Rennen. Wie der Name schon sagt! Was es alles gibt!

Und noch ein Hinweis für die Leserinnen ;-), zu finden auf der Seite Rennbedarf, weiter unten: »Die Rennleitung sucht Boxenluder zur Erstellung des Rennrekorderkalenders 2005 ! Vergesst Pirelli und Stihl! Nur ernstgemeinte Bewerbung mit Ganzkörperfoto!«

Item Nº 2015

1 »Im Cartier-Design« = 10.000 Euro

Die FR hat ein frisches Beispiel aus dem grassierenden Wahnwitz des Marken- und Urheberrechts: »Markenfirmen überziehen Privatleute mit Abmahnungen. Ein Schüler soll mehr als 10 000 Euro bezahlen, weil im Text zu seiner Ebay-Auktion das Wort ‘Cartier’ vorkam.«

Der Bursche hat nicht mal ein Plagiat verkauft, sondern lediglich zu einem Schmuckstück beschreibend »im Cartier-Design” hinzugefügt. Man darf lt. FR nicht einmal »nicht von Cartier« in der Beschreibung verwenden, ohne die Abmahnkönige anzulocken. Absurd! Es ist etwas faul im ganzen System.

Item Nº 2014

The Libertines - Music When The Lights Go Out

The Libertines
»Music When The Lights Go Out«
Album: »The Libertines« – 2004

Niemand, der die britischen Gitarrenrocker The Libertines ein wenig beobachtet hat, hätte wohl damit gerechnet, zwei Jahre nach dem grandiosen »Up The Bracket« mit »The Libertines« ein neues Album in den Händen halten zu dürfen. Die Libertines sind in erster Linie das Gesangs-, Gitarren- und Songwriterduo Pete Doherty und Carl Barât. Nach dem Erfolg des ersten Albums begannen die beiden sich öffentlich zu streiten, und Pete Doherty verfiel übelst den Drogen, saß im Knast, weil er in die Wohnung eines Bandmitglieds eingebrochen war, usw. usw. Die Nachrichtenübersicht zum Thema bei laut.de dokumentiert das ganze Theater vortrefflich.

Ich war sehr gespannt auf das zweite Album. Zweite Alben sind immer so eine Sache, die Erwartungen nach einem “Hammer-Erstling” steigen gewaltig an, und oft lauert die Enttäuschung im runden Aluminium. Umso schöner, wenn man, wie bei The Libertines, ein erstauntes “Wow!” in die Stille nach dem ersten Anhören werfen kann. Sie sind ein wenig ruhiger geworden, aber die Songs sind derartig gut, dass sie auch mehrfaches Hören überleben, ohne fad zu werden.

Ein Highlight des Albums ist das melancholische »Music When The Lights Go Out«, wie fast alle großen Pop- und Rocksongs ist auch dieser Kriegsberichterstattung vom großen Schlachtfeld der Gefühle (Lyrics): »Well I no longer hear the music when the lights go out
Love goes cold in the shades of doubt
The strange face in my mind is all too clear
Music when the lights come on
The girl I thought I knew has gone
And with her my heart it disappeared«
Wenn man diesen Zeilen voller bittersüßer Melancholie ergriffen lauscht, unprätentiös dargeboten von den vier wilden Jungs aus London, dann fragt man sich ein weiteres Mal, wie es möglich ist, dass (fast!) die ganze Weisheit des Lebens in ein paar Minuten Musik zusammengefasst werden kann. Das muß an der schlichten Konfiguration des Menschen an sich liegen. ;-)

Libertines-Links:

Item Nº 2013

Das »Liedgut der Woche«

Es wird zu viel problematisiert, und zu wenig über schöne Dinge gebloggt, wie z.B. Musik. Darum gibt es nun im Netzbuch, mehr oder weniger regelmäßig, inspiriert von Keith’ Song Of The Week auf Asterisk, das Liedgut der Woche. Alte, neue, kühle, wilde, sanfte Songs werden vorgestellt, auf dass sie vielleicht neue Hörerinnen und Hörer finden mögen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie gefallen mir. ;-)

In diesem Zusammenhang: Wäre es nicht schön, wenn die Musikverwalter dieser Welt keine Leidenschaft für Juristerei, sondern für Musik hätten, und man dieses Liedgut der Woche gleich mal als MP3 einfach an den Eintrag dranhängen könnte, ohne auf Post vom Anwalt warten zu müssen? Ja, ich weiß, nur ein schöner Traum von einer besseren Welt …

Item Nº 2012

»Luftpiraterie ist kein Kavaliersdelikt!«

Feldpolitik.de – Luftanbieter wollen schärfer gegen Schwarzatmer vorgehen: »Mit harten Bandagen will das Management des Atemluft-Konzerns BlueAir künftig gegen Luftverbraucher vorgehen, die sich der seit drei Jahren geltenden Gebührenpflicht für den Gebrauch von Atemluft zu entziehen versuchen. Bis zu 1.500 Euro Strafe, im Wiederholungsfall sogar Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren drohen Gebührendrückebergern nun.« Richtig so!

Item Nº 2010

Premium-Content II: HTML-Fans in Hessen

HTML-Fans in Kelsterbach
Quicktime-Film, ca. 900 kB

Item Nº 2009

Premium-Content I: Schienen

Videobloggen! Schienen kommen und gehen, und oh, der Bahnsteig!
Quicktime-Film, ca. 1,2 MB

Item Nº 2008

taz-Interview mit Lawrence Lessig

Die taz interviewt Lawrence Lessig, Kopf des »Creative Commons«-Projekts und Rechtsgelehrter zur Problematik der Bemühungen der Medienindustrie, das Internet unter der Knute des Urheberrechts in ihren Würgegriff zu nehmen. Lessigs Meinung ist es, dass das Internet ein freies öffentliches Gut sein müsse, wenn dadurch die Medienindustrie Einbußen hinnehmen muß, wäre das gesamtgesellschaftlich betrachtet nicht weiter tragisch. Zitat: »Man wird niemals einen Fortschritt erreichen, solange man es nicht schafft, zwei sehr mächtige Akteure gegeneinander antreten zu lassen. [...] Die Rechteindustrie bei uns setzt im Jahr etwa 80 Milliarden Dollar um. Die Industrie, die die Hardware bereitstellt, [...] liegt bei 750 Milliarden Dollar. Also gehen wir zu denen und sagen: Seht mal, ihr habt eine Menge zu verlieren in dieser Auseinandersetzung, und ihr müsst euch endlich besser organisieren. Denn die Gegenseite ist sehr gut organisiert. Für die Gesellschaft ist es viel wichtiger, dass die 750-Milliarden-Industrie weiter wächst als die 80-Milliarden-Industrie.« Und zu seinem eigenen Berufsstand, den Rechtsgelehrten, und ihrer Rolle als Erfüllungsgehilfen der Medienindustrie: »Es gibt einen kulturellen Widerstand, sogar einen Unwillen unter Rechtsanwälten, die Bedeutung von Technologie anzuerkennen. [...] Sie reklamieren vollständige Autonomie für sich und sind nachgerade stolz darauf, von Technologie keinerlei Ahnung zu haben. Man muss den Rechtsanwälten wieder Bescheidenheit beibringen.«

Lesen: taz – »Das erinnert mich an die Sowjetunion«

Item Nº 2006

Textpattern 1.0rc1 läuft!

Habt Ihr gar nicht bemerkt, aber hier läuft seit gestern schon die neue Textpattern-Version 1.0rc1. Das Update klappt problemlos. Es gibt einige kleine Fehler, die aber von Dean schnell ausgebügelt werden.

Auf http://dev.textpattern.com/ gibt es nun ein via Browser zugängliches Subversion-Repository, wo man sich jederzeit den aktuellen Stand besorgen kann.

Auch recht nützlich, insbesondere wenn man eigene PlugIns für Textpattern schreiben möchte: »Global variables in Textpattern«.

Item Nº 2005

Von PC-Usern und Erbrochenem

Ein furioser Artikel bei Mac-TV: »Eilmeldung: Microsoft hat abgewirtschaftet und Windows ist technisch bankrott«.
Ein religiöser Text, natürlich, aber im Grunde hat der Autor ja durchaus Recht (Zitat): »Es heißt, wir Mac-Fans würden unsere Plattform mit Zähnen und Klauen verteidigen, und da ist auch was Wahres dran, aber wie sieht es denn bei den PC-Usern aus? Die kleben doch an ihrer Plattform, obwohl sie diese selbst nicht leiden können. Anstatt endlich die Konsequenzen zu ziehen und sich einzugestehen, dass sie ein mieses Produkt haben, kaufen sie beim nächsten Mal schon wieder so eine Mühle! So fanatisch und verblendet (oder so blöd) kann ein Mac-User gar nicht sein!« Da ist was Wahres dran, lässt man einmal die Polemik beiseite. Wenn ich auffe Maloche mit bekommen habe, was für ein Aufwand betrieben wird, betrieben werden muß, um mit Windows sicher arbeiten zu können, fragte ich mich so manches mal: »Warum machen die das eigentlich? Warum installieren sie sich nicht ein Linux oder stellen einen Mac dahin und gut ist?« Und das sind keine Leute, die exzentrische Spezialanwendungen haben, die schreiben Texte, Mailen, gucken im Web herum. Also alles Dinge, die mit jedem System erledigt werden können. Rational ist dieser Zustand der IT-Landschaft kaum noch erklärbar.

Sehr schön finde ich auch folgendes Zitat ;-): »Mac-User werden als fanatische Schreihälse hingestellt, während die PC-User brav und anständig sind. Die Wahrheit ist: Die PC-User sind nur deshalb so still, weil sie den Mund voll haben mit Erbrochenem.« Gefunden bei Stefan, der auch ewas dazu zu sagen hat.

Item Nº 2004

Konferenzbloggen

Die bewährten Fachkräfte Beate und Martin bloggen live und in Farbe von der Informatik 2004 in Ulm: Informatik 2004. Das Konferenzweblog zur Informatik 2004.

Heute erfährt man z.B., dass Studierende der Uni Bielefeld, auch wenn sie die tollsten Hypertext-Werkzeuge zur Verfügung gestellt bekommen, lieber Powerpoint-Folien anschauen, ist es nicht traurig?

Item Nº 2003

Textpattern 1.0rc1

Nee! Den ganzen Tag habe ich schon immer mal wieder ins Hause Textpattern geschaut, und jetzt, wo das Bett wartet, ist mit Textpattern 1.0rc1 eine neue Version verfügbar. Legionen von Blogger haben darauf gewartet und in ungeduldiger Erwartung das Forum voll geschrieben. Nun muß es leider noch etwas warten, ausreichend Schlaf bin ich dem Wirtschaftsstandort Deutschland schuldig …

Item Nº 2002

Microsoft: Keine Lizenz - keine Flicken

Na, das verspricht ja lustig zu werden. Microsoft beginnt damit, beim Download von Updates eine Überprüfung der Lizenz durchzuführen, schreibt ComputerBase. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass die zahlreichen Benutzer “dezentraler Sicherheitskopien” dann zukünftig von Updates Abstand nehmen werden, ein gefundenes Fressen für Würmer und Viren (via Jörn). Microsoft erläutert auch, warum die Validierung der Lizenz notwendig ist: »Greater reliability: Using genuine Microsoft software helps you stay up to date with the features and enhancements that keep your PC running as smoothly and securely as possible.
Faster access to support: Using genuine Microsoft software is the best way to receive support and assistance from Microsoft.
Overall richer experiences: New enhancements and updates available to genuine Microsoft software users help you keep pace with the latest technology and constantly expand and improve the capabilities of your PC.«
Eines muß man ihnen ja lassen: Sie haben Humor!

Item Nº 2001

Apple AirPort Express und Netgear WG602

Heute kam die heiß erwartete AirPort Express ins Haus geflattert, iTunes an die Stereoanlage anschließen, damit man nicht ständig aufstehen und CDs wechseln muß, war die Mission, die es zu erfüllen galt, drahtlose Beschallung der Gemächer vom Powerbook aus. Und vernünftige Radioprogramme aus dem Netz hören können, um nicht ständig mit Verkehrshinweisen und Gewinnspielen belästigt zu werden. Ist ja auch ganz einfach, einfach auspacken und anschließen. Sagt zumindest Apple: »Was Sie dazu tun müssen, ist denkbar einfach: Schließen Sie Ihr Soundsystem mit einem Audiokabel [...] an den Audioanschluss der AirPort Express Basisstation an. Dann lässt AirTunes Sie Ihre iTunes Musik über Ihre Stereoanlage oder Aktivlautsprecher abspielen – völlig ohne Kabel. iTunes erkennt die Verbindung zu Ihren entfernten Lautsprechern automatisch.« Tja, was haben wir gelacht, 2 Stunden hat es mich gekostet, das kleine Kästchen dazu zu überreden, mit meinem Netgear WG602 Access-Point zusammen zu arbeiten, ohne auf jegliche Sicherheitseinstellungen zu pfeifen. Vowes Erfahrungen kann ich nur bestätigen. Statt aber vowes Text wörtlich zu nehmen, musste ich natürlich erst einmal versuchen, die Express-Station mit allen aktivierten Sicherheitseinstellungen ins Netz hinein zu bekommen, was im ersten Versuch derartig schief ging, dass ich die Express-Station mit dem Reset-Knopf wiederbeleben musste. ;-) Nun weiß ich zumindest schon mal wo der ist …

Das Rezept zum Umgang mit Fremd-Access-Points (also nicht-Apfel-Produkten): Zunächst einmal alle Sicherheitseinstellungen ausschalten, mit dem Assistenten die Express-Station erkennen lassen und schauen dass alles funktioniert. Dann (sofern man MAC-Adressen-Filterung aktiviert) die MAC-Adresse der Express-Station (steht in winziger Schrift auf dem Gehäuse, eignet sich vorzüglich als Sehtest) eintragen, und MAC-Adressen-Filterung wieder aktivieren. Natürlich nach jeder Änderung Access-Point rebooten, Netzwerk-Einstellungen am Mac ändern. Wenn die Express-Station immer noch erkannt wird, mit dem Airport-Admin-Dienstprogramm (nicht mit dem merkwürdigen Assistenten!) die WEP-Schlüssel in der Express-Station eintragen, und erst danach WEP am Access-Point wieder aktivieren. Im umgekehrten Fall hat man keine Chance, an die Express-Station noch einmal heran zu kommen, ohne im Access-Point alles wieder rückgängig zu machen. Wenn man dann den Access-Point auf WEP umstellt, selbiges am Mac wieder aktiviert, den Access-Point rebootet und den Mac mit wieder aktivierter WEP-Verschlüsselung wieder ins WLAN bekommt, dann sollte es auch mit WEP und der Express-Station klappen. Sehr mühsam!

Nun funktioniert es aber perfekt, ich sitze auf der Couch mit dem Powerbook auf dem Schoß und lausche meinem Lieblings-Internet-Radio Energy X über die Stereoanlage statt über die piepsigen eingebauten Lautsprecher! Voll der Digital Hub, ey! ;-)

Item Nº 2000

iMac G5 gucken

Wer keine E-Mail von Apple bekommen hat und vielleicht ein gesteigertes Interesse daran hat, die alte “DOSe” durch einen putzigen iMac G5 zu ersetzen, den wird vielleicht die frohe Kunde erfreuen, dass man sich einen solchen Ende der Woche an vielen Lokalitäten dieser Republik leibhaftig anschauen kann.

Item Nº 1999

Rock den Montag

Am Wochenende wollte ich ein bißchen denken, bin ich aber nicht zu gekommen. So wie ein Teil unserer wahlberechtigten Brüder und Schwestern im Osten, der Teil denkt aber auch nicht, wenn er dazu kommen würde, fürchte ich. Denn selbst Teilzeitdenker wählen keine braune Brut, wenn ich im Fernsehen diese Penner von NPD und DVU sehe, deren Schlägervisagen nur mühsam in die Kaufhausanzüge passen, wird mir geradewegs furchtbar schlecht. Zu schöneren Dingen, wie beispielsweise gebloggten Oden auf Moleskines. Jemand, der eine Runde gedacht hat, ist Milo von Radio Free NYC: »I spent the past few days walking around and thinking. [...] I did get one more thing, which was the biggest impulse buy a moleskine notebook. It’s really neat, it oozes old world craftsmanship and features I never seen in a notebook like this. Like the grid ruling, imitation leather covers, elastic band, bookmark, and coolest of all a secret pocket. [...] there is something extremely punk about this book. I can’t describe it. Maybe I’m easily bought to the marketing thinking that I am using something that the greats used.« Wenn man bei Milo auf der rechten Seite auf RFNYC Radio klickt, kann man äußerst kühler Musik lauschen (via Moliskenerie).

Apropos kühle Musik, wenn man mal ein wenig in MP3-Blogs stöbert, findet man einige sehr hörenswerte Sachen. Damit nicht alles immer nur Old Fart ist, solltet Ihr die Woche mit einer Dosis Dogtree von The Ex starten, danach braucht man ein bißchen Erholung bei I lied von Spain, bevor es dann mit Unity von Operation Ivy aus der Rock against Bush – Compilation weiter geht (alles gefunden bei music for robots). So sind wir dann gestählt für den Auftakt einer weiteren Woche! ;-)

Item Nº 1995

Pinguineskes: Großes Update und KDE3.3

Linux feiert heute 13. Geburtstag, sagt der vom H-Blog in sein eigenes Ameisendorf umgezogene thorte (die Release-Notes des ersten Kernels 0.0.1 kann man sich noch anschauen, und sogar den Kernel 0.0.1 downloaden), und irgendwann diesen Monat vor 10 Jahren installierte ich mein erstes Linux. Das genaue Datum lässt sich nicht mehr nachvollziehen, es waren sowieso mehrere Tage (und Nächte, selbstredend), die ich damals brauchte, um mein erstes Linux in Gang zu kriegen, ein SuSE war das damals noch. Und da auch noch eine wohlbekannte Bloggerin sich hochgradig enthusiasmiert über das neue KDE 3.3 äußerte, war es an der Zeit, mein vor lauter Apfel-Begeisterung in letzter Zeit arg vernachlässigtes Gentoo Linux-System mal wieder zu aktualisieren.

Mit einem beherzten Tippen von emerge rsync, emerge portage und, schließlich, die Krönung, der herrschaftliche Befehl schlechthin, zwei Worte die eine gewaltige Download-, Stromverbrauch- und Kompilierorgie auslösen, emerge world in die gierig auf Eingabe wartende Kommandozeile, startete der Upgrade des elegantesten Linux-Systems von allen. Etwa 34 Stunden dauerte die Neukompilierung und Aktualisierung des Gesamtsystems, dreimal blieb es stehen. Einmal, weil ich die von mir selbst gebloggten weisen Ratschläge natürlich nicht beherzigt habe (obwohl ich schwören könnte, die LINGUAS-Variable in /etc/profile gesetzt zu haben, aber sie war nicht da ;-)). Beim zweiten Mal stolperte emerge über die DSL-Zwangstrennnung nach 24 Stunden, die wohl zu einem ungünstigen Zeitpunkt kam, und beim dritten Mal ließ sich ein Paket namens ml_donkey (Wer hat denn das installiert? So etwas würde ich nie benutzen!) nicht kompilieren. Ansonsten lief alles problemlos, alles war aktuell, und vor allem, alles funktionierte auf Anhieb. Lieber 34 Stunden warten, als nach dem Upgrade gewisser RPM-basierter Systeme anschließend tagelang in Newsgroups und Foren nach einer Lösung für beharrliches Nicht-Funktionieren zu suchen. Nach dem grafischen Login erfreute sich mein von der Kommandozeile schon arg getrübtes Auge an der frischen Pracht eines KDE 3.3.-Desktops (ein Klick! auf das Bildchen öffnet den Screenshot in der Originalgröße von 1280×1024 Pixeln, und die artifizielle Dame, die sich neckisch im Hintergrund des transparenten Terminals präsentiert, gehört nicht zur KDE-Distribution): Der Unterschied zu KDE 3.2 ist nicht so arg groß, Spielsachen wie die transparenten Menüs funktionieren nun zügiger, es gibt endlich einen vernünftigen “Theme-Manager”, und die Integration des ganzen PIM-Gerödels zu einem großen Outlook-Imitat ist weiter fortgeschritten. Der KDE-Stammbrowser Konqueror wurde weiter verbessert. Er hat nun ein sehr kühles Feature, wenn man einen der Tabs angeklickt hat, kann man mit dem Scrollrad der Maus schwungvoll zwischen den einzelnen Browser-Tabs hin und her wechseln.

Eine für Blogger interessante Neuerung ist die Integration eines RSS-Readers in den Konqueror, Newsticker genannt. Das Anlegen der Feeds ist etwas umständlich, ohne Zwischenablage und Dialog-Klickerei geht es nicht, da ist noch Raum für Verbesserungen, ich denke da an automatisches Erkennen des Feeds einer Seite auf Knopf- oder Tastendruck. Hat man den Feed angelegt, erscheinen die Einträge in der Seitenleiste, und mit einem Klick bekommt man den entsprechenden Eintrag im Browserfenster angezeigt. Nett, aber wäre mir für Dauerbenutzung zu umständlich und zu langatmig.

Eine eher putzige Neuerung ist das neue Malprogramm Kolourpaint, ein astreines Plagiat des mit Windows ausgelieferten MS Paint. Wenn Gimp zu kompliziert ist, findet man in Kolourpaint ein einfacher zu bedienendes Pixel-Grafik-Programm zum Malen und Zeichnen großer digitaler Meisterwerke in KDE. Die beiden kleinen Screenshot-Ausschnitte kann man sich übrigens auf einem weiteren großen Screenshot in 1280×1024 Pixel in Originalgröße betrachten.

Fazit: Gefällt mir gut, das neue KDE 3.3. Nicht-Linuxer sollten sich mal eine Linux-Live-Distribution wie z.B. SLAX besorgen und es einfach mal ausprobieren, im Grunde unterscheidet sich die Arbeit mit Linux und KDE nur noch in Spezialfällen von der mit Windows. Ob das so wünschenswert ist, aus der Linux-Perspektive, steht natürlich auf einem ganz anderen Stück Papier …

Item Nº 1992

Tabloid-Test-Lesen: Here is the NEWS ...

NEWS noch einmal! Allerdings kein Wort über die furchtbar bösen Weblogzitate, die angeblich das Urheberrecht und die CC-Lizenz mißachten, das haben die üblichen Verdächtigen bereits mit hinreichend ridikülem Gestus problematisiert. Nein, da mir für die verehrte Zielgruppe keine Mühsal zu groß ist ;-), habe ich mir das neue Blättchen zwei Tage lang am Bahnhof schenken lassen und gelesen.

Der erste Eindruck, wenn man das Heftchen in der Hand hält: In der Welt kann nichts wirklich Schlimmes oder Wichtiges passiert sein, gestern war »Angst vor E-Mail-Überwachung« der Aufmacher, heute »Auch das noch: Handys werden teurer«. Auch auf dem Rest der Titelseite findet Politik nicht statt, »Flirten für die Forschung« (der Artikel ist sogar recht amüsant), »Blut, Sperma, Tränen: Bodo Kirchhoff«, »Seelentröster Wasserhäuschen« (so heißen in Frankfurt die Trinkhallen, Kioske, Büdchen) und ein Foto von zwei Models, die die Fassade eines Frankfurter Kaufhauses hinauf liefen, sind die weiteren Themen. Auf den Nachrichten-Seiten findet man das politische Weltgeschehen in kurzen Agenturmeldungen und Artikeln, von der Qualität her in etwa so wie die typische Regionalzeitung, die sich heutzutage für die überregionale Berichterstattung keine eigenen Korrespondenten mehr leistet, sondern lediglich Agenturmeldungen abdruckt. Nix besonderes also.

Was fällt noch auf? Auch für überregionale Themen wie die Wahlen in den VS von A wird mehr oder weniger gequält ein Frankfurt-Bezug hergestellt, so wie heute in einem Artikel der ausgiebig (für NEWS-Verhältnisse) problematisiert, dass auch in Frankfurt lebende US-Amerikaner wählen dürfen. Wer hätte das gedacht?

Der Sport-Teil ist viel zu klein. Gelungen finde ich die Veranstaltungsübersicht für Frankfurt, überhaupt ist der Teil mit kulturellem Touch lesenswerter als der aktuelle politische Teil. Letztere Nachrichten stammen bekanntlich vom Mutterhaus Handelsblatt, das ebenso bekanntlich sowieso eine der langweiligsten Zeitungen unter der Sonne ist …

Fazit: Würde man es geschenkt bekommen, könnte man NEWS ab und an durchgucken (länger als 10 Minuten braucht man dafür nicht), könnte man ganz locker neben der richtigen Zeitung durchlesen. 50 Cent werde ich aber dafür nicht ausgeben, ebenso wenig wie zwei weitere NEWS-Leser in der S-Bahn neben mir, wie eine Blitzumfrage ergab ;-). Und genau das wird dazu führen, dass der NEWS-Spuk ebenso schnell verschwinden wird, wie er aufgetaucht ist. Wer meint, nach der Lektüre eines solchen Blättchens informiert zu sein, macht sich Illusionen. Zu informiert sein gehört, nach der Lektüre von Hintergrundberichten aus der Qualitätspresse, die idealerweise das eigene Leser-Hirn in Bewegung setzen, den Kontext, in dem eine nackte Nachricht steht, einordnen zu können. Das erfordert Schreiberlinge mit Talent und Wissen, und das ist teuer, darum kostet bspw. die FR eben 1,30 Euro und nicht 50 Cent.

Noch ein Wort zu dem Tabloid-Format: NEWS ist meine erste Zeitung in diesem Format (Rechte Springer-Presse lese ich aus Prinzip nicht), ich kann daran nichts praktisch finden. Das Tabloid-Format ist zu groß, um es auf den Schoß zu legen wie eine Zeitschrift, und zu klein, und vor allem, auf die Dauer viel zu schwer, um es wie eine »richtige« Zeitung in der Hand zu halten. Da das gesamte Konvolut in einem Buch steckt (zur Erläuterung, Buch nennt man bei Zeitungen die einzelnen Abschnitte zusammengelegter Papierbögen, die in das äußere Buch zusammengelegt werden und dann Zeitung werden), fallen einem dauernd die einzelnen Blätter herunter. Sehr unpraktisch, ich bin für das normale Zeitungsformat!

Item Nº 1990

Morgen: Debian Sarge?

Morgen wird angeblich Debian Sarge freigegeben. Diesen Rückschluß lässt zumindest die Ankündigung einer Release-Party in Berlin bei Pro-Linux zu.

Nachtrag 16.08.04: War wohl nix, Ente von Pro-Linux. Und wer verbreitet sie? Eben!

Item Nº 1988

NEWS, ey!

Frankfurt wird von einem neuen Presseerzeugnis heimgesucht, ein weiteres Konvolut aus toten Bäumen in der glorreichen Garde der Vier-Buchstaben-Blätter: NEWS. Aus der Pressemeldung zum Launch: »NEWS ist die Zeitung für eine neu erschlossene Zielgruppe: die Mitglieder der iPod-Generation sind zwischen 20 und 39 Jahre alt, beruflich voll engagiert, konsumfreudig, mobil und nutzen für sich und mit ihren Partnern und Familien die Freizeitangebote der Region. Sie haben zu wenig Zeit, um das übergroße Inhaltsangebot einer traditionellen Tageszeitung ernsthaft zu konsumieren und bevorzugen stattdessen elektronische Informationsquellen.« Mann, habe ich ein Glück! Ich habe noch bis August 2005 Zeit, bevor ich den iPod wegwerfen muß, weil ich aus der Alterskohorte ausscheide! Und überhaupt: Nur weil man einen iPod benutzt, muß man noch lange nicht in jene Gruppe eingeordnet werden, welche die Fähigkeit zur Rezeption einer “richtigen” Zeitung verloren hat, weil sie die langen Texte nicht versteht. Wenn ich sowas schon lese: »Sie haben zu wenig Zeit, um das übergroße Inhaltsangebot einer traditionellen Tageszeitung ernsthaft zu konsumieren.« Dummes Geschwätz. Das ist eine Frage des individuellen Wollens, und keine Notwendigkeit aus den Umständen des (selbstgewählten) Lebens unter der Maske des very busy man. Wenn einem die Lektüre einer Qualitätszeitung intellektuell zu mühsam ist, so ist das legitim. Aber man hat dazu zu stehen, und diesen Fakt nicht mit einem »keine Zeit, ich bin so busy, ey« zu glorifizieren und zu verbrämen.

Dieses NEWS-Dingen habe ich heute Morgen am Bahnhof freundlich abgelehnt, weil ich dachte es wäre ein Anzeigenblättchen. ;-) Morgen schaue ich mir das aber mal neugierig an, was die jungdynamischen Berufs-Generationen-Kenner des Info-Häppchen-Zeitalters unter (Zitat Pressemeldung) »Auf rund 48 Seiten finden Leser aus dem Ballungsgebiet Rhein-Main alles, was sie brauchen, um gut informiert zu sein« verstehen …

iPod-Generation hin oder her, ich lese die gute alte Frankfurter Rundschau, jeden Morgen, und eine anständige Zeitung hat in einem ordentlichen großen Format zu erscheinen, und nicht in diesem Sissy-Mini-Format, auf gut deutsch Tabloid genannt! Da bin ich konservativ! ;-)

(Via Wortfeld)

Und noch mehr Dresche für NEWS gibt es bei den bekennenden Katzenfreunden von IT&W.

Wird ja alles immer interessanter: Putzig finde ich die etwas einseitig symbiotische Vernetzung von NEWS mit der Blogosphäre, das läuft so: Moe sucht Blogzitate, NEWS druckt sie ab. Vgl. dazu Blogs! und Blogs! (Merci, PCermon). Und hier kann man sich die Seite mit den Blog-Zitaten anschauen (frech aus der Frame-Hölle verlinkt).

Nachtrag: Als ich die Links zu Blogs! heute Mittag nachgetragen hatte, war das gegenseitige verschärfte Schulterklopfen der dort kommentierenden Stamm-Claqueure noch nicht so ausgeprägt, wie sich das dem geneigten Betrachter nun, am Abend, darstellt. Aus jetziger Sicht würde ich die Links nicht mehr setzen. Den Stil (präziser, die nahezu ganzheitliche Abwesenheit desselben), in dem dort “diskutiert” wird, finde ich absolut unmöglich. Denn wir alten Internet-Hasen wissen noch aus dem Usenet: Wer in einer Diskussion mit den persönlichen Lebensumständen eines oder mehrerer Protagonisten, die in dem Falle in der “Diskussion” nur passiv beteiligt sind, argumentiert, hat bereits verloren. Und, die “Weblogseite” ist nur eine Marginalie bei dem ganzen Thema “NEWS” und wird hier von interessierter Seite maßlos aufgebauscht.

Aber ein nachträgliches Löschen wäre nun auch albern, daher bleiben sie einfach “drin”.

Item Nº 1987

Firefox unter Windows XP - Eine Leidensgeschichte

Ich weiß, Mozilla Firefox ist everybody’s darling, besonders in Bloggerkreisen. Aber der Feuerfuchs und ich kommen einfach nicht zusammen.

Im Büro habe ich (leider) Windows XP im Einsatz. Da MSIE bekanntlich völlig indiskutabel ist, habe ich wie jeder vernünftige Mensch den Feuerfuchs installiert. Mit 0.8 lief es eigentlich gut. Eigentlich. Der Browser läuft bei mir den ganzen Tag, in einem Tab eine Auswertung der Firmenwebsite, die ich ab und an mal “refreshe”. Der unangenehme Nebeneffekt war, dass der Tab seine “History” vergaß und die Seite sich nicht mehr aktualisieren ließ, man konnte Ctrl-R drücken so oft man wollte, es passierte nichts mehr. Erst wenn man den URL in einen anderen Tab übernahm, funktionierte es wieder einige Zeit.

Dieser Bug blieb in 0.9.x erhalten. Dazu kamen weitere “Features” wie gelegentliches völliges Einfrieren des Firefox, sehr angenehm wenn man gerade in 13 Tabs arbeitet. Frame-Seiten wie phpMyAdmin funktionieren nicht richtig, nach einiger Zeit wird das Hauptfenster nicht mehr aktualisiert. Vor ein paar Tagen funktionierte der Fuchs überhaupt nicht mehr, ich legte ein neues Profil an, aktualisierte auf 0.9.3, und hoffte dass alles gut werden würde. Wurde es aber nicht, seit gestern funktioniert keinerlei Datenübermittlung via GET mehr. Nun habe ich den “richtigen” Mozilla 1.7.3 installiert, noch geht alles. ;-)

Spaßeshalber habe ich den Firefox gestern auch mal im Home-Office unter WinXP installiert (da lief bisher ebenfalls ein “richtiger” Mozilla), da startet er gar nicht erst. Liegt bei mir auf der Kombi “Firefox und Windows” ein Fluch, oder ist die Win-Version wirklich so buggy?

Item Nº 1985

Bildschirmschüsse

Zwei praktische Programme zum Erstellen von Screenshots von Websites unter Mac OS X drängen heute in den webloggigen Aufmerksamkeitsfokus:

Aber auch BenutzerInnen des Industriestandards in Sachen Viren und Würmer, M$ Windows, müssen nicht weinend zuschauen, wenn die Mac-UserInnen eifrig Screenshots speichern, denn für sie gibt es url2bmp und IECapt.

Und die JüngerInnen des bierseligen Pinguins brauchen ebenfalls nicht am Katzentisch Platz zu nehmen, für Linux gibt es khtml2png und, besonders geeignet für die automatische Erstellung von Screenshots, eine Python-Lösung mit GtkMozEmbed. Außerdem ist in neueren KDE-Versionen (zumindest in 3.2, das hier läuft) das Kommandozeilen-Programm kwebdesktop enthalten, das ebenfalls eine Website in eine PNG konserviert.

So, nun haben wir sie alle durch: Mach mir den Screenshot, Baby!

(Aktualisiert am 13.09.04 um 22:45 Uhr, besten Dank an Markus für die Ergänzungen :-))

Item Nº 1984

Jahreszeiten. Der üble Lauf der Zeit.

Heute, als gegen 6:30 Uhr der Wecker klingelte, war es noch so dunkel, dass man Licht anmachen musste. Das ist ein Fanal! Noch kann man relativ leicht bekleidet herum laufen, aber Kälte, Nebel, Schnee und Schokonikoläuse dräuen schon heimtückisch hinter dem Zeithorizont. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem wir, in einen warmen Mantel gewandet vergeblich versuchend, der schleichenden nassen Kälte, die mit ihren gierigen Fingern aus dem feuchten Nebel heraus nach allem greift, das es wagt, schützende Häuser zu verlassen, zu trotzen, mit klammen Fingern am Bahnhof stehen und zitternd kaum noch die Zigarette halten können, während unsere Füße, von Regen, Matsch und Schnee besudelt, sich langsam in Eisklumpen verwandeln. Man sollte auswandern, dahin wo es immer warm ist. Hat nicht jemand einen Job für einen fähigen Webworker in Las Palmas de Gran Canaria zu vergeben? ;-)

Item Nº 1983

The Killers und das FBI

Hilfe, ich habe die CD gerippt, muß ich mich nun auf der Straße nach Männern in dunklen Anzügen umschauen?
Noch nie gesehen: Die bei Amazon erworbene Scheibe »Hot Fuss« von The Killers verschreckt mich mit einem FBI-Logo auf der Rückseite. Vielleicht ist das ja in den US of A gängige Praxis, für deutsche Augen wirkt das aber ziemlich ridikül. Gut, dass in Deutschland Polizei Ländersache ist, sonst würden wahrscheinlich auch schon Sterne auf den CD-Rückseiten zu bewundern sein. Aber sie wissen eben nicht, welche Polizei zuständig ist, und bis sich eine Bund-Länder-Kommission darüber geeinigt hätte, wären CDs schon lange out ... ;-)

Wie schon die bloggenden Herren Robinson, Kottke (Link zu dem MP3 ist leider tot) oder Blanton kann ich »Hot Fuss« wärmtens empfehlen. Vorausgesetzt, man steht auf die Gitarrenschiene à la Strokes, Franz Ferdinand, BRMC oder Libertines. Easy Listening Rock mit ein wenig elektronischem Geklimper garniert, der sich umgehend in die Gehörgänge windet, ohne dass man gleich melancholisch wird wie bei den Strokes oder dem BRMC. Das bei Asterisk als Song Of The Week vorgestellte »Somebody Told Me« ist ein Ohrwurm, nach ein paar Mal hören ertappt man sich dabei, »somebody told me, you had a boyfriend, who looks like a girlfriend, that I had …« vor sich hin zu singen …

Auf Website der Killers soll man übrigens, nach vorheriger Registrierung, ein wenig legal Probe hören können, vorausgesetzt man verfügt über die notwendige Windows-Software von M$ und Real (Ads, ich will Ads auf meinem Rechner, Real rulez!). Da ich nicht gewillt bin, solchen Dreck zu installieren oder gar zu nutzen, konnte ich das nicht näher überprüfen. Aber es gibt ja noch andere Orte im Netz, wo man Probehören kann… ;-)

Item Nº 1982

Webloggiges

Aufgrund gesteigerter Artikulation öffentlichen Interesses ;-) habe ich das automatische Schließen der Kommentare nach sechs Wochen hier im Weblog wieder deaktiviert, mal schauen ob man als TXP-User von Kommentar-Spam verschont bleibt.

Und ein Comeback ist zu vermelden, denn Wiesbadens berühmteste Blog-Persönlichkeit, tzwaen, bloggt wieder: tzwaen.systems – brainstorm. Willkommen zurück. :-)

Item Nº 1981

Petition gegen Katzenbilder in Weblogs

Beim Wühlen auf dem Petitionsserver fiel mir noch etwas auf, eine wirklich unterstützungswürdige Aktion vom Freien Bündnis gegen Katzenbildnisse in Weblogs: Gegen Katzenbildnisse in Weblogs.

Endlich mal eine Petition von sozialer Relevanz, die wirklich was bewegen kann, wo man sich einbringen kann! Unterzeichnet!

Item Nº 1980

Petitionen, die die Welt bewegen

Das Gute am Web ist, dass man so leicht seine primären Probleme und Sorgen in Online-Petitionen umsetzen kann, mein Liebling in dieser Hinsicht ist und bleibt natürlich die an Sinnlosigkeit nicht zu unterbietende Aktion gegen Copy & Paste in GB’s (sic!). Die Amis sind uns wie immer voraus, da gibt es tatsächlich einen ganzen Server mit nichts als Petitionen, darunter solche hübschen Sachen wie die Petition gegen die Heiligsprechung Isabellas von Kastilien oder die Petition für einen Anno 1503 Multiplayer-Modus.

Das neueste Produkt dieser Gattung ist die Petition gegen die Lücke während der Wiedergabe im iPod. Ein wirklich schlimmes Übel! Okay, es stört mich z.B. bei “Nirvana Unplugged”, der Kurt erzählt was, Lücke, und dann spielt er erst. Aber ich hasse Online-Petitionen, daher werde ich sie nicht ausfüllen. ;-)

(Via MacNews)

Item Nº 1979

Gerechtigkeit?

Die Netzeitung über den Prozess gegen den »Hamburger S-Bahn-Schubser« (Hervorhebungen von mir): »Der Täter solle wegen versuchten Totschlags drei Jahre und neun Monate in Haft kommen, forderte die Anklage am Mittwoch vor dem Hamburger Landgericht.« Die futurezone über den anstehenden Prozess gegen den Sasser-Programmierer: »Anzeige erstattet haben laut Staatsanwaltschaft 143 Betroffene, die gemeldeten Schäden belaufen sich demnach auf rund 130.000 Euro. Computersabotage kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.« Okay, die Sasser-Geschichte ist keine Forderung der Staatsanwaltschaft, sondern der gesetzlich vorgesehene Strafrahmen, aber trotzdem, ich frage mich ernsthaft wo da die Verhältnismäßigkeit ist. Wenn man ein Mädchen vor die S-Bahn schubst und fast tötet, gibt es nicht mal vier Jahre, einen Wurm ins Netz schicken aber bis zu fünf Jahre? Wo sich die Geschädigten mindestens 50% der Schuld selbst zuzuschreiben haben? Das steht in keinem Verhältnis zueinander!
Die Justiz hat die Tendenz, angeblich oder tatsächlich geschädigte Unternehmensinteressen höher zu bestrafen als Taten gegen “normale” Menschen. Der S-Bahn-Schubser gehört diverse Jahre hinter Gitter, der Sasser-Autor freigesprochen, allerhöchstens ein paar Monate auf Bewährung. Ich bin gespannt, was die Staatsanwälte letztendlich gegen den Sasser-Autor fordern werden.

Item Nº 1972

Zitat des Tages

Dirk sucht ein neues Waschmittel, denn: »Auch ich wasche meine Wäsche selbst, und daher kommt es dann auch alle paar Monate mal vor, das ich neues Waschpulver brauche. Also griff ich im Supermarkt dann zu dem, was mit am günstigsten zu erstehen war (sauber machen sowieso alle), was in diesem Fall Dash war mit Duftnode Meeresfrische. Und genau diese Duftnote ist das Problem, denn diese riecht nicht nach Meeresfrische – es sei denn, man assoziiert damit den Kadaver eines gestrandeten Wals nach 3 Wochen in der Sonne.« Ich kann leider nicht helfen, keine Ahnung welches Waschmittel ich benutze, die Auswahl beim Distributor läuft bei mir unter Berücksichtigung ähnlicher Kriterien ab wie bei Dirk. ;-)

Item Nº 1971

Aufkleber auf dem Powerbook?

Joi Ito: »As usual, there were a lot of PowerBooks at this conference. Interestingly, Esther Dyson, Lawrence Lessig, Bruce Sterling and I were the only people I noticed who had stickers on our PowerBooks. [...] I wonder what this means? What do those of us who are willing to vandalize our pristine PowerBooks with stickers have in common?« Vielleicht einen leicht destruktiven Hang zu geschmackloser Dekoration? ;-) Mein elegantes silbernes Powerbook mit einem Aufkleber zu verunstalten, wäre so ziemlich das Letzte was mir einfallen würde, die Idee an sich ist eigentlich schon geschmacklos. Zumal diese Biester nach einiger Zeit unansehnlich werden und sich nie mehr wieder entfernen lassen. Autoaufkleber benutze ich übrigens auch nicht, isch ‘abe nämlich gar kein Auto …

Andererseits kann man Aufkleber benutzen, um ein häßliches PC-Notebook ein wenig zu verschönern, wie man bei diesem Herrn bewundern kann (via vowe), der Aufkleber an sich ist also nicht von Übel. ;-)

Nachtrag: Eine flickr-Gruppe zum Thema Powerbooks mit Aufklebern (Via fscklog)

Item Nº 1970

Elegie für das Radio

Ja, das gute alte Radio …

Früher, da schaltete man das Radio ein, um eine Sendung zu hören. Das waren so Programme, wo ein netter Mensch mit Ahnung von Musik oder sonstigen Themen sich ins Studio setzte, mit Akribie und Mühe Musik und Themen auswählte, die er dann freudig seinen Hörern präsentierte. Besonders diebisch freute er sich, wenn er die Hörerschaft einmal überraschen konnte, mit ungewöhnlichen Klängen. Die haben dem Hörer gefallen oder auch nicht, man konnte sich aber sicher sein: Meine Sendung ist nie langweilig, man bekommt etwas zu hören. Und, unvorstellbar, die Musik wurde ausgespielt, kein cooles Jingle diddeldididdum – radio wir sind doof und ihr auch – kule Tjuns und heiße Rüttmen – diddeldi platzte in die letzten Takte eines Musikstückes hinein.

Zeitsprung in die Gegenwart. Heute dagegen, da ist der ganze Sendetag ein einziges Magazin. Das Magazin ist der Killer des Radios. Gut gelaunte Moderatoren, austauschbar, völlig egal ob sie einen Namen haben oder nicht, präsentieren Wortbeiträge, die nicht zu lang sein dürfen, denn hören möchte heute niemand mehr. Zumindest meinen das die dynamischen Medienprofis mit den gegeelten Haaren, kranke Produkte einer kranken durchökonomisierten Gesellschaft. Und die Musik – ein trauriges Thema. Bloß niemanden mit einer gehörten Überraschung verschrecken, oberster Grundsatz ist: Was der dumme Hörer sowieso hört, muß rund um die Uhr zu hören sein. Es gibt auch keine Sendungen mehr, rund um die Uhr glibbert ein identischer öliger Klangbrei aus dem Lautsprecher.

Wo kommt der Klangbrei eigentlich her? Die FR beschreibt heute, anläßlich eines angemessenen Verriss des frisch dynamisierten Programms von HR1, die Prozedur: »Die HR 1-Macher berufen sich bei der Musikauswahl auf 300 Hörer, die nach Frankfurt eingeladen wurden, man spielte ihnen 900 Titel vor, was jetzt gesendet wird, sei von ihnen abgesegnet.« Wenn ich so etwas lese, kann ich nicht anders als umgehend in einen elegischen Kulturpessimismus zu verfallen. Radio kann man weitestgehend haken, geht einmal die UKW-Skala langsam durch, dabei wird einem so richtig schlecht.

Nie gab es mehr technische Möglichkeiten für elektronische Medien als heute, und nie gab es weniger Programm als heute. Ich frage mich ja: sind die Menschen tatsächlich so tumb geworden, wie die Medienmacher sie einschätzen?

Item Nº 1960

Ein »geekigeres« Wiki: Instiki

Also, wissen Sie, verehrte Zielgruppe, ich bin ja nicht so der Wiki-Typ. Kollektiv-Wiki sowieso nicht: Basisdemokratisches Problematisieren ist mir ein absolutes Greuel. Aber heutzutage hat ja auch jede/r BloggerIn ein individuelles Wiki (qed). Ich natürlich auch, schon seit Mai 2003, das darbte aber greulich vor sich hin. Außer ab und an lieblos einen Link reinzuklatschen, habe ich damit nix gemacht, und wer es sich anschaut stellt fest, dass ich bei der Gestaltung der Fußzeile endgültig die Lust daran verlor. Ausge-wiki-t!

Dann aber begab es sich, dass ich mal wieder bei “Blog-Legende” Matthew Haughey vorbei schaute und Instiki entdeckte. Ein Wiki, entwickelt in einer exotischen Sprache namens Ruby. Instiki bringt seinen eigenen Web-Server mit. Und für Mac OS X gibt es ein “Rundum-Sorglos-Paket”, welches man einfach runtersaugt und anklickt, und schon läuft ein kühles lokales Wiki auf dem Mac, inklusive neuem Menüpunkt “Wiki” in der Safari-Menüleiste. Und das Allerbeste daran: Es versteht, wie mein Blogsystem TXP, Textile (und Markdown und RDoc). Instiki hat auf meinem Powerbook nun das MacJournal als lokale Notiz- und Schreibapplikation, oder, hochtrabend ausgedrückt, als zentrales Knowledge-Management-System, abgelöst.

Wenn man einen eigenen virtuellen oder echten Server zur Verfügung hat, kann man Instiki natürlich auch als Wiki im Internet verwenden. Da Instiki einen eigenen Server auf Port 2500 startet, kann man es nicht auf einem Shared Host aka Webspace verwenden.

Man benötigt unter Linux erst einmal den Ruby-Interpreter. Unter Debian-Woody hat man das Problem, dass das mit apt-get erhältliche Ruby-Paket hoffnungslos veraltet ist, ergo habe ich ruby 1.8.1 aus dem Source selbst gebacken, einfach downloaden und den Dreisatz ./configure, make und make install anwenden, schon hat man ein frisches Ruby auf der Debian-Kiste. Sodann besorgt man sich Instiki als tgz, packt es aus und startet instiki.rb. Fertig! Und es funktioniert nicht. ;-) Das tgz “vergisst” im Instiki-Verzeichnis die Verzeichnisse “storage/2500” anzulegen, holt man selbiges händig nach, läuft Instiki auf http://server:2500.

Da ein URL auf :2500 hochgradig unkühl ist, nutzt man den sowieso vorhandenen Apachen als Proxy (Modul mod_proxy muß natürlich vorhanden und aktiviert sein), indem man in der httpd.conf einen virtuellen Host hinzufügt:

<VirtualHost *>
    ServerName ein.toller.virtual.host
    ProxyPass / http://127.0.0.1:2500/
    ProxyPassReverse / http://127.0.0.1:2500/
</VirtualHost>

Nun ist das wiki unter http://ein.toller.virtual.host verfügbar.

Läuft Instiki einmal, kann man mit ein paar Mausklicks beliebig viele neue, in sich geschlossene Wikis hinzufügen, auch das ein Pluspunkt für Instiki. Und man kann einzelne Wikis mit Passwörtern schützen, das Wiki als Bündel von HTML-Seiten exportieren, usw. usw., einfach mal die Feature-Liste lesen.

Um wieder zum Anfang dieses länglichen Beitrags zurück zu kommen: Nun wird mein Wiki mit Instiki neu aufgebaut, vielleicht bin ich ja doch der Wiki-Typ. ;-) Instiki ist genau die Software, die einen ausreichenden Spaß- und Geek-Faktor besitzt, um einen neuen Wiki-Anlauf zu unternehmen.

Item Nº 1959

Very Social Software, oder: Der USB Powered Multi-Function Vibrator

Seit ich vorhin den Schockwellenreiter gelesen habe, rotiert mein Hirn um den USB Powered Multi-Function Vibrator.
Visionen von ganz neuen Dimensionen von Social Software suchen mich heim. Ein Plugin für ICQ z.B., das eine bestimmte Form von Zeichen in USB-Impulse ersetzt. Ein Plugin für 20six, das die infantilen Bonbons in eine irgendwie “erwachsenere” Form von Gratifikationen für die Lieblings-Bloggerin umsetzt, abgestuft, die ganze Palette von Low- über Rollercoaster- bis hin zum Gradient Burst-Mode über ein barrierefreies Formular einstellbar. Möglicherweise auch eine Option für Apples iChat AV, neben der iSight sind ja durchaus auch weitere technische Optionen denkbar. Interessante Technologie, diese Gerätschaften, aber durchaus in Sachen Usability verbesserungswürdig, wie man der Beschreibung entnehmen kann: »Our only complaint is one that we commonly have about multi-function vibes: it would be really convenient if there was an on-off button to just cut out the power when you need to turn it off instead of having to rotate through the modes until you get to off.« Bluetooth statt USB wäre sicherlich auch ein Fortschritt – Kabel sind lästig. Dann bräuchte man aber wieder eine separate Stromquelle.

So, nun zügeln wir uns wieder und wenden uns der Arbeit zu! ;-)

Item Nº 1958

Terror. Live.

Wolfgang Schäuble zur Berichterstattung über das blutige Geiseldrama in der Financial Times Deutschland: »Man muss in unseren freiheitlichen Gesellschaften darüber nachdenken, ob wir mit der Intensität unserer Berichterstattung über solche Vorfälle nicht in Wahrheit das Geschäft der Terroristen betreiben. Terrorismus zielt auf Öffentlichkeit, und diese stellen wir in einem überreichen Maße her.« Recht hat er! Warum wohl setzen die tschetschenischen Terroristen / Rebellen / Widerstandskämpfer (hier je nach politischer Präferenz das passende Substantiv auswählen) mit jeder Aktion immer noch “einen drauf” in Sachen Brutalität? Weil sie genau wissen, dass sie um so leichter auf die Schirme der ganzen Welt kommen, je grausiger und brutaler ihre Aktion ist. Die Terroristen haben ihr Ziel doch erreicht, plötzlich wird wieder über den vergessenen Krieg in Tschetschenien diskutiert. Man kann ganz sicher sein, dass es irgendwo schon jemanden gibt, der Pläne schmiedet, beim nächsten Mal noch einmal einen drauf zu setzen, damit es auch mit der “Media Coverage” klappt …

Brutale Gewaltaktionen gegen Unschuldige sind durch nichts zu rechtfertigen (muß man ja dabei schreiben, heutzutage), aber man sollte bei der Bewertung dieser Vorgänge nicht vergessen, dass keine Kameras dabei sind, wenn die russische Armee in kaukasischen Dörfern “aufräumt”. Gewalt erzeugt Gegengewalt erzeugt Gewalt. Es ist alles vorhersehbar: Die russische Armee wird die Tage “zur Strafe” gnadenlos zulangen, was wieder neuen Terror nach sich ziehen wird. Nur eine politische Lösung des Konfliktes beseitigt den Terror, dem steht Putin und sein Apparat aber im Weg. Das hat erstaunlich direkt sogar Bundespräsident Köhler in seinem Beileidstelegramm an Putin formuliert: »Wir werden ihn [den Terror] nur dann erfolgreich bekämpfen können, wenn wir seine Ursachen aufdecken und ihnen, auch mit politischen Mitteln, begegnen.« Das hätte ich nun nicht erwartet.

Lesestoff:

Item Nº 1957

»Konsumiere und kuschel!«

Auf eines kann man sich auch in diesen finsteren Zeiten verlassen: Ende August/Anfang September flattert der Ikea-Katalog in den Briefkasten. Die auffälligste Neuerung ist jene im Ton – Ikea duzt uns in impertinenter Weise, was anderweitig bereits angemessen gewürdigt wurde – ganz so, als hätten wir bereits im Sandkasten mit Ingvar Kamprad skandinavische Möbel zusammengebaut …

Aber das ist natürlich Programm, in diesen Zeiten, wo uns allenthalben der kalte Wind des globalisierten Kapitalismus das Frösteln lehrt, brauchen wir einen Platz, wo wir uns wohlfühlen können: Das Ikea-Möbelhaus.

Susanne Lang betrachtet in der taz die eigenwillige Symbiose von Konsum und Kuscheln, die uns aus dem neuen Katalog entgegenströmt: »Bisher gründete Ikea seine Erlebniswohnwelt auf einen einfachen Deal: Wir exportieren die neusten Luxus-Design-Trends erschwinglich in die eigene Wohnung, mit einer schlichten, wenn auch unausgesprochenen Gewissheit: Wir bieten das Preiswerteste. Die Kunden trauten den Versprechen. Und jetzt: Träum dich ein, während die Preise dich garantiert wach halten! Konsum und Romantik, diese beiden nur scheinbar paradoxen Pfeiler einer kapitalistisch strukturierten Gesellschaft, erobern immer offensichtlicher Werbe- und Marketingkonzepte – auch bei Ikea. [...] Zwar ist Ikea von dieser neuen Wohnsaison an denn prompt auf du und du mit seinem liebesbedürftigen Wohnwelt-Besucher. Bisher hat der Konzern seine potenziellen Kunden nur in seinen Werbespots und -claims geduzt. Wie aber spricht uns nun die Form der Möbel an? Wie begehrenswert ist das Design? Womit lockt die Erlebniswohnwelt, abgesehen von einer ‘Kleinen Anleitung für deinen Ikea-Besuch’ in sechs Punkten? Mit nicht viel mehr als mit der Botschaft: Alles ist wie immer. Nur eben preisgesenkt.« Mehr: taz: »Konsumiere und kuschel!«

Item Nº 1953

PC-Booklet über Weblogs

Ein guter Geist aus der Nachbarschaft (Merci Jens) machte mich auf ein neues Druckwerk über Weblogs aufmerksam, das es ganz ohne die “szenetypische” Aufregung in die Regale des gut sortierten Zeitschriftenhandels geschafft hat. Nämlich ein Heftchen aus der Reihe PC-Booklets mit dem schlichten Namen Weblogs, von den Dänen(!) Jesper Balslev und Jens Winther verfasst.
Nach einer kurzen, dem üblichen Standard einhaltenden Einleitung (»Ein Weblog ist eine Art Online-Tagebuch.«) zum Thema werden kurz und knackig blogger.com, Typepad und die pMachine vorgestellt (was es mit dem auf dem Titelblatt angekündigten “SPIP” auf sich hat, entzieht sich meiner Kenntnis, im Heft gibt es jedenfalls davon nichts, ich kenne auch kein System solchen Namens doch, kenne ich wohl, im Heft wird es trotzdem nicht erwähnt ;-)). Danach gibt es ein paar praktische Tipps für das Blogger-Leben, wie »Füllen Sie Ihr Weblog nicht mit unnötigen Anmerkungen, die für Ihre Leser nicht von Interesse sind«, und diverse Beispiele real existierender Weblogs mit kleinem Screenshot und Link. Und das in der Rubrik “Fotoblogs” mein Zweitblog 720 Pixel aufgeführt ist, spricht nicht nur für den guten Geschmack des für die Auswahl Verantwortlichen, sondern war auch der Grund, warum ich das Heftchen haben musste. ;-)

Fazit: Für nicht mal 5 Euro erhält der blogwütige Einsteiger eine Handreichung, die auch nicht schlechter ist als so manches mit monumentalen Wortgefechten in der Blogosphäre angekündigte Weblog-Buch zu einem Mehrfachen des Preises. Zum Einstieg reicht das, alles weitere erfährt man sowieso direkt im Medium – dem Web.

Item Nº 1950

Guckbefehl: »Zum Tode verurteilt«

Mal wieder ein Guckbefehl! Heute (Donnerstag), 22:00 Uhr (und nicht um 20:15 Uhr, wie bei Phoenix zu lesen ist!), Phoenix einschalten, es gibt den Dokumentarfilm »Zum Tode verurteilt« von Katy Chevigny und Kirsten Johnson. Die Ankündigung von Phoenix: »Herbst 2002: Der republikanische Gouverneur von Illinois, George Ryan, entdeckt schockierende Fehler im System des Gerichtsvollzugs. Missstände, die ihn davon abhalten, die anstehenden 170 Todesurteile über verurteilte Häftlinge zu unterschreiben. Der bis dahin überzeugte Befürworter der Todesstrafe muss innerhalb weniger Wochen entscheiden – und wendet sich im Januar 2003 gegen die Hinrichtungen in Illinois. Eine aufrüttelnde Dokumentation über Gewissensnot, Moral und Recht [...]« Vgl. dazu auch in der FR: »Geständnisse durch Folter«

Die Todesstrafe ist barbarisch und eines demokratischen Staates unwürdig. Recht, nicht Rache, muß das Ziel eines Rechtssystems in einer Demokratie sein, siehe dazu auch todesstrafe.de, ALIVE und die Argumente gegen die Todesstrafe bei Amnesty.

Item Nº 1944

Chinesische Frauenbilder und ein Päckchen aus der Zukunft

»Iron Women and Foxy Ladies« – Über das Frauenbild auf chinesischen Propagandapostern. Eigentlich wie die Werbung im “Westen”, nur mit anderer “Message” und anderen ästhetischen Mitteln (via Metafilter).

Apropos Metafilter, gerade entdeckt, völlig anderes Thema: »Da steht einer vor der Tür für Dich, er sagt, er kommt aus der Zukunft.« Kolin Pope erhält ein Päckchen aus der Zukunft … Auflösung hier ... ;-)

Item Nº 1943

Totenmasken-Galerie

Die Totenmaske von Gustav Mahler.
Aus der Death Mask Galery (via MetaFilter).

Item Nº 1942

Skype für Mac OS X, oder: Kommunikativer Overkill

Die beliebte Internet-Telefonie-Software Skype ist gestern als Beta-Version für Mac OS X erschienen (Merci, Martin) und wurde damit auch für mich interessant. Also wurde sie gleich mal gesaugt und installiert, und ich bin enthusiasmiert! Mit Kopfhörer und eingebautem Powerbook-Mikro habe ich mal ein bißchen rumtelefoniert, das Telefonieren über das Internet mit Skype funktioniert wirklich ganz ausgezeichnet und macht Spaß. Und in null komma nichts ist der Abend herum. ;-)

Den Status “Beta” trägt die Software nicht von ungefähr, zweimal ist sie mir richtig derbe abgeraucht, einmal so dass gar nix mehr ging und das bunte Bällchen nicht mehr verschwinden wollte. Aber da muß man halt durch, wenn man Beta-Software verwendet. Und man benötigt ein Bluetooth-Headset – kann jemand aus der verehrten Zielgruppe eines empfehlen, was problemlos mit einem Powerbook zusammen werkelt?

Ein eher philosophischer Aspekt: Wir befinden uns auf dem Weg in den totalen kommunikativen Overkill, oder sind vielleicht schon angekommen. Als ich so da saß, mit dem Skype offen, den ICQ/AIM-Fenstern blinkend, diversen E-Mail beim hereinrauschen zusehend und von RSS-Feeds mit ständigen Neuigkeiten versorgt, und dann zur Krönung noch das “normale” Telefon klingelte, da wähnte ich mich einen Moment lang in einer grotesken Parodie auf die Informationsgesellschaft eine Hauptrolle spielend. Man muß schon aufpassen, dass man sich aus dem geekigen Spieltrieb heraus nicht selbst zum Sklaven der Technik macht. Ab und an muß das alles einfach mal abgeschaltet werden, Powerbook zuklappen, und Ruhe. So wie jetzt. Gute Nacht. ;-)

Item Nº 1941

BILDet Euch!

Bei bild.de, in der Rubrik Nachrichten (!), findet man folgende Perle aus der hohen Schule des deutschen Qualitätsjournalismus, nicht umsonst ist die Journalistenausbildung in Deutschland eine der intensivsten und anspruchsvollsten: »Hallo Hirsche, hier neue Arschgeweihe.« Bild-Leserinnen lassen die Hosen mehr oder weniger herunter und senden ihrer Leib- und Magenzeitung ein Foto ihrer kunstvollen Tattoos. Passenderweise an die Adresse arschgeweih(at)bild.de. ;-)

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