das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - November 2003

Item Nº 1165

Der Beweis: Linux ist Kommunismus!

Steve Ballmer hat es ja schon immer gewusst, hier ist der Beweis:

[Hübsche Linux-Tasse]

Diese und weitere dekorative Utensilien mit identischer "Message" erhält man bei "Red Penguins under the bed" ...

Item Nº 1164

Wir Weblogger, schnell und besserwisserisch!

Es stand schon vor einer Woche im Netzbuch, nun hat es auch die Spiegel-Netzwelt erreicht: Der Microsoft-Newsbot als Google-Konkurrenz und die damit verbundene grundsätzliche Problematik.

Apropos Spiegel-Qualitätsjournalismus: Die Netzwelt hat nun auch die Sache mit den iPod-Akkus erreicht, nach der Lektüre des Spiegel-Artikels sollte man beim fscklog vorbei schauen um die Sache richtig einordnen zu können.

Item Nº 1163

Schnell! Marx wählen!

Das ZDF sucht unsere Besten, "uns" meint hier die Deutschen. Wer verhindern möchte dass ausgerechnet Konrad Adenauer gewinnt der besucht nun das ZDF und wählt Karl Marx! Auf geht`s!

Item Nº 1162

Problemfall Politiker-Interviews

[Der Rollberg] Bemerkenswertes tut sich heute im deutschen Blätterwald, es wird öffentlich wie Information und Meinungsbildung der demokratischen Öffentlichkeit in diesen Zeiten funktioniert. Alles fing ganz harmlos an, beim SPD-Parteitag führte taz-Korrespondent Jens König ein Interview mit Olaf Scholz:

»"Scholz war sehr professionell und hat auf alle Fragen routiniert geantwortet", sagt König. Kurz vor Ende des Gesprächs habe jedoch eine Mitarbeiterin eingegriffen. Ob er nicht ein paar andere Fragen stellen wolle? Der Leiter des taz-Parlamentsbüros beharrte auf seinem Recht, über die Fragen alleine zu entscheiden. Scholz, der sich nicht in den Wortwechsel eingeschaltet hatte, beantwortete die verbliebenen Fragen umstandslos.
Üblich ist zwischen Politikern und Reportern, dem Interviewten die schriftliche Fassung des Gespräches zur Freigabe vorzulegen. Unüblich war hingegen der Besuch, den der taz-Korrespondent bekam, als er auf der Pressetribüne die Tonbandaufnahme abtippte. Eine Mitarbeiterin des Generalsekretärs legte ihm nahe, die Druckfassung "zu entschärfen", andernfalls werde Scholz die Freigabe verweigern. König lehnte ab und mailte wenig später dem Büro Scholz die vorgesehene Druckfassung zu. Die Absage überbrachte die Mitarbeiterin persönlich. Nicht an der Wiedergabe von Scholz Antworten nahm die Partei Anstoß, sondern an den Fragen. Sie seien "zu pfeffrig", zitiert König die Begründung.«

Auf die Ankündigung der taz, das Interview "einfach so" zu veröffentlichen, reagierte die SPD mit der Drohung die taz zukünftig von allen Hintergrundgesprächen auszuschließen. So entschloß sich die taz den Fall öffentlich zu machen und das Thema "autorisierte Politiker-Interviews" einmal öffentlich darzustellen. Bemerkenswert: Die Süddeutsche, die Rundschau, die FAZ, die FTD, die Berliner Zeitung, der Tagesspiegel (wo auf der Website der Artikel zum Thema, zumindest für mich, unauffindbar blieb) und der Kölner Stadtanzeiger berichten alle in ihren heutigen Ausgaben (die Links führen zu den entsprechenden Artikeln) über dieses, für die heutige Zeit und das Verständnis von Öffentlichkeit bei unseren politisch handelnden Akteuren so typische, Thema.

Tenor aller Artikel: Wer sich widersetzt hat subtile Repressalien der Art, wie sie die SPD-Dame der taz androhte, zu befürchten. Tagesbefehl: Allle Artikel lesen, und sich freuen über unsere kommunikative und offene Demokratie, in der die "Herrschenden" genau wissen woher sie ihre Macht eigentlich haben und mit dieser Macht so angemessen und bescheiden umzugehen wissen ...

Item Nº 1161

Spyware unter Mac OS X?

Da denkt man, man hätte die Plagen der Windows-Welt hinter sich gelassen, da berichtet Macintouch über Spyware für Mac OS X. Der Artikel (leider ohne eigenen Permalink) nennt "Roß und Reiter". Allerdings ist man ja auch selbst schuld wenn man sich freiwillig verhärmtes Zeug wie ViewRemote installiert.

[Via Mac Net Journal]

Item Nº 1160

Gefährliche Designerdroge: PHP

Eine schon etwas ältere Meldung, nichtsdestotrotz machte sie meinen Tag: "Student Suspended Over Suspected Use of PHP"

» High school sophomore Brett Tyson was suspended today after teachers learned he may be using PHP. "A teacher overheard him say that he was using PHP, and as part of our Zero-Tolerance policy against drug use, he was immediately suspended. No questions asked," said Principal Clyde Thurlow. "We`re not quite sure what PHP is, but we suspect it may be a derivative of PCP, or maybe a new designer drug like GHB." Parents are frightened by the discovery of this new menace in their children`s school, and are demanding the school do something. "We heard that he found out about PHP at school on the internet. There may even be a PHP web ring operating on school grounds," said irate parent Carol Blessing. "School is supposed to be teaching our kids how to read and write. Not about dangerous drugs like PHP."«

[Via Beissholz]

Item Nº 1159

iCalViewer

Ein "cooles" Spielzeug für Mac OS X: iCalViewer. Die im iCal angelegten Termine nähern sich dynamisch der "Ziellinie", die "Jetzt!" symbolisiert. Man kann also, je nach Natur des Termins, Freude oder Verhängnis unaufhaltsam, transparent auf dem Desktop, näher kommen sehen. Ich liebe solche überflüssigen Spielzeuge!

[Via fscklog]

Item Nº 1158

Graffitis: Zeichen der Zeit

In der taz von heute hat wieder einmal die unvergleichliche Gabriele Goettle zugeschlagen: "Zeichen der Zeit", ein Graffiti-Experte erzählt. Es geht um Graffitis, ihre Erforschung und die stille Botschaft die in ihnen steckt:

»[...] mir [ist] , vor die Wahl gestellt, eine über und über voll gekritzelte Toilette entschieden lieber als eine mit Werbung. Und vielleicht muss ja das Subversive nicht immer ästhetisch zufrieden stellen. Tatsache jedenfalls scheint zu sein, dass es sich um Akte der Notwehr handelt, wenn die Tätowierung der Körper und die Tätowierung der Stadtlandschaften mit Zeichen, Bildern und Symbolen explosionsartig zunimmt. Wenn das, was ehemals Ausdrucksmittel von Gefängnisinsassen war, Selbstverstümmelung und das Beritzen der Zellenwand, nun von der unbescholtenen Bevölkerung praktiziert wird. Als soziales Design ist es unübersehbar.«

Item Nº 1157

Auswärtssieg!

[Borussia-Jubel in Wolfsburg] Ich muß noch meiner Freude darüber Ausdruck verleihen dass die Borussia aus Mönchengladbach, nach 15 Monaten, 21 Spielen oder mehr als 1890 Minuten Kicken auf fremden Plätzen, am Samstag in Wolfsburg tatsächlich einen Auswärtssieg errungen hat! Dass ich das noch erleben darf! Endlich muß man nicht mehr einen alten Mann am Gladbacher Alten Markt suchen und sich von ihm erzählen lassen wie das damals war, als die Borussia auswärts das letzte Mal gewonnen hat. ;-)

Nun wird alles gut!

Item Nº 1156

Debian: Gecrackt und aktualisiert

Wer in den letzten Tagen mal ein "apt-get update" versucht hat, dem ist sicher aufgefallen dass einige Debian-Server (insbesondere der mit den Security-Updates) nicht erreichbar waren. Grund: Einige Debian-Server wurden "gecrackt" (Pro-Linux, Slashdot). Nun ist wieder alles in Ordnung, und es gibt ein Update für Debian Woody, nämlich "3.0 r2". Ein "apt-get update" gefolgt von "apt-get upgrade" bringt das System auf den neuesten Stand.

[Via Slashdot]

Item Nº 1149

Billy The Kid nimmt sich einen Anwalt

[Angeblich zeigt dieses Foto Billy The Kid] Heute haben wir es von den historischen Halunken. Der Herr hier auf dem Foto ist Henry McCarty alias William Bonney alias Kid Antrim alias "Billy the Kid", bestens bekannt aus diversen Western (der beste Western über Billy the Kid ist natürlich Sam Peckinpahs Meisterwerk "Pat Garett jagt Billy The Kid"). Billy wurde 1881 von Sheriff Pat Garett in Fort Sumner, New Mexico, erschossen und dort begraben. Sagen die einen. Andere behaupten dass Billy untertauchte und in Hamilton, Texas, starb und dort begraben liegt. Um das Ganze noch ein wenig komplizierter zu machen tauchte in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ein John Miller auf und behauptete, er wäre Billy The Kid. Miller starb 1937 und ist in Prescott, Arizona, begraben. Das sind noch lange nicht alle Varianten, eine besagt sogar dass Billy sich nach England abgesetzt hatte und dort eines natürlichen Todes starb. Nun ist es aber so: Im alten Europa sucht man in der Stadtgeschichte eher nach positiv besetzten historischen Figuren um seine Stadt ins rechte historische Licht zu setzen, die oben erwähnten Örtchen haben aber in der Hinsicht nix zu bieten, ergo möchte man sich gerne damit schmücken der Ort der letzten Ruhestätte des Revolverhelden Billy The Kid zu sein und damit Touristen aus aller Welt anzulocken. Hat ja auch etwas, ich würde umgehend die Digicam zücken und mich am Grabe Billy The Kids ablichten lassen. ;-) Was dem alten Europa seine Schriftssteller und Künstler sind den Amerikanern ihre Revolverhelden. Böse Zungen behaupten dass man das auch heute noch an der amerikanischen Politik ablesen könne ...

Aber zurück zur eigentlichen Geschichte. Wie MSN berichtet kamen einige Sheriffs auf die Idee diese Sache ein für alle mal per DNA-Test zu klären, willkommen im 21. Jahrhundert, Billy. Dazu möchte man das Grab von Billys Mutter in Silver City, New Mexico, öffnen und ihren sterblichen Überresten eine DNA-Probe entnehmen. Dann möchten die Herren sämtliche Gräber von Billy The Kid öffnen und per DNA-Test prüfen welcher der "Echte" ist.

Der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, hat nun einen Anwalt bestellt der Billy und seine Mutter vor Gericht vertreten wird, denn auch in den USA kann man nicht einfach so Gräber öffnen (Yahoo! News). Am 8. Dezember steht nun die Gerichtsverhandlung zur Entscheidung über die Graböffnung von Billys Mutter an, und Billys Anwalt Bill Robins wird seine Interessen dabei vertreten. Er möchte noch mehr erreichen: Nämlich eine Begnadigung für Billy The Kid. Was Billy nicht wirklich nützen würde. Das Netzbuch wird diese Geschichte natürlich weiter verfolgen!

Item Nº 1155

"Ich habe meine Todtenvögel singen hören"

[Bild: Johannes Bückler alias Schinderhannes]Heute vor 200 Jahren, am 21. November 1803, ereignete sich in Mainz etwas das man heutzutage wohl als "Event" bezeichnen und live auf RTL übertragen würde: Der Chef einer Räuberbande, Johannes Bückler, bekannt als "Schinderhannes", wurde mit 19 seiner Kollegen öffentlich hingerichtet, die FR zitiert aus zeitgenössischen Quellen:

»Das Spektakel war aufs Trefflichste vorbereitet, galt es doch, ein zahlreiches Publikum - zwischen 15 000 und 30 000 Menschen - zufrieden zu stellen, das gar aus dem fernen Frankfurt nach Mainz angereist kam. Da war etwa, so berichtete ein anonym gebliebener Augenzeuge später, statt des üblichen Korbes, der bei 20 Hinrichtungen jedesmal umständlich hätte geleert werden müssen, "hinter der eigentlichen Maschine ein lederner Sack ohne Boden angebracht, durch welchen die Köpfe in den untern verdeckten Raum fielen (...) Vorn war eine Klappe angebracht, durch welche der Rumpf ebenfalls in den untern Raum geworfen wurde. Aus diesem quoll häufig das Blut bald von allen Seiten hervor". Auch darauf waren die Henkersknechte an der Guillotine vorbereitet, mit einem Becher nämlich, "in dem sie das herausspritzende Blut auffingen, das sie dann Umstehenden zu trinken gaben" - zum stolzen Preis von einem Gulden, sollte doch das Blut Hingerichteter die Fallsucht heilen und andere Wunder vollbringen.«

Die FR würdigt diesen Jahrestag in einem famosen Artikel, der den kurzen Lebensweg des Schinderhannes und seiner Räuberbande nachzeichnet. Weitere Artikel dazu hat das Genealog gesammelt, außerdem seien hiermit noch die privaten Website von Franz Peter Kropp, eine Facharbeit von Katja Sprenger und ein "Special" der Hunsrück-Zeitung zu vertiefender Lektüre empfohlen.

Item Nº 1154

Über Röcke und Sex

Jaaa, das ist mal eine Überschrift bei der in jedem Feedreader gleich mal "Klick" gemacht wird ...

Die taz beschäftigt sich heute mit interessanten Dingen:

"Trümmerfrau 2003" untersucht die Tatsache dass Frauen neuerdings einen Rock über der Hose tragen, und versucht eine Begründung zu finden. Aus männlicher Sicht ganz klar: Die Hose muß weg! ;-)

Und "Ist Sex mit Gleichaltrigen out?" beschäftigt sich mit dem neuen Rollenmodell auf dem Beziehungsmarkt: Ältere Frau mit jüngerem Mann. Interessante Variante. Der Gegenentwurf zum Bohlen-Modell, sozusagen.

Nett von der taz solche Artikel ins Blatt zu nehmen, das lässt den geneigten Leser die deprimierende Lektüre der Berichte vom SPD-Parteitag vergessen ...

Item Nº 1153

ZEIT für Fotos

Die altehrwürdige Zeit hat eine Fotogalerie eröffnet, mit einer etwas exzentrischen Navigation, einer "richtigen" Galerie nachempfunden. Man darf "scrollen" was die Maus hergibt und muß durch die Türen wandern. Und ganz rechts taucht regelmäßig ein Volvo an der Wand auf. Kunst und Kommerz. Was für ZEITen!

Item Nº 1152

Im Tunnel der Infogesellschaft: Personalisierte Realität

Microsoft macht nun dem Google-News-Portal Konkurrenz, berichtet Telepolis:

»Mit der Beta-Version seines MSN Newsbot startet Microsoft erstmalig einen eigenen Nachrichtendienst, der ähnlich wie Google News Nachrichten automatisch aus mehr als 4.000 Nachrichtenquellen zusammenstellt. Im Unterschied zu anderen Nachrichtendiensten ist der MSN Newsbot für MSN-Passport-Kunden allerdings personalisierbar. Wer bei Passport angemeldet ist, bekommt Nachrichten, die individuell auf seine Interessen zugeschnitten sind. Die Personalisierung basiert auf Usertracking: Das Klickverhalten des Users wird an MSN übermittelt, gespeichert und ausgewertet. Anschließend werden ihm vorrangig diejenigen Nachrichten präsentiert, die ihn aufgrund seines bisherigen Klickverhaltens interessieren könnten. «

Weil es von Microsoft kommt hat man zwar direkt ein ungutes Gefühl, aber Amazon und Konsorten machen das ja auch nicht anders.

Die Gefahr bei diesen Techniken: Weil man bestimmte Themen anschaut bekommt man nur noch bestimmte Themen zu sehen, oder aber die Themen die jeder anschaut und sowieso in allen "konventionellen" Nachrichtenmedien ganz vorne liegen. Man ist gefangen in seiner eigenen Selbstreferenz. Abgesehen davon hat man keine Ahnung nach welchen Auswahlkriterien diese Information eigentlich genau da positioniert wurde, vielleicht wurde mit "Barem" nachgeholfen?
Der Effekt der guten alten Tageszeitung, nämlich interessante Dinge zu entdecken von denen man vorher gar nicht wusste dass sie einen interessieren, geht zunehmend verloren. Und: Bei einer (guten) Tageszeitung weiß man wer den Artikel geschrieben hat und kann ihn deshalb einordnen. Holt man sich seine Informationen aus personalisierten Newsportalen und seinen selbst zusammen gestellten RSS-Feeds, fühlt man sich schnell und gründlich informiert, dabei schaut man in Wirklichkeit auf das Weltgeschehen mit einem Tunnelblick, durch einen Tunnel dessen Wände man selbst errichtet hat. Im Sinne des guten alten Ideals der "informierten Öffentlichkeit in einer demokratischen Gesellschaft" keine gute Entwicklung!

Item Nº 1151

Her mit den Weblog-Manierismen!

Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Blogosphere, auch mal (und gerade und vor allem) abseits der gewohnten Pfade meiner "Blogroll", komme ich zu der Erkenntnis: Ich bin viel zu normal. Geradezu langweilig. Man muß sich einfach ein paar gepflegte Weblog-Manierismen zulegen, heutzutage. Bspw. alle paar Tage die Kommentar-Funktion ein- und ausschalten, begleitet von bedeutungsschwangeren Manifesten die verkünden dass man ja sowieso nur für sich blogge, und überhaupt, es werde ja niemand gezwungen zu lesen. Interessant: Diejenigen BloggerInnen, die letzteres in häufiger Frequenz verkünden, rechtfertigen sich selbst und ihr Tun dann in jedem vierten Eintrag. Gut kommt auch alle paar Tage Lebensweisheiten nach "Amica-Lebens- und Partnerschaftsberaterin"-Art von sich zu geben, etwa: "Während ich so da sitze, zuschaue wie die Kerze runterbrennt und der Wachs auf die Tischdecke tropft, stelle ich fest dass ich mich mehr auf meine inneren Stärken berufen muß!" Hä? Eben. Und, auch beliebt und oft verwendet: Verkünden dass einem dieses ganze Weblog-Getue schwer auf die Nerven gehe.

Manchmal habe ich große Mühe meine durchaus (und nicht zu knapp ;-)) vorhandene bösartige Seite im Zaum zu halten, manches was man in der Blogosphere liest schreit nach einem bösen Kommentar, aber daraus erwächst nix Gutes, und da jede(r) die Freiheit hat zu schreiben was er/sie will stände es mir auch nicht zu abzulästern. Aber es juckt schon in den Fingern. ;-)

Einen Weblog-Manierismus habe ich mir nun aber gegönnt: Vulgärphilosophische Betrachtungen über die Blogosphere als solche anzustellen und ein wenig zu lästern. Man gönnt sich ja sonst nix.

Item Nº 1150

Die Lady von Yello

[Bild: Eve] Die Dame hier auf dem Bild heisst Eve, sie ist virtuelle Beraterin bei YelloStrom. Kundenbetreuung ist ihre Mission, man kann ihr Fragen stellen und ein wenig mit ihr plaudern.
Besucht nun einmal die Seite von YelloStrom und tippt in das Feld "Ihre Frage" hinein: "Zieh Dich aus." Danach dann "noch einmal", gefolgt von einem "bitte." Offenkundig hatten die Programmierer von Yello sehr viel Spaß bei Ihrer Arbeit. ;-)

[Via: Ein freundlicher Kollege ;-)]

Item Nº 1148

Das Powerbook-Gefühl

Noch mal MacGuardians: "Erfahrungen mit dem PowerBook G4 12" (1GHz)" gibt es dort zu lesen, Highlight ist ein mit wackeliger Hand aufgenommenes Video (Quicktime) von dem guten Stück. Apple-User pflegen den Kult um ihre edlen Machinen unter Einsatz aller technischen Mittel. ;-)

Item Nº 1147

Spruch des Tages

Wie sagt man so schön: Das machte meinen Tag!

»Plötzlicher Kindestod ist eine heimliche Spezialität der Ammen aus dem Krankenhaus des Grauens in Redmond.«

[MacGuardians über Microsoft und den Tablet-PC.]

Item Nº 1146

Zerstörung der Öffentlich-Rechtlichen?

Stoiber, Milbradt und Steinbrück entwickeln Ideen zur Zerstörung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, die SZ hat das Papier im Wortlaut (via Wortfeld), wie heutzutage üblich nennen sie ihr Zerstörungswerk "Rundfunkstrukturreform", denn Reform klingt immer gut.

Darin findet man innovative Ideen wie die Zusammenlegung von Arte und 3Sat. Genau, Kulturprogramme braucht man nicht so viele, wir haben ja RTL, RTL2, Vox, tm3 und Super RTL, für Vielfalt sorgt also das segensreiche Wirken des Marktes. Weiterhin soll es nur noch 61 statt 454 Radio-Programme geben. Das Fähnchen des Föderalismus, dass die Ministerpräsidenten bei jedem Ansatz zum Zusammenlegen von Bundesländern umgehend schwenken, wird beim bewusst föderal strukturierten Rundfunk schnell eingerollt. Die freiwerdenden Frequenzen kann man dann gewinnbringend an weitere Dudelwellen wie "Radio FFH" verscherbeln. Die in der ganzen Welt legendären Rundfunkorchester der ARD-Anstalten kann man auch gleich abschaffen.

Der rote Faden: Alles was nach "Kultur" riecht ist unwichtig und kann reduziert, gestrichen, zusammengelegt werden. Armes Deutschland, die "Bohlenisierung" des öffentlichen Diskurses kann weiter gehen.

Unterstützung gibt es von interessierter Seite, wie z.B. der FAZ, die in einem hämischen Kommentar bei den Öffentlich-Rechtlichen die "die letzten Orte des Byzantinismus" verortet sieht.
Natürlich sind die Öffentlich-Rechtlichen auch selbst schuld, die zunehmende Programmverflachung und Boulevardisierung der "Formate" musste irgendwann dazu führen dass man sich fragt, wo denn noch der Unterschied zu den Privaten liegt. Die Rundschau meint dazu: »Seit Jahren haben sie ihr Programm immer mehr dem Boulevard angenähert, um auf demselben nun die Privaten rechts zu überholen - man nehme nur das Erscheinen des Boris Becker, der bei Kerner in dieser Woche gleich viermal seine schon in Bild verbreiteten Zynismen (`So brutal jagte mich die Steuerfahndung`) verbreiten darf.«

Wenn die Öffentliche-Rechtlichen nicht ihre Existenz aufs Spiel setzen wollen, wird es höchste Zeit zur Besinnung auf ihre Stärken, nämlich Qualitätsprogramme statt "Boulevard-Müll" zu produzieren. Und Radioprogramme die von Menschen gestaltet werden statt von Charts-Rotations-Computern. Wenn die "Reformideen" in dieser Richtung einen Anstoß geben wäre schon einmal etwas erreicht ...

Item Nº 1145

Es wurde gebloggt!

Item Nº 1144

Für Mutige: MSIE-Basteleien

Problem für Webworker: Man kann pro Windows-Installation nur einen MS Internet Explorer installieren, man muß aber seriöserweise seine Werke auch im MSIE 5.0 und MSIE 5.5 testen, ob man will oder nicht, da immer noch eine nicht unbeträchtliche Anzahl von technisch nicht so versierten Surfern mit diesen Antiquitäten unterwegs ist.
Jens schildert auf F - LOG - GE einen Weg mehrere MSIEs parallel auf einer Windows-Installation zu betreiben, was nach Jens` Aussage ganz gut funktioniert, von einigen Nebenwirkungen wie Abstürze, wenn man das Favoriten-Menü öffnet, mal abgesehen. Mal schauen ob ich mutig genug bin das mal auszuprobieren. ;-)

Item Nº 1143

Deutsche Bahn muß zahlen

Wie nicht nur ich leider feststellen muß, hat sich die Pünktlichkeit der S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet im letzten halben Jahr rapide verschlechtert, ich kann mich gar nicht mehr genau entsinnen wann ich das letzte Mal morgens und abends wirklich pünktlich angekommen bin.
Konsequenz: »`Wir werden 2003 das schlechteste Jahr seit 1996 haben`, sagte RMV-Geschäfsführer Volker Sparmann am Dienstag im Gespräch mit der FR. Seit 1996 seien die Züge im Nahverkehr nicht mehr so oft hinter dem Fahrplan hergefahren wie in den vergangenen Monaten. Im Juli und August hatte die Pünktlichkeitsrate der Bahn nach deren eigener Statistik mit nur noch 87 und 88 Prozent einen historischen Tiefstand erreicht. Inzwischen hat sich nach Darstellung Sparmanns die Situation `leicht entspannt`. Dennoch werde die Bahn nach der mit dem Verbund vertraglich vereinbarten so genannten Bonus-Malus-Regelung `einen Millionenbetrag zahlen müssen`. Die genaue Höhe wollte der RMV-Geschäftsführer nicht nennen. Nach Informationen der FR wird die `Strafe` rund vier Millionen Euro betragen« (FR).

Richtig so! Schade nur dass man als Fahrgast kein Geld zurück bekommt, denn die Qualität der Dienstleistung ÖPNV, die ich für monatlich 127,50 Euro erwerbe, ist diesen Betrag zur Zeit in keinster Weise wert ...

Item Nº 1142

Server-Konsolidierung, oder: Oh, Du göttliches Knoppix!

Nach dem Wochenende, welches den schönen Offline-Seiten des Lebens gewidmet war, habe ich mich zum Auftakt dieser Woche einem aktuellen IT-Modetrend gewidmet: Server-Konsolidierung. ;-)

Sprich: Ich habe meinen Hardware-Zoo ein wenig ausgedünnt, zur Reduzierung der Lärmentwicklung und des Stromverbrauchs, und zur Anpassung an meine durch das Powerbook veränderten Computer-Gewohnheiten. Das alte Notebook wurde verschenkt, ebenso der P75 der bisher als fli4l-Disketten-Router fungierte. Letzterer wurde durch einen leisen und stromsparenden Hardware-Router ersetzt.

Als Server im Netz fungiert nun der bisher nur als GiantDisc-MP3-Server eingesetzte PII mit Debian, beim Neuordnen der Platten passierte dann ein Malheur: Da der PII ein BIOS besitzt das nur Platten bis 33GB erkennt lief dort ein Diskmanager von IBM, um die 60GB-Datenplatte ansprechen zu können. Den habe ich in einem Moment geistiger Umnachtung von der Boot-Partition entfernt und wollte die 60GB-Platte in meinen P4-Arbeitsrechner einbauen. Das Problem: Da sie mit dem Diskmanager partitioniert worden war, erkannte kein installiertes System die Partitionen, kein Debian, kein Gentoo, Windows sowieso nicht. Die Diskette mit dem Diskmanager blieb unauffindbar. Gut, denkt man sich, holt man ihn sich bei IBM. Dort wird man zu Hitachi geleitet, nach einiger Sucherei findet man die lapidare Botschaft: »Looking for Disk Manager? Disk Manager is no longer available for download on our site, because systems with Windows XP and 2000 don`t require it.«
Na toll. Es gibt ja auch keine anderen Systeme, und dass man eine bereits mit Daten bestückte Platte besitzt und dafür noch mal einen Diskmanager benötigt ist ja so unwahrscheinlich wie Schnee im August. Was für ein Fruchtgetränke-Kontor! Damit haben wir einen weiteren Eintrag auf der "Schwarzen ralle-Liste" von Herstellern die bei zukünftigen Hardware-Anschaffungen keine Berücksichtigung mehr finden werden ...

Das Problem verschärfte sich, mir wurde ganz ungut zu Mute, denn auf der 60er waren insgesamt 30GB wichtige Daten (alle mühsam von meinen CDs gerippten MP3s, das Archiv meiner Arbeit seit 1997, usw.), die ich schon immer mal auf DVD brennen wollte, aber irgendwie nie zu gekommen bin. ;-) Was nun? Mit einem Hex-Editor die Partitionstabelle bearbeiten? Sehr gefährlich!

Ein von zahlreichen Lucky-Strike begleitetes fieberhaftes Nachdenken über eine Lösung setzte ein, dann, auf dem Rückweg vom Rauchen, fiel mein nachdenklicher Blick auf eine Knoppix-CD. Debian und Gentoo konnten die Platte nicht ansprechen, wieso also Knoppix? Aber "Versuch macht klug", also wurde flugs Knoppix gebootet, und, unfassbar aber wahr, die Platte konnte problemlos "gemounted" werden. Nun bleibt der Rechner an, die Daten werden auf eine andere Partition gesichert, und dann wird alles, was Diskmanager und seine Partitionen ist, gänzlich entfernt. Für dieses Gefühl der Erleichterung werde ich Klaus Knopper und seinem genialen Knoppix bis ans Ende aller Zeiten dankbar sein, oh göttliches Knoppix, ich bin Dein devoter Adept ...

Was lernen wir daraus? Nie, nie, nie Festplatten mit verhärmten Diskmanagern einrichten, und wenn dann die Installationsmedien am berühmten "sicheren Ort" verwahren. Und man sollte bis ans Ende aller Zeiten Award für ihre saudummen BIOS-Bugs schlagen und prügeln, denn ich habe mit eigenen Händen in einen PII 266 mit Phoenix-Bios problemlos eine 120 GB-Platte einbauen können, dass das ohne Diskmanager nicht funktioniert ist also keineswegs ein Naturgesetz, auch nicht bei 3,5 Jahre alten Boards.

Und eine weitere Lehre: Mit Macs wäre das alles nicht passiert. ;-)

Item Nº 1141

Netz-Kulturelles zum Wochenende

Raine Koskimaa fragt auf dichtung-digital: »Is There a Place for Digital Literature in the Information Society?« Fazit: »In this world, what matters are products and formats, which easily can be adopted all over the globe. Literature, tightly tied to national languages [...], does not suit the expectations of the architects of the globalized digital world.«

dichtung-digital bietet zwar interessante Beiträge, aber leider eine etwas krude Frame-Navigation mit teilweise fehlerhaften URLs, man muß sich ein wenig "durchpfriemeln" ...

Das Problem mit dem "Denkstoff" im Netz: Interessante Ansätze werden in technisch unzureichender Verpackung angeboten. Paradebeispiel: tripleC, "e-journal for cognition, communication, co-operation", nutzt das Zope-CMS Plone, bietet aber die Artikel der aktuellen Ausgabe nur als PDF an. Schade. Die Artikel drehen sich inhaltlich um systemtheoretische Ansätze zur Erklärung der digitalen Informationsgesellschaft, wer Freude an "System-Umwelt-Beziehungen" und "Autopoiesis" hat sollte mal einen Blick auf die PDFs werfen.

Etwas exotischer ist die Idee hinter Redirected: »redirected ist eine mehrteilige, performative Versuchs-Reihe, die die Grenzverwischung zwischen virtuellen und realen Körpern sowie realen und virtuellen Räumen erforscht« Im Netz wird Material gesammelt, und dieses wird dann in öffentlicher Lesung aufgeführt, und zwar am 14.11. in Gießen.

Und damit wünsche ich allerseits ein in allen geistigen und körperlichen Gelüsten umfangreiches Wochenende. ;-)

[Via Rohrpost-ML]

Item Nº 1140

Linkhub

Item Nº 1139

Prügelstrafe! Jetzt!

Ich bin für die Einführung der Prügelstrafe (obskure Seite, über die Ausrichtung des Autors bin ich mir nicht so ganz sicher, besonders die Fotos aus Filmszenen lassen ein mehr als rein ethisch begründetes Interesse an der Thematik vermuten), und zwar für Personen die in öffentlichen Verkehrsmittel ihre mit ihrem ekelhaften Mundschleim behafteten zerkauten Kaugummis einfach irgendwo hin kleben. Steige ich doch eben aus der Bahn, betrachte meine Crumpler-Tasche (Vorsicht, Flash!), und muß konstatieren dass ein zermanschter Kaugummi an der Unterseite klebt. Das ist so eklig, davon bekomme ich gleich Pickel und muß mich zusammen nehmen dass mir nicht das Frühstück hoch kommt. Jedes bei solch einer Schandtat erwischte Individuum müsste umgehend, noch auf dem Bahnsteig, ausgepeitscht werden. Jawoll!

Ich glaube, ich sende diese Idee mal meinem örtlichen CDU-Abgeordneten ... ;-)

Item Nº 1138

Amtlich: Bayern haben keine Eier!

Nun ist es also amtlich, der von Olli Kahn ausgerufene "offizielle Eier-Test" gegen Lyon ging ja buchstäblich in die leere Hose: Die Bayern haben keine Eier! (ARD: Bayern bleibt in der Herbstkrise)

Item Nº 1137

(Nicht-)Treffen wie Borussia

[Screenshot: Borussia Torwand Challenge] Ein kleines Flash-Spielchen zwischendurch: Borussia Mönchengladbach Torwand Challenge, das virtuelle Borussentrikot überstreifen und dann auf die Torwand schießen. Level 1 ist noch trivial, danach geht es ans Eingemachte. Mein Ergebnis ist sehr bescheiden, ich treffe wie die echten Borussia-Stürmer, also eher selten bis gar nicht ... ;-)

Item Nº 1136

Linkhub

Item Nº 1135

Novell SUSEware

Novell krallt sich SuSE, und ein "Frankenwindows"-Fan schreibt im Heise-Forum einen Abschiedsbrief: »Erinnerst du dich noch, wie ich dir damals im romantischen Schein des blauen Win-Bildschirms heilig versprochen habe, nur noch fremdzugehen, wenn ich spielen will*? Ich bin standhaft geblieben. Und du? Du hast dich vollkommen naiv an einen Ami verschenkt. Du wolltest berühmt werden, und hast Mr. Novell geglaubt, als er dir versprochen hat, er würde dich ganz groß rausbringen - die Heidi Klum der IT-Branche aus dir machen. Ha! Und gleich noch eins: Ha!Wenn du in den US of A angekommen bist, fahr mal auf den Straßenstrich von Silicon Valley. Da findest du jede Menge von den gebrochene-Herzen-durch-gebrochene-Versprechen-Verlierern.«

Und noch ein paar etwas ernsthaftere Einschätzungen präsentiert NewsForge.

Was soll man davon halten? Ich habe mich vor zwei Jahren, nachdem ich von 1994 an treuer SuSE-Anhänger war, von SuSE-Distributionen verabschiedet, weil sie sich leider als "un-update-bar" offenbarten. Von daher ist es mir eigentlich egal. Andererseits ist es ein weiterer Schritt in Richtung "totaler Linux-Kommerz", was mir ein rational schwer erklärbares Unbehagen verursacht, gerade weil es ein amerikanisches Unternehmen ist. SCO lässt grüßen.

Item Nº 1134

Aero Lloyd kämpft!

[Foto: Demonstration der Aero Lloyd Mitarbeiter in München am 20.10.] Die Belegschaft der Oberurseler Fluggesellschaft Aero Lloyd hofft weiter auf eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs. Die MitarbeiterInnen der Aero Lloyd informieren auf ihrer eigenen Homepage "Aero LLoyd kämpft!" über ihre Sicht der Dinge, interessant ist es zu lesen welche Rolle die bayerische CSU-Regierung bei der ganzen Insolvenz-Geschichte spielt. Und es gibt eine Galerie mit Fotos von der Demo in München am 20.10. zu sehen.

Da ja, wie neulich schon mal erwähnt, Aero Lloyd vor einigen Jahren Kunde von mir war, drücke ich den MitarbeiterInnen natürlich beide Daumen dass die Insolvenz abgewendet werden kann und die AL-Flieger schon bald wieder von den Runways dieser Welt abheben ...

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