das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - March 2003

Item Nº 723

"Der Rumsfeld des Schienenverkehrs"

In der taz findet man einen Leitartikel zu den Problemen der Deutschen Bahn und ihres Chefs Hartmut Mehdorn mit dem neuen "übersichtlichen" Tarifsystem: »BUNDESBAHN: MEHDORNS NEUE TARIFE SIND GESCHEITERT.«

»An Warnungen hat es nicht gefehlt, als Mehdorn im Dezember das neue Tarifsystem der Bahn einführte. Er hat es trotzdem getan - und geriert sich jetzt, wo sich das Unternehmen als Fehlschlag entpuppt, wie ein Donald Rumsfeld des deutschen Schienenverkehrs: Unflätig beschimpft er jene Hasenfüße unter den Politikern oder der eigenen Kundschaft, die seine Durchhalteparolen nicht mehr hören wollen.«

Ich kann mich nicht beschweren, der neue Fahrplan brachte für Wiesbaden eine erheblich bessere Anbindung, und das Tarifsystem kenne ich so gut dass ich auf Bahn-Auskünfte nicht angewiesen bin um die günstigste Verbindung ausfindig zu machen. Aber die armen Gelegenheits-Bahnfahrer, die sind nicht zu beneiden, das Personal ist teilweise recht ahnungslos ...

[Mehr: taz]

Item Nº 722

BlogShares

Ein Nachtrag dazu: In der Netzeitung gibt es ein Interview mit BlogShares-Entwickler Seyed Ravazi: »Weblogs als Markt«

Item Nº 721

Was Sie schon immer über Cruise Missiles ...

... wissen wollten aber nie zu fragen wagten: »How Cruise Missiles Work«

Item Nº 720

Was man nicht mit Debian-Linux machen sollte ...

Seine /etc/apt/sources.list auf "Unstable" umstellen, sich denken "hey, da ist ja ein neuer Mozilla 1.3" drin, und dann völlig naiv ein "apt-get install mozilla" eintippen. Resultat: KDE weg, Gnome weg, und Mozilla funktioniert natürlich auch nicht. Ein Hoch auf die Debian-Paketverwaltung mit ihrem "microsoftesken" Eigenleben. ;-)

Gibt es denn keine Linux-Distribution deren Paketverwaltung nicht "saugt"? Oder hat man nur die Wahl zwischen "stabil aber alt" oder "neu aber endlos basteln"? Ich denke ich muß mal Gentoo ausprobieren, es liest sich zumindest so als dass dort Wert drauf gelegt wird immer "frische" Ware in einer schönen Paketverwaltung parat zu haben.

Item Nº 719

Mesopotamien ...

..., das Land zwischen Euphrat und Tigris, ist nicht nur das aktuelle "Theatre of operation", sondern eine der Wiegen unserer Zivilisation: »Seit Tausenden von Jahren durchfließen die beiden Ströme das Land und sahen große Reiche kommen und gehen. Mächtige Herrscher bauten ihre Städte an ihren Ufern und lenkten von dort die Geschicke der damals bekannten Welt. Neben dem Alten Ägypten war Mesopotamien die zweite Quelle, aus der über die Griechen und Römer das Wissen der damaligen Zeit zu uns gelangte und unsere Zivilisation prägte« heisst es auf Vergessenes Mesopotamien, eine schöne Website, die versucht uns das Leben der damaligen Zeit nahe zu bringen. Auch wenn sie seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert wurde sollte man sich die Geschichten aus dem alten Mesopotamien in einer ruhigen Minute mal zu Gemüte führen.

Item Nº 718

Alles ist Börse

Wenn ich eines "ätzend" finde dann ist es das die "Durchökonomisierung aller Lebenswelten"; die Welt und das Leben, alles ist nur noch eine große Börse. Und die implizite Aussage darin: Börse, und der damit verbundene Weg des Wirtschaftens mitsamt seiner Auswirkungen auf das Soziale, ist etwas positives. Darüber kann man aber trefflich streiten.

Zwei Beispiele: Ein Bericht der futurezone über "Online-Börsen-Handel" mit fiktiven Wertpapieren zum Tag von Saddams Sturz, und BlogShares, eine "Börse" zum Handel von Weblogs mit Links als Währung (via Bloghaus).

Item Nº 717

Das gebrochene Sprachherz Europas

Und noch einmal FR (ich habe heute morgen in der Bahn wieder fleißig für Euch Zeitung gelesen ;-)): »Das gebrochene Sprach-Herz Europas. Können wir von Frankreichs Sprachpolitik lernen?« beschäftigt sich mit einem meiner Lieblingsthemen, nämlich die sprachliche Hegemonie des Englischen und ihren Einfluß auf unsere eigenen europäischen Muttersprachen: »Der Bundeskanzler will seine derzeit nicht sehr populäre Politik in einer road-show unter die Leute bringen, die Bildungsministerin wird eine task force zum Pisa-Notstand einrichten, und Herr Hartz hat dem staunenden Publikum den JobFloater und andere schicke Sachen im JobCenter (vormals Arbeitsamt) empfohlen: controlling, bridge system, benchmarking usw. (alles nachzulesen auf der Webseite www.spd.de unter summary!).«

Autor Jürgen Trabant vergleicht den Umgang der Deutschen mit diesem Phänomen mit den französischen "Sprachpflegegesetzen" und fragt sich warum wir Deutsche die "Unterwanderung" unserer Sprache so widerstandslos hinnehmen, nicht nur das, sondern sogar begeistert mitmachen (man schaue nur einmal in den weblogcheckup und picke sich mal willkürlich 10 Weblogs heraus, lese und staune):
»Die Deutschen dagegen, vom Bundeskanzler über spd.de bis zum Computer-Kid, müllen ihre Sprache geradezu lustvoll globalesisch zu. Warum tun sie das mit dieser auffälligen Übertreibung? [...] Sie lieben nämlich ihre Sprache nicht (mehr). Denn unsere Sprache ist die tragbare verhasste Geschichte, sie ist der hörbare Makel, der uns unauslöschlich mit dem brüllenden Hitler, mit dem geifernden Goebbels, mit dem Gebell der Befehle in Auschwitz verbindet. [...] Diese Verbindung zu unterbrechen ist unsere Sehnsucht. Und die Globalisierung ist die Gelegenheit: Schaut her, wir sind gar nicht wir. Wir sagen längst road show, task force und jobfloating statt "Achtung!" und "Jawoll, Herr Obersturmbannführer!".«

In Frankreich hingegen kümmert man sich ausgiebig um die eigene Muttersprache, es ist gesetzlich vorgeschrieben dass Regierungen und Behörden sich in französischen Wörtern ausdrücken müssen. Das finde ich gut, es verhindert "sprachliche Nebelkerzen" wie die Hartz-Kommission-Anglizismen, die ja nur einem Zweck dienen: Sozialabbau mit "coolen" englischen Begriffen als Fortschritt zu tarnen.

Außerdem kümmert sich Frankreich "amtlich" um die Pflege der Sprache, die Website der Délégation générale à la langue française et aux langues de France bietet einen Einblick in die vielfältigen Bemühungen der Franzosen. Frankreich, Du hast es besser!

Item Nº 716

Das Internet in den Zeiten des Krieges ...

... ist Thema eines weiteren Artikels, diesmal von Michael Charlier in der FR: »Wer die über das Internet zugänglich gemachten Informationen nutzt, hat zwar auch nur geringe Chancen, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu erfahren - aber ein bisschen mehr Durchblick durch den Propagandanebel gewinnt man schon.«

[Mehr: Alternative Nachrichten zu Irak]

Item Nº 714

Warblogs mal wieder

In der Netzeitung zu lesen: Ein Interview mit Michele Catalano, eine der InitiatorInnen von The Command Post: »Weblogs bieten ehrlichere Berichterstattung über den Krieg.« Und auf deutsch gibt es die "ehrlichere Berichterstattung" natürlich auf dem Rollberg. Zurück zur Werbung!

[Update] Und hier habe ich noch eine ganz andere Stimme zu "Warblogs" entdeckt, ein
Artikel auf hor.de mit dem schlichten Titel "Warblogging": »Noch netziger: die Warblog-Community, die Gemeinschaft der Linker und Meiner: der Feldherrenhügel im Web. Die selbstgeschmiedete Superwaffe des Surfers gegen die Langeweile. Das haben auch die Spielemacher begriffen. Gespannt beäugen sie die wahren Interessen der meinenden Konsumenten. Neue Dimensionen des Kriegsspiels werden erschlossen. Daneben äugen bestimmt die Geheimdienste, die so auch mal einen Link finden. Vor allem aber die Warblogger selbst, die sind jetzt wer. Mögen sie sich nicht selbst ausbremsen, nicht zu oft das Selbstgetippte wieder und wieder lesen - sondern noch viele informative, lustige, schockierende Links finden und dazu meinen und wiren« (via digital diary).

Item Nº 715

Zeitgenössische irakische Wandmalerei

[Wandbemalung im Irak]

"Kunstwerk" an einer Häuserwand in Nasarija, entdeckt von den "embedded" reisenden Fotoreporten von Getty, gefunden bei CNN.

Was für eine Welt voller Frieden und freundlicher Menschen ...

Item Nº 713

Mason

Das sieht interessant aus, für den Fall dass ich mal genug von PHP habe und mal wieder eine Website mit Perl bauen möchte: Mason. »Mason is a powerful Perl-based web site development and delivery engine. With Mason you can embed Perl code in your HTML and construct pages from shared, reusable components.
Mason solves the common problems of site development: caching, debugging, templating, maintaining development and production sites, and more.«

Ist hiermit notiert zum testen!

[gefunden bei retroga.de]

Item Nº 712

slsahdot.org

slsahdot.org erfüllt nur einen Zweck: Es zählt die Damen und Herren die beim Eintippen von slashdot.org die Buchstaben "a" und "s" vertauscht haben ...

Item Nº 711

Un-CD Register

Heise hat nun auch eine Datenbank für CDs die keine mehr sind, sogenannte "Un-CDs", also Musik-CDs die mit einem Kopierschutz verunstaltet sind. Dort kann man bereits vor dem Kauf nachschlagen ob die Silberscheibe der Begierde auf der eigenen Hardware läuft, und, wenn man selbst eine gekauft hat, diese Information dort eintragen.

Bei der britischen "Campaign for Digital Rights" gibt es schon länger eine Liste mit "Known Bad CDs."

Item Nº 710

Ein alter Klassiker ...

... sind die von Dr. Web zusammen gestellten10 häufigsten Ärgernisse im Webdesign. Besonders der Punkt "Werbung, die sich über den Inhalt legt" treibt mich regelmäßig zur Raserei, letztens habe ich ziemlich blöd geguckt als ich Spiegel Online lesen wollte und plötzlich die ganze Seite voller Äpfel war die aus imaginären Löchern auf die Seite sprangen. Auch "Automatische Änderung der Fenstergröße" ist ein Übel, noch "besser" sind Fenster die sich ungefragt im "Kiosk-Mode" öffnen und den ganzen Desktop einnehmen, ein unvorsichtiger Klick darauf löst eine Kette von "Angeboten" aus, nur ein beherztes ALT-F4 erlöst den Surfer von seinem Leiden ...

Item Nº 709

Reminder: Beiträge zum Irak-Krieg ...

pic ..., dem derzeit alles dominierenden Thema gibt es "rund um die Uhr" auf dem Rollberg zu lesen. Darum gibt es hier im Netzbuch dazu nichts mehr, statt dessen habe ich mich in das Rollberg-AutorInnen-Kollektiv eingereiht.

Item Nº 708

MySQL 4 testen

Kaum ist MySQL 4 für den Produktiv-Einsatz freigegeben gibt es schon wieder ein Update von LAMPP um das Ganze auszuprobieren. Ich habe dafür zwar schon einmal "Werbung" gemacht, aber es gibt einfach keinen schmerzloseren Weg um einen Testserver aufzusetzen, damit man die neuen Versionen von Apache, PHP und MySQL testen kann bevor man damit im "real life-Einsatz" konfrontiert wird, als das LAMPP-Paket der Apachefriends.

Alles über LAMPP, WAMPP und XAMPP gibt es auf apachefriends.org.

Item Nº 707

Adoptiere einen britischen Saufkumpanen!

Very british: Auf der britischen Website Pubs 2000 kann man einen der (nicht nur in britischen Pubs) anzutreffenden "immer-an-der-Theke-mit-nem-Glas-in-der-Hand"-Steher "adoptieren", sprich, ihm ein paar Glas Bier spenden. Mein Favorit ist er hier, 59 Jahre alt und bereits seit 50 Jahren im Pub. Früh übt sich ...

(via futurezone)

Item Nº 706

Internet unter Druck

Die Gier nach Informationen zum Golf-Krieg treibt das Internet in die Knie. Man kann nicht mal mehr bei Google suchen, die Verbindungen nach Nordamerika sind, zumindest wenn man das Netz der Telekom benutzt, völlig überlastet (vgl. dazu auch futurezone: "Krieg führt zu Ansturm auf Newssites").

Item Nº 705

Blogheads

Eine (wie üblich) bitterböse Kolumne der Reihe "Müllers Böse Bytes" auf multimedia.de beschäftigt sich mit ""Blogheads - Egomanie der Blogger":

»Blogging ist heiß und cool, die eigene HomePage ist "out", das eigene Weblog ist "in". Priviligierte Luxusmenschen vertrauen nicht länger auf das billige Bündel Papier (Made in China), um ihre Gedanken, Sehnsüchte, Schweinereien, Träume und Erlebnisse ihrem treuen, schweigsamen Freund Tagebuch zu erzählen. Nein, heute muss es eine globale Infrastruktur mit Servern, Datenbank, PHP- oder Perl-Skript sein, um die eigenen Gedankenfürze der ganzen Weiten-Web-Welt aufzudrängen.«

Und mit diesen weisen Worten wünscht der "privilegierte Luxusmensch" aus dem Netzbuch allerseits ein schönes Wochenende ...

Item Nº 704

Gute Idee!

Und wieder etwas Neues aus den technologischen Giftküchen der Musikmultis: »[..] das US-Unternehmen Sunncomm will in Zukunft seinen Kopierschutz für Musikstücke direkt in die Audio-Files integrieren.
Selbst wenn die digitalen Songs anschließend komprimiert, auf ein analoges Medium überspielt oder aus dem Radio aufgenommen werden, soll die hartnäckige Markierung dabei erhalten bleiben« (futurezone).

Sie werden es nie lernen. Nicht Restriktionen, sondern nur Qualität bringt den Konsumenten als solchen dazu wieder mehr Musik zu kaufen.

Item Nº 703

Kriegs-Bloggen ...

... findet ab sofort auf dem Rollberg statt, kollektive Weblogs sind für so ein nachrichtenintensives Thema wie dem Krieg am Golf IMHO besser geeignet.

Item Nº 702

"Linux ist unreif"

Zur Abwechslung mal etwas "unkriegerisches": "Linux ist unreif" lautet die Überschrift über einem Interview mit "Sun"-Boss Scott McNealy auf der Website des "manager-magazins":

»So unreif wie Linux derzeit ist, benötigt das System unzählige Beraterstunden zur Anpassung und Wartung.« Ansonsten sondert Antipath McNealy (ich konnte den Burschen noch nie leiden, gegen ihn ist mir Bill Gates richtig sympathisch) nur Binsenweisheiten ab, dass nicht ein System für alle denkbaren Anwendungsfälle geeignet ist leuchtet jedem ein.

(via Netlife-Liste)

Item Nº 701

High-Tech-Waffen

In der FR: »Die Waffen der US-Armee. Töten auf High-Tech-Niveau: "Kluge Bomben", unsichtbare Flugzeuge, computergelenkte Raketen, mausgesteuerte Kampftruppen.«

Die Rundschau stellt die amerikanische Kriegs-Maschinerie vor die in den nächsten Wochen unser ständiger Begleiter in den Nachrichtensendungen sein wird.

Item Nº 700

Krieg auf der Couch

Nun ging der Krieg also los, und es war genauso wie gestern prognostiziert: Es gab eine Menge Sendezeit, aber wenig Informationen. Ich habe nur heute morgen etwa 45 Minuten geschaut, das reichte aber um die immer gleichen Bilder der im Dunklen startende Cruise-Missile und die Explosionen in Bagdad mehrmals zu sehen.

Was macht man da als TV-Sender? Man füllt die Sendezeit mit "Experten". Ein besonders beeindruckendes Exemplar ist der "n-tv-Militärexperte", der stramme General a.D. Konrad Freytag. Mit verkniffenem Gesichtsausdruck erläutert er zackig die militärische Marschrichtung, und nennt aus Prinzip die Amerikaner und Briten immer "Koalition", das gibt dem ganzen einen Hauch von Legitimität.

Apropos "Koalition der Willigen": Im Prinzip gehört Deutschland auch dazu, denn Deutschland stellt 4000 Soldaten zur Bewachung amerikanischer Einrichtungen und gewährt den USA und Großbritannien volle militärische Bewegungsfreiheit in Deutschland, das ist erheblich mehr als die meisten vollmundigen "Kriegsfans" wie Aznar oder Berlusconi leisten. Irgendwie wird das aber, zum Glück für die Bundesregierung, in Deutschland noch nicht so richtig wahrgenommen, dass da ein Widerspruch in geäußerter Meinung und tatsächlichen Handeln bei der Bundesregierung besteht.

Item Nº 699

Und schon wieder ...

... ein Artikel über Weblogs, diesmal im "Standard" aus Österreich: »Internet-Tagebücher spiegeln kollektiven Denkprozess - Die Blogger drängen in den Mainstream«

Darin wird das "pMachine-Vorzeigeprojekt" AlwaysOn von seinem Erfinder Tony Perkins als "nächster Level" des Webloggens gepriesen. Und zum Google/Pyra(Blogger)-Deal: »Einige Anbieter haben eine Suchmaschine für Blogs eingerichtet, aber die Datenbank dahinter ist begrenzt. Daher erwarten Beobachter der Blogger-Szene, dass Google an einem umfassenden Blogger-Service arbeitet. Dann könnten die besten Blogs einfacher gefunden werden und sich zu einflussreichen Trendsettern entwickeln, die die öffentliche Meinung beeinflussen - eine Funktion, die bisher den Medien zukommt.«

Irgendwie ist mir da immer zu viel "Hype" drin, Webloggen/Bloggen ist doch eigentlich so eine einfache Sache: Man baut sich eine Website mit einer Blogsoftware oder, noch einfacher, meldet sich bei einem Anbieter an und schreibt einfach. Diese Dinge mit Dollars und "webloggenden Wirtschafts-Promis" sind ja schön, aber nicht notwendigerweise eine "Weiterentwicklung". Zumal die Beiträge der Promis auf AlwaysOn mehr an Kolumnen in Kauft-Dot.Com-Aktien-Magazinen aus dem Jahre 1999 als an Weblog-Beiträge erinnern ...

(via Schockwellenreiter)

Item Nº 698

Eine pikante Frage ...

... wirft N24 auf: »Saddam mit Recht zum Präventivkrieg?« Anders gefragt: Hat der Irak ein Recht darauf sich zu wehren, mit allen Mitteln? Wären Terroranschläge in der "westlichen Hemisphere" eine legitime Selbstverteidigung gegen den übermächtigen Angreifer?

Item Nº 697

Der Krieg hat begonnen ...

..., oder, wie George Paine auf War Blogging schreibt: »The Dogs of War are Unleashed«

This is London, die Website des britischen "Evening Standard", berichtet: » British and American troops were involved in fierce fighting near Iraq`s main port today as the war to topple Saddam Hussein began. The firefight broke out near Basra as men of the Special Boat Service targeted the strategically vital city and the oilfields in southern Iraq.«

Nun geht es also los, und wir können uns auf die mediale Offensive aus Sondersendungen und Propaganda einstellen. Dabei wird es wie immer sein: Dauernd Sendungen im Fernsehen, aber man sieht nichts, außer dem was die U.S. Army freigibt weil sie wollen dass wir es sehen.

Item Nº 696

MySQL 4 freigegeben

PHP-Center: »MySQL AB hat mit MySQL 4.0.12 die erste für den Produktionseinsatz zertifizierte Version von MySQL 4 freigegeben.« Es gab zwar schon länger Versionen zum Download, diese wurden jedoch offiziell nicht für den Produktiv-Einsatz empfohlen.

Download-Möglichkeit für diverse Systeme gibt es natürlich bei mysql.com.

Item Nº 695

Uninspirierter Artikel

Mal wieder ein Artikel über das "Bloggen", diesmal bei RP Online: Internet-Blogger halten die Meinungsfreiheit hoch.

»Seit die US-Regierung offenbar unausweichlich auf einen Irak-Krieg zusteuert, erfreuen sich Internet-Meinungsforen großer Beliebtheit. Die "Blogger" melden sich zu Wort - und schaffen alternative Informations- und Dikussionsmöglichkeiten.«

Wieso sind Blogs "Foren"? DerArtikel liest sich als wäre er ohne Verständnis irgendwo abgeschrieben ...

Item Nº 694

Praktisch

Bei Ecin: Was Sie schon immer über Online-PR wissen wollten …

»Auch wenn die Basics der Pressearbeit im Internet mittlerweile eigentlich bekannt sein sollten, landen noch immer viele Unternehmensmitteilungen ungelesen im virtuellen Papierkorb. Häufig ist der Inhalt selbst zwar durchaus interessant, doch die „Verpackung“ ist derart schlecht, dass diese Meldungen schon an der ersten „Qualitätshürde“ scheitern. Dabei könnte alles so einfach sein.«

(gefunden bei Dr. Web)

Item Nº 693

Das erste Opfer eines jeden Krieges ...

... ist bekanntlich die Unschuld oder die Wahrheit. Letzteres hält aber trotzdem auch die Journalisten nicht davon ab ihren kleinen "High-Tech-Krieg" zu führen, wie die futurezone beleuchtet: Der Krieg live im Wohnzimmer - Macs und PCs ziehen in den Krieg. Und ähnlich den großen Feldherren machen sie aus ihrem High-Tech-Gedöns ein großes Geheimnis. Aber, egal ob tragbare Helmkamera für Kampfpiloten, tragbare Satellitenschüsseln oder Windows-Notebooks mit Videoschnittsoftware: »Doch wie umfassend und realistisch die Bilder wirklich sein werden, welche die Zuseher weltweit auf ihren TV-Geräten präsentiert bekommen, hängt wohl nicht zuletzt auch vom Willen des US-Militärs ab.« (ebd.). Eben.

Telepolis zum gleichen Thema unter der Übrschrift Bildbereinigung in den Medien: »Mit angedrohten Bombardierungen von Hotels und Satellitenverbindungen auf der einen und im Militär "eingebetteten" Journalisten auf der anderen Seite will das Pentagon die Kontrolle über die Kriegsberichterstattung sichern.« Unabhängige Berichterstattung ist den Feldherren ein Dorn im Auge, der eingebettete Reporter, der die kämpfenden Einheiten begleitet, ist nun erwünscht. Der Grund ist klar: Es liegt in der Natur der Sache dass Menschen, die in Ausnahmesituationen miteinander unterwegs sind, solidarisch miteinander werden, das würde uns allen so gehen. Sprich, man nimmt weniger der Krieg als Ganzes mit seinen politischen Hintergründen als vielmehr eine Einheit mit Menschen die tapfer ihren "Job" tun, und für die man automatisch Partei ergreift wenn man eine Zeit lang gemeinsam unterwegs ist, wahr. Verantwortungsvoller Journalismus würde das also von vorne herein ablehnen, aber den muß man in der Jagd nach Einschaltquoten sowieso mit der Lupe suchen.

Item Nº 692

Spammer ...

... werden auch immer dreister: Gerade hatte ich zwei Mal ein je 220 KByte großes "Newest Internet Security Pack" von Microsoft persönlich in der Mail. Nett von ihnen, einem das gleich persönlch zu senden. ;-)

Es handelt sich dabei um einen Dialer oder Virus oder weiß-der-Geier-was, jedenfalls nichts gutes. Wer also eine Mail bekommt die mit den Worten »Microsoft Client, this is the latest version of security update, the
"March 2003, Cumulative Patch" update which eliminates all
known security vulnerabilities affecting Internet Explorer,
Outlook and Outlook Express as well as five newly discovered
vulnerabilities« beginnt sollte diese kommentarlos löschen, natürlich vorher zu den Göttern des Netzes beten dass man keinen Email-Client benutzt der schon in der Vorschau automatisch anhängende Dateien ausführt ...

Item Nº 691

Social Software und HTML-Tags

Eine interessante Geschichte hat Thomas N. Burg entdeckt: Kann Software die Welt ein bißchen fairer, demokratischer und "freier" machen? Das müssen wir noch lesen, daher nun eine der berühmten "Notizen an mich selbst":

Joichi Ito: Questions on Emergent Democracy

Ross Mayfield: Opinion Tags. Das ist eine ganz "schräge" Geschichte, die noch einer gesonderten Betrachtung würdig ist. Aber nicht mehr heute. ;-)

Item Nº 690

Think Tanks

Auf Politik Digital: Think Tanks - Amerikas Denkmaschinen im Netz. Johannes Thimm über die in Deutschland weitestgehend unbekannten Institute die vordenken was George W. in die Tat umsetzt.

Item Nº 689

Marching off to war

Nun geht alles ganz schnell (siehe Spiegel Online), Diplomaten und Inspektoren werden abgezogen, George sagt "basta". Der Witz des Tages ist der dass die britische Regierung Frankreich die Schuld gibt dass George und Vasallen nun ohne jegliche Legitimation losschlagen müssen. Dabei hat Tony Blair ganz andere Sorgen, seine Labour-Partei verweigert ihm die Gefolgschaft ("Labour-Fraktionschef Robin Cook zurückgetreten"), und das mit Recht. Noch vor einem Jahr hätte ich es nicht für möglich gehalten dass die "freie Welt" einen illegalen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg vom Zaun bricht, alleine diese Tatsache wird die Welt verändern.

Zu diesem Thema gibt es einen beeindruckenden Artikel von George Paine auf "War Blogging": »If this war is really illegal (and I believe it is) then the men and women of our armed forces face quite the moral question. According to the Uniform Code of Military Justice it is illegal for an American soldier not to follow a lawful order. It is also illegal to follow an unlawful order. Further, the Nuremberg Principles from 1950 make clear that "complicity in the commission of a crime against peace, a war crime, or a crime against humanity as set forth in Principles VI is a crime under international law."

The Principles define "Crimes against peace" as "Planning, preparation, initiation or waging of a war of aggression or a war in violation of international treaties, agreements or assurances" or "Participation in a common plan or conspiracy for the accomplishment of any of the acts mentioned [in the previous sentence]".

I very much doubt that American soldiers will suffer any legal consequences for following President Bush into battle, but perhaps they should. German and Japanese soldiers suffered legal consequences for following their leaders into aggressive war. Why is this any different? Because we`re the Americans? We`re the good guys? Not if we`re waging aggressive war we`re not. Not anymore.«

Übrigens: Man sollte sich hüten aus berechtigten Frust über George W. und seine Junta in dumpfen Anti-Amerikanismus zu verfallen, George W. Bush und seine Schergen sind nicht die USA, es gibt stets differenzierte Stimmen der Vernunft (s.o.) in all dem Wahnsinn.

Item Nº 688

New York: Fisch verkündet das Ende der Welt

O tempores, o mores: Ein Fisch auf dem New Yorker Fischmarkt hat, kurz bevor er geschlachtet wurde, auf Hebräisch das Ende der Welt prophezeit: BBC: `Talking fish` stuns New York.

(via Netlife-Mailingliste)

Item Nº 687

Die Welt sagt "Nein!" "Non!" "No!"

[Impressionen von den Antikriegsdemonstrationen am 15.3.2003 auf der ganzen Welt]


Impressionen von den Antikriegsdemonstrationen an diesem Wochenende auf der ganzen Welt (überall im Web eingesammelt).

Item Nº 684

Morgen: Tag der Wahrheit für die Welt

Das sieht alles nicht gut aus: Bush: Monday `a moment of truth` on Iraq (CNN).

Item Nº 683

Héroes del Silencio

Kennt noch jemand die göttlichen Héroes del Silencio? Thomas Hungenberg hat sich die Mühe gemacht die spanischen Texte ins Deutsche und Englische zu übersetzen, so kann man nun auch ohne Spanisch-Kenntnisse herausfinden was "entre dos tierras estás, y no dejas aire que respirar" eigentlich bedeutet.

Übrigens, das beste "Héroes"-Album ist nicht das bekannteste, "Senderos de Traición", sondern "El Espíritu del Vino". Prost!

Item Nº 682

Neues aus der Wertschöpfungskette

Neues aus der beliebten eDings-Reihe Online-Publishing in der Krise?: »Teil 4: Inhalt wertvoll, Verwertung nicht? Das zusätzliche Problem der Virtualität« Dort heisst es: »Nachdem wir in den bisherigen Folgen [..] dieser kleinen Serie bereits das Problem der Content-Produktion und -Vermarktung sowie der Revenue-Generierung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet haben, geht es diesmal um die Frage, ob virtuelle Produkte weniger "wert" sind als physische - mit denen man ja notfalls wenigstens um sich werfen kann.«

Klingt interessant - nur leider baut die gesamte folgende Argumentation eben nicht auf virtuelle Produkte auf, sondern auf den "Produktions-Ausstoß" der Musikindustrie (sprich, Musik auf CDs) und den illegalen Austausch dieser Produkte im Internet. CDs erscheinen mir aber alles andere als "virtuell" wenn ein Turm mit CDs aus dem Schrank umfällt und mir auf den Fuß fällt; sprich, es handelt sich um ein "reales" Produkt, denn verkauft wird ja die Einheit (von zwar durchaus digital produzierten) Inhalt (die Musik eben) samt Alu-Tonträger und Plastik drumherum. "Online-Publishing" produziert aber "virtuelle Produkte" für das Internet (sofern es sich nicht um digitale Reproduktionen von Zeitungen und Zeitschriften handelt). Lange Rede, kurzer Sinn: Die Situation eines Musikkonzerns und die eines Newsletter-Producers oder Online-Magazin-Herausgebers sind in keinster Weise vergleichbar, es ist nicht alles der selbe Brei nur weil es "irgendwas mit Online" zu tun hat. Irgendwo ist nach dem ersten Teil der eDings-Reihe der rote Faden abhanden gekommen.

Das hätte man jetzt nicht so gründlich auseinandernehmen müssen, aber wer auf seiner Website auf unsachliche Weise austeilt muß dann halt auch mal etwas genauer betrachtet werden wenn man sich mit seinen Erkenntnissen aus dem Fenster lehnt. Warten wir also auf Teil 5, vielleicht taucht der rote Faden wieder auf ...

Item Nº 681

Barbaren der Moderne

[Polizeistaat China]

Spiegel Online: Hinrichtungsbusse in China

Item Nº 680

Wir in Hessen

Eine gute Story bei Spiegel Online: Die illegalen Machenschaften hessischer CDU-Wahlkämpfer. Lesen!

Item Nº 679

Die negativen Auswirkungen ...

... ständig eintrudelnder Emails (neben Telefongesprächen und anderen "Störquellen") auf die Konzentration und Produktivität beleuchtet The Tyranny of Email:

»I maintain that programming cannot be done in less than three-hour windows. It takes three hours to spin up to speed, gather your concentration, shift into "right brain mode", and really focus on a problem. Effective programmers organize their day to have at least one three-hour window, and hopefully two or three. (This is why good programmers often work late at night. They don`t get interrupted as much...)«

Recht hat der Mann! Aber das werden Nicht-Programmierende niemals verstehen, "man kann doch mal eben ans Telefon gehen und dann einfach weiter machen" gibt es dann zu hören, insbesondere von verwaltenden und vertrieblernden KollegInnen. Nein, kann man nicht. Klingelnde Telefone, plärrende Mailclients und sonstige Ablenkungen kosten in Wirklichkeit mehr Zeit als eine Plauderei oder Email-lesen tatsächlich an Zeit kostet, denn die Konzentration und die Gedanken sind weggeblasen. Man muß beim Programmieren in seinem Kopf eins werden mit seinen Abläufen und Datenstrukturen, ein guter Programmierer vergisst in diesem Zustand dass es eine Welt außerhalb seines Programmablaufs gibt. In genau diesem Zustand kann man stundenlang arbeiten und schaut anschließend erstaunt auf die Uhr weil man nicht mitbekommt wie die Zeit vergangen ist. Wird man dagegen rausgerissen aus der "gedanklichen Einheit von Programmablauf und Hirn" kostet das nach meiner Erfahrung locker ein Stündchen Zeit bis man wieder da ist wo man vor der Unterbrechung war.

Darum muß man die ständige Verfügbarkeit und Störung durch Email unterbinden:
»Stage one is configuring your email client to present alerts when you receive an email. Don`t do this. Stage two is configuring your email client to make noise when you receive an email. Don`t do this. Stage three is running your email client all the time. Don`t do this, either. To be effective, you must pick the moments at which you`re going to receive email. I know this goes against common wisdom. Just about everyone I know runs their client all the time, has it configured to make noise, and may even have it present alerts when an email is received. Don`t do it.« Recht hat er (schon wieder), sollte man dann auch beherzigen.

(via Raging Platypus)

Item Nº 678

Another Poster for Peace

[Another Poster for Peace]


Urheberrechtsfreie Poster für den Frieden gibt es bei Another Poster For Peace (via Schockwellenreiter).

Item Nº 677

Zitat des Tages

Oasis-Gitarrist Noel Gallagher in der Netzeitung:

»Immer wenn ein rechter, bibelschwingender Schwachkopf im Weißen Haus regiert - egal ob Bush, sein Vater oder Reagan - gibt es Krieg.«

Item Nº 676

Deine Fußspuren im Stein ...

[Bild: 350.000 Jahre alte Fußspuren, geklaut von der BBC] Das, verehrte Zielgruppe, ist der älteste bekannte Fußabdruck eines Menschen (also des biologischen Stamms der homo), gut 350.000 Jahre alt (BBC: "Oldest human footprints found"). Der Bursche (oder die Magd) spazierte damals auf den Flanken eines Vulkan namens Roccamonfina in Süd-Italien herum.

So, das haben wir nun dokumentiert, falls mal jemand bei Günter Jauch sitzt und danach gefragt wird. ;-)

Item Nº 675

Staatsknete für die FR?

Den Qualitätszeitungen in Deutschland geht es dreckig - neuestes Beispiel: Die Frankfurter Rundschau bemüht sich um eine Landesbürgschaft, ausgerechnet im Lande Roland Kochs. Die Rundschau wäre aber nicht die Rundschau wenn sie damit nicht offensiv umgehen würde, daher gibt es heute wg. dieser Thematik ein "Special" zum Thema Qualitätszeitungen in der Krise.

Ich hoffe doch sehr dass die Rundschau überlebt, denn sonst würde die morgendliche Bahnfahrt mir ausgesprochen langweilig werden. Qualitätsjournalismus, der sich nicht wie in den regionalen Käseblättchen üblich damit begnügt Agenturmeldungen in den politischen Teil zu drucken, kostet halt Geld. Und da immer mehr Menschen meinen man wäre informiert wenn man mal die Schlagzeilen des Yahoo-Newstickers überfliegt (oder "RTL aktuell" anschaut) sinkt die verkaufte Auflage der Qualitätszeitungen ständig; Analysen, Meinungen und Artikel mit Hintergrund interessieren ja keinen mehr. Es ist schon ein Trauerspiel.

Medienwissenschaftler Peter Glotz in der FR:
»Der Qualitätsjournalismus macht eine schwere Zeit durch. Und es ist nicht sicher, dass es nach der Wirtschaftskrise besser wird. Der Kampf um die Verteilung der Werbeetats wird härter, und auch der Agnostizismus junger Leute gegenüber dem Lesen ist ein Problem, das sich in Zukunft stark stellen wird.«

Item Nº 674

Blogger Starkult

Entwickeln "A-List-Blogger" notwendigerweise ein manisches Ego?

Oder ist das ganz normal: Jason Kottke fotografiert sich selbst unter der Dusche.

Item Nº 673

Irrsinn ...

... bei Politikern ist keine rein amerikanische Spezialität in diesen Tagen (Netzeitung): "Möllemann: Mossad erpresst Westerwelle." Klar doch! Erst Guidos Phantomraketen, nun Möllemanns Verschwörungstheorie - in der FDP scheint ein besonders gutes Klima für Irrsinn zu herrschen. Ich bin gespannt was als nächstes kommt.

Item Nº 672

Immer mehr Freunde in aller Welt ...

... schaffen sich unsere amerikanischen Freunde, wie CNN berichtet: House cafeterias change names for `french fries` and `french toast`. Pommes heißen nun in den Kantinen des amerikanischen Parlaments nicht mehr "French Fries", sondern "Freedom Fries". Well, this is absolutely ridiculous. Langsam aber sicher steigert sich ein Teil der amerikanischen Gesellschaft in einen fundamentalistischen Wahn hinein, die diversen Umfragen im Netz stimmen tendenziell: Die USA entwickeln sich zur größten Gefahr für den Weltfrieden. Eine hochgerüstete Supermacht, zunehmend isoliert in der Staatengemeinschaft, deren politische Repräsentanten offensichtlich der Rationalität abgeschworen haben, und die von einem religiös-nationalistisch fundierten Sendungsbewusstsein geprägt ist, ist in der Tat gefährlich.

Item Nº 670

Ein europäisches Lehrstück ...

... ist die von der futurezone liebevoll "Flugdaten-Affäre" genannte Geschichte von der Offenlegung personenbezogener Daten europäischer Flug-Passagiere an die Behörden der USA.

Worum geht es? Die U.S.-amerikanischen Behörden möchten Daten aus den Buchungssystemen europäischer Fluglinien, um die "Bösen" (denn wir sind ja im großen und gerechten "Kampf gegen den Terror") schon vorher identifizieren zu können. Gehorsam wie wir unter "Verbündeten" nun einmal sind, hat die EU-Kommission ein Abkommen mit den USA verabschiedet das diesen den Vollzugriff auf Buchungsdaten aller Fluglinien ermöglicht die amerikanische Flughäfen anfliegt. Wenn man also per Lufthansa von Berlin nach Frankfurt fliegt saugen die Amis diese Daten ab. Einzig der US-Zoll entscheidet dann was mit diesen Daten weiter passiert. Da es die Amerikaner mit Datenschutz nicht so genau nehmen verstößt das höchstwahrscheinlich gegen die europäische Datenschutzrichtlinie, und genau darum gibt es nun Zoff. Das EU-Parlament bemängelt dass die Kommission das Europaparlament erst informierte als der Kuchen schon gegessen war, ganz zu schwiegen von uns, den Bürgern der EU. Wir erfahren das aus der Zeitung oder aus dem Internet. Fabelhaft.

Aber das interessiert ja nur Kleingeister wie mich die nicht die Gefahr durch Al-Kaida hinter jeder Ecke sehen und im "Kampf gegen den Terror" mit Blindheit geschlagen sind. Bürgerrechte sind nur was für harmlose Zeiten, jetzt ist "Krieg gegen den Terror", da ist Schluß mit lustig ...

Die verehrte Zielgruppe möge zu diesem Thema auch folgende Telepolis-Artikel zur Kenntnis nehmen:

Item Nº 669

Alles neu bei pMachine

Rick Ellis hat die pMachine-Website, wie man so schön, eingedenk des letzten Beitrags, sagt, "relaunched". M.E. sehr gut gelungen, es ist aber deutlich erkennbar dass die Reise bei pMachine in Richtung "Bezahl-Software" geht. So gibt es nun z.B. Support-Foren "erster und zweiter Klasse" für pMachine-Free und -Pro-User.

Einerseits bin ich ja ein Fan von Open Source und freier Software, andererseits aber auch von Geld auf dem Konto, als "Berufs-Internetter" weiß ich dass Programmieren richtig in Arbeit ausarten kann und finde es daher legitim dass Rick Geld für seine Software sehen will. Aber das ist ja das grundlegende Dilemma.

Item Nº 668

20six ...

... klingt vom Namen her nach Autovermietung, ist aber die "neueste" Idee der ehemaligen "Ricardo"-Gründer, ein neuer Weg in den dot-com-Tod, sozusagen: "Ricardo-Gründer launchen Weblog-Plattform" (eDings). De Fakto handelt es sich um kostenpflichtige Online-Tagebücher à la Freenet. Schon jetzt, ohne auch nur einen Cent verdient zu haben, hat sich 20six aber schon einen Literaturpreis verdient, denn "Weblog-Reporter Pia" gibt dem geneigten Leser einen "Flashback" in eine Zeit als sprachliche berufsjugendliche Infantilität im Grenzbereich zwischen "nicht mehr deutsch" und "auf jeden Fall kein Englisch" beste Voraussetzung für einen Haufen Aktien- oder VC-Knete war:

»Ab heute ist für 20six Sichtbarkeit: öffentlich angeklickt. Und irgendwie merke ich, dass mir die Warum-Lyrics noch nicht reichen. Jeder soll ein Weblog haben?
Tell! Me! Why!
O.k. Für mich ist 20six wie die drei Akkorde des Punk. Es ist 100 % anti-elitär. Zugegeben, man braucht einen Computer und einen Browser, um dabei zu sein. Aber Joe Strummer brauchte auch E-Gitarre und Verstärker. Und gerade die technische Kopplung gibt dem Ganzen die Wucht, die es braucht, um das Gerät massenhaft mit Body and Soul aufzuladen. [...]
Der Blogster-Sound findet nicht auf einem Blatt Papier im Privaten statt, er floated vom Screen auf eine Bühne, die ab sofort jedem zugänglich ist: aufs Weblog.«

Oh, aching is my Kopf, wenn mir eine solche ugly Mischung vom Screen auf die Netzhaut floated ...

Offensichtlich erreicht der Weblog-Hype nun einen Punkt wo dem freien Fall in den Kommerz keine Niveau-Grenzen mehr gesetzt sind, hoffen wir mal dass das "Webloggen" an sich auch das überlebt ...

Item Nº 667

Firmen-Hymnen

In Britannien gibt es einen seltsamen Brauch: Firmen geben sich Hymnen, und manche singen diese gemeinsam morgens zu Arbeitsbeginn, eine Auswahl besonders gelungener (?) Werke gibt es bei ZD Net-UK zu bewundern. Dieser Brauch scheint auch schon in Deutschland vereinzelt Fuß gefasst zu haben, wie SWR3 berichtet.

Das fehlt mir noch zu meinem Glück, zu Arbeitsbeginn eine Hymne zu singen. Fehlt noch ein Fahnenappell auf das Logo und ein kollektives Lobpreisen des Geschäftsführers, und die Grenze zwischen Sekte und Firma verschwimmt ...

Item Nº 666

Westerwelles Raketen

Unglaublich: FDP-Chef Guido Westerwelle hat sich schon im Februar mit seiner einsamen Theorie von den irakischen Raketen die Deutschland treffen können zum Gespött gemacht, gestern habe ich ihn im Fernsehen gesehen wo er diese Theorie wiederholt hat. Die Information hat er von verschwiegenen Geheimdienstinformanten, und diese Informationen werden von der rot-grünen Regierung systematisch unterdrückt. Das ist eine Theorie die einem Fox Mulder würdig wäre, einem Politiker aber eher weniger. Einwände, etwa dass es selbst dem Irak wohl kaum möglich wäre ein Trumm von einer Rakete (und eine Rakete mit über 3000 km Reichweite wäre ein äußerst voluminöser Apparat) heimlich in einem stillen Kämmerchen zu entwickeln während amerikanische Spionagesatelliten den Irak systematisch überwachen, lässt "Raketen-Guido" nicht gelten.

Sollte jemals eine solche Rakete auftauchen schlage ich hiermit vor sie "Al Guido 18" zu taufen ...

Item Nº 665

Projekt: Linux Jukebox

Ein gerade bei mir laufendes Projekt: Nach einem Boardwechsel in meinem Arbeitsrechner hatte ich einen Pentium II 400 mit 256 MB RAM nebst Board über, dieses wird nun (inspiriert von einem Artikel in der c`t; leider nicht online verfügbar: "Die Jukebox", c`t 3/03, S. 88 ff.) eine Linux-basierte Jukebox die nach und nach meine gesamte CD-Sammlung digital aufnehmen wird. Neben einem Rechner und einem laufenden Linux benötigt man GiantDisc. GiantDisc verwaltet die digitalisierte Musik (im MP3- oder Ogg-Vorbis-Format) und stellt eine Schnittstelle zu einem beliebigen Handheld mit Palm OS zur Fernsteuerung zur Verfügung. Mit einer anständigen Soundkarte kann man diesen PC dann an die Stereoanlage anschließen und gemütlich auf der Couch den Playlists lauschen, und man kann die Musik über Samba- oder NFS-Shares im Netz auch beliebigen Rechnern zum abspielen zur Verfügung stellen. Geniale Sache!

Item Nº 664

Back again!

Da bin ich wieder! Diese Woche war echt stressig an allen Fronten, aber nun geht es heiter weiter. Ich bewundere aufrichtig Blogger wie z.B. den Schockwellenreiter die mit bemerkenswerter Konstanz jeden Tag ihre Seite mit substanziellen Beiträgen füllen, ich bekomme das ab einem bestimmten "Beschäftigungsgrad" nicht mehr gebacken. Aber ist ja auch nicht so tragisch ;-)

»All I know
time is a valuable thing
Watch it fly by as the pendulum swings
Watch it count down to the end of the day
The clock ticks life away
It’s so unreal«

(Linkin Park "In The End")

Item Nº 663

Das Wort zum Wochenende ...

... spricht diese Woche Jeffrey Zeldman:

»Like disclosing how much money you earn, it is in bad taste to talk about how many daily readers your site enjoys or how well it’s doing on Daypop or Blogwatch or wherever the self-publisher is measuring his popularity this week. When you brag about your site’s traffic, you make people with fewer visitors feel inferior and those with greater traffic chuckle at your misguided assumption of self-importance.«

Verehrte millionenköpfige Zielgruppe ;-)), das Wochenende ist da und der Wochenanfang riecht verdächtig nach "keine Zeit", daher verkünde ich hiermit nun ein kleines Päuschen im Netzbuch bis Mittwoch und wünsche ein schönes Wochenende!

Hoffentlich war das nun keine "misguided assumption of self-importance" ...

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