das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - February 2003

Item Nº 662

Reuters über Weblogs

Ein Reuters-Artikel über Weblogs: Blog publishers stealing Web limelight.

»Blogs feed other blogs, cross-referencing each other via hyperlinks. An endless series of underground gopher tunnels, the typical blog has 50 to 100 links to other sites.

The phenomenon is changing the basic metaphors for how the Web works. Bloggers don`t so much surf as clip excerpts from the Internet, then share these choice tidbits with friends, colleagues, and passers-by from other blogs.
Successful blogs have certain obsessions that set them apart. In contrast to Web sites that try to be all things to all people, blogs do best when they stake out niches. "Who is saying something interesting today?" is their basic appeal. [...]
Technology can do little for people who have nothing to say.«

Nebenbei erfährt man in dem Artikel dass AOL irgendwann in 2003 seinen Mitgliedern Weblogs anbieten wird.

(via DIENSTRAUM)

Item Nº 661

Wertschöpfungskette - Zahlt endlich, Benutzer!

Das Thema "wir wollen Geld sehen" - sprich, die legendäre Wertschöpfungskette - lässt viele Anbieter von mehr oder weniger sinnvollen Internet-Informationsangeboten und deren Beobachter nicht los.

Bei eDings gibt es nun Teil 3 der kleinen Reihe "Online-Publishing in der Krise?", Thema ist "Die Krux mit den Bezahlmodellen":

»Auf Dauer werden sich neue Modelle entwickeln - und neue Angebote. Aber es gibt auch in der "Offline-Welt" kaum Beispiele dafür, dass jemand freiwillig für etwas bezahlt, das er vorher kostenlos bekam. Der Nutzer ist nicht verantwortlich, wenn sich die impliziten oder expliziten Hoffnungen der Anbieter nicht erfüllt haben. «

Und die "impliziten und expliziten Hoffnungen" sind so hoffnungslos an der Realität vorbei dass man sich fragt ob manche Anbieter während der "Dot-Com-Tod-Phase" ein Sabbatical in der Antarktis verbracht haben. So meint doch eine Yahoo-Sprecherin lt. Heise Online tatsächlich:

»"Die Schnupperphase mit vielen bunten Seiten der mannigfachsten Anbieter ist vorbei", sagt Yahoo-Sprecherin Patricia Rohde. Die Nutzer wollten nicht mehr auf die schnelle Informationsbeschaffung verzichten. "Aber man will sich nicht mehr mit einer Fülle verschiedener Anbieter herumschlagen", sagt Rohde. Jetzt breche die Zeit der großen Internet-Namen an.«

Klar, klingt plausibel, man will nur noch eine Seite die alles hat was man braucht. Denn es gibt ja auch nur eine Tageszeitung, einen Fernsehsender und eine Radiostation ...

Vor allem wenn man sich die "großen Namen" mal konkret anschaut wird schnell klar dass dafür niemand zahlen wird. Es muß ja billig sein, daher beschränkt sich die Arbeit der eigenen Redaktion darauf Agenturmeldungen zu sortieren und einzubauen. Die Qualität (ich meine damit die inhaltliche, nicht die technische) ist einfach lausig, egal ob bei web.de, Yahoo! oder dem T-Online-Portal. Überall die gleichen nichtssagenden oberflächlichen Agenturmeldungen, und natürlich darf ein Beispiel (der "Killer-Content") nicht fehlen: Der gebührenpflichtige Mega-Customer-Benefit, der Download von Kinotrailern. Man soll zahlen um sich Werbung anzuschauen, das muß man sich mal klar machen ...

Nee, Freunde, so wird das nichts mit der Wertschöpfung. Wo unten Wert in Form von "Euro" rauskommen soll muß oben erst einmal Wert in Form von "Qualität" reingesteckt werden. Eigentlich ein simples Prinzip, aber so simpel anscheinend auch wieder nicht, sonst wäre es nicht so wie es ist.

Heise: Webportale verabschieden sich von Gratismentalität im Netz (via
Schockwellenreiter)

Item Nº 660

Zukunftsprognose

[Pic: Will Code HTML For Food]

Item Nº 659

Bloggende Nachbarschaft

Wo Vorteile sind können die Nachteile nicht weit sein: Nachteile von Weblogs, ein Text von Sven aka "Tzwaen" im Gupsi-Magazin. "Weblogs sind eine gläserne Visitenkarte" ist in der Tat ein Problem, dass sie schlechtes Image von Unternehmen transportieren können (wg. des Page Ranking von stark verlinkten Weblogs) weniger, wenn ein Unternehmen in der Weblog-Runde "im Gespräch" ist, sei es positiv oder negativ, hat das auch meist seinen guten Grund.

Item Nº 658

Lomo ohne Lomo

Der hier ist nun mal eine klassische "Notiz an mich selbst": Wie man mit Photoshop ordinäre Digitalbilder so manipuliert dass sie aussehen wie mit der beliebten Lomo geknipst: LOMO Effect how it`s done (gefunden bei Kottke). Ausprobieren!

Item Nº 657

Professor Dave

Da soll noch einmal jemand sagen dass Beschäftigung mit Weblogs Zeitverschwendung ist. ;-)

Dave Winer wird Dozent an der ehrwürdigen Universität von Harvard zum Thema "Weblogs" und gibt dazu ein Interview in CNET: »Blogging comes to Harvard

Item Nº 656

Spambots und andere Plagegeister ...

... wird man los wenn man des Serveradmins Freund, die Apache-Rewrite-Engine, ein wenig für sich arbeiten lässt. Wie es geht erläutert vorbildlich dive into markHow to block spambots, ban spybots, and tell unwanted robots to go to hell«

Item Nº 655

En Vogue: Foltern

Wo leben wir eigentlich? Eine seltsame Diskussion geistert neuerdings durch Deutschland, nämlich die ob man nicht in furchtbaren Notfällen vielleicht doch ein klitzekleines bißchen foltern dürfe. Die neueste "gute Idee" in dieser Richtung stammt von Rechtsausleger Jörg Schönbohm, Ex-General und Innenminister Brandenburgs (Spiegel Online):

»Man müsse über Folter in Polizeiverhören nachdenken, wenn durch Terroristen eine Gefahr für eine Vielzahl von Menschen drohe, sagte Schönbohm am Montagabend in der "Phoenix"-Sendung "Unter den Linden". Der Moderator hatte den Minister gefragt, ob man sich Strafmaßnahmen wie im Fall von Metzler auch für potentielle Terroristen überlegen müsse. Wörtlich sagte der Minister: "Diese Frage kann ich nicht mit Ja oder Nein beantworten. Ich kann mir vorstellen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Tausende bevor steht, dass man über solche Maßnahmen nachdenkt."«

Der gute Mann ist wohl etwas fehl am Platze und mit den einschlägigen Gesetzen nicht so vertraut, denn in der auch von Deutschland unterzeichneten Europäischen Menschenrechtskonvention heisst es:

»Artikel 3
Verbot der Folter

Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. «

Und weiter:

»Artikel 15
Abweichen im Notstandsfall

(1) Wird das Leben der Nation durch Krieg oder einen anderen öffentlichen Notstand bedroht, so kann jede Hohe Vertragspartei Maßnahmen treffen, die von den in dieser Konvention vorgesehenen Verpflichtungen abweichen, jedoch nur, soweit es die Lage unbedingt erfordert und wenn die Maßnahmen nicht im Widerspruch zu den sonstigen völkerrechtlichen Verpflichtungen der Vertragspartei stehen.

(2) Aufgrund des Absatzes 1 darf von Artikel 2 nur bei Todesfällen infolge rechtmäßiger Kriegshandlungen und von Artikel 3, Artikel 4 (Absatz 1) und Artikel 7 in keinem Fall abgewichen werden.«

Schönbohms Idee ist also ein glatter Bruch des Völkerrechts. Herr Platzeck, übernehmen Sie, juristische Inkompetenz hat auf einem Innenministersessel nichts verloren.

Item Nº 654

Google

Die altehrwürdige BBC fragt sich: "Is Google too powerful?" Nebenbei wird erst einmal mit dem (vor allem in der amerikanischen Weblog-Szene gepflegten) "Weblog ist der neue Journalismus"-Hype abgerechnet:

»Blogging is not journalism. [...] The much-praised reputation mechanism that is supposed to ensure that bloggers remain true, honest and factually-correct is, in fact, just the rule of the mob, where those who shout loudest and get the most links are taken more seriously.«

BBC-Autor Bill Thompson teilt die Bedenken die ich schon einmal bei einer Diskussion im Bloghaus angedeutet habe, nämlich dass Google zu einem Machtfaktor im Internet geworden ist der eines näheren Blickes bedarf. Es ist doch de fakto so: Was nicht in Google gefunden wird existiert nicht für das "Publikum" im Web. Und Google breitet sich heimlich, still und leise aus: Sie bauen ein Newsportal, ein Shopping-Portal, und nun kaufen sie Blogger. Trotz der Monopolstellung hat Google nach wie vor ein gutes Image, das resultiert wohl noch aus der Zeit als Google ein Geheimtipp und der "Underdog" im Kampf gegen die großen "Bösen" wie Altavista war. Und es ist natürlich eine brauchbare Suchmaschine.

In Google steckt auch das Potenzial eines "Big Brothers". Google weiß alles was ich je im Usenet geschrieben habe, es weiß welche Seiten ich publiziert habe, es trackt was ich gesucht habe und, wenn man die Google-Toolbar installiert, alles was ich im Browser anschaue. Daher kommt Thompson in seinem BBC-Artikel zu dem Schluß: »Perhaps the time has come to recognise this dominant search engine for what it is - a public utility that must be regulated in the public interest.«

Kann man mal drüber nachdenken, man muß ja nicht gleich so weit gehen wie ein Kommentarschreiber auf der BBC-Website: »Thank you for this article! I have changed my search engine immediately.«

Item Nº 653

Intimer Einblick ...

... in Bill Gates Hotmail Konto. ;-)

(via Dr.Web)

Item Nº 652

Devotionalien der etwas anderen Art ...

... bietet bald ein ganz besonderer Online-Shop: Chollima Group verkauft Artikel aus der "Achse des Bösen"-Macht Nordkorea, vom "anti-imperialistischen Poster" bis hin zur Ginseng-Gesichtscreme, alles frisch aus dem Reich des "geliebten Führers" (via futurezone). Ach ja, Reisen wird es auch geben, das wäre doch mal ein Urlaubsziel wo garantiert noch niemand sonst aus dem sozialen Umfeld war ...

Item Nº 651

Schneekristalle

Noch passend zur Jahreszeit: Snow Crystals. Alles, aber wirklich alles was man jemals über Schneekristalle (sagt man das im Deutschen überhaupt so?) wissen möchte, inklusive unglaublicher Fotos von Schneekristallen (via Neat New Stuff).

Item Nº 650

Dinc Free Fonts

[Dinc Free Fonts] Eine Fundgrube von schönen TrueType-Schriften für Mac und PC: Dinc Free Fonts. Jede Schrift wird auf einer eigenen liebevoll gestalteten Seite vorgestellt und man erfährt die Geschichte hinter der Schrift (via Zeldman).

Item Nº 649

Warum Google Blogger kaufte ...

... weiß immer noch niemand so genau, Wired beteiligt sich mit einem Artikel namens "Why Did Google Want Blogger?" am munteren Spekulieren z.B. über Page Ranking basierend auf RSS-Feeds der blogger-Weblogs. Die bekäme man aber auch so, kein Grund zum kaufen also.

Vielleicht liegen ja alle daneben die den großen "Masterplan" bei diesem Deal suchen, und es war lediglich eine von Finanzmenschen betriebene Geldanlage von Google? Niemand weiß es, so lange Google und Pyra nichts offiziell verlautbaren ...

[Nachtrag]: Auch Martin spekuliert fleißig über diesen Deal und verwirft nebenbei meine (und viele andere) Hypothesen, wahrscheinlich hat er sogar Recht damit.

[Noch`n Nachtrag]: Die Netzeitung mischt auch mit, die Hypothese man müsse Blogger kaufen um Weblogs und ihre Auswirkungen auf das Google-Page-Ranking zu verstehen erscheint mir aber etwas arg an den Haaren herbei gezogen ...

Item Nº 648

Ist die Zeit von HTML vorbei?

Auf "Boxes and Arrows" behauptet David Heller: »HTML`s Time is Over. Let`s Move On.« Und schlägt als Alternativen Flash(!), Java und Curl vor. Das bringt mich zu dem Schluß: HTMLs Zeit ist noch lange nicht vorbei. Der Vorteile (viele Plattformen, Interoperabilität, Clients, Durchschaubarkeit) sind es gar zu viele als dass man anfangen sollte "Enterprise"-Web-Applikationen in proprietären Technologien zu erstellen.

(via PHP Everywhere)

Item Nº 647

Zitat:

»Letztlich ist niemand grauenhafter als man selbst.«

(Peter Unfried)

Item Nº 646

Volkes Stimme ...

[Kicker-Umfrage]
(Kicker-Umfrage)

Item Nº 645

Oh Borussia!

[Logo: Borussia Mönchengladbach] Wenn die Borussia so weiterspielt dann geht es wieder ab in Bundesliga Zwo. Dass die Borussia nur in absoluten Ausnahmefällen Tore schießt, daran hat man sich ja schon gewöhnt. Aber nun fängt auch die Abwehr an zu schwimmen wie ein Rudel Entchen auf dem Gartenteich wenn eine Muräne auftaucht, wenn die Jungs sich nicht ganz schnell mal etwas zusammen nehmen wird es ganz ganz eng. Zumal der Abstiegskampf der Bundesliga dieses Jahr sowieso dramatisch werden wird, die halbe Liga schwebt in Abstiegsgefahr und Totgeglaubte wie Energie Cottbus spielen wie umgewandelt ...

Und nun singen wir alle im Chor (nach der Melodie von "Yellow Submarine"):
"Wir sind nur ein Punktelieferant, Punktelieferant, Punktelieferant ..."

Item Nº 644

H.P. Lovecraft

[H.P. Lovecraft] Gut gruseln: The Complete Works Of H.P. Lovecraft (via Wurchlog). Die Horror-Geschichten von H.P. Lovecraft habe ich als Jugendlicher in halb zerfallenen Büchern mit schwarzem Einband und grünen Seiten aus der Stadtbücherei verschlungen. Für jeden Lovecraft-Interessenten unentbehrlich ist auch The H.P. Lovecraft Archive. Dort gibt es eine Seite die mit den Mythen aufräumt die Lovecrafts Leben und Werk umranken, z.B. dass er wahnsinnig wurde und durch Selbstmord starb oder dass das "Necronomicon" tatsächlich existiert.

Lovecrafts Geschichten inspirierten diverse Künstler aus den unterschiedlichsten Genres (und Qualitätskategorien), bspw. Autoren wie Stephen King und Wolfgang Hohlbein (weniger gelungen) oder zahlreiche Musiker, Metallicas Stücke "The Thing That Should Not be" (auf "Master Of Puppets") und das Instrumental "The Call Of Ktulu" (auf "Ride The Lightning") sind sicherlich die bekanntesten darunter.

Item Nº 643

Bayern-Affäre

Auf indirekter-freistoss.de gibt es einen Pressespiegel zu der Affäre um die heimlichen Zahlungen der Kirch-Gruppe an den FC Bayern. Besonders gut gefällt mir der dort zitierte Kommentator der FTD, der, sichtlich wohl auch nicht gerade ein FC Bayern-Fan, genüßlich den Zwangsabstieg der Bayern nach einem Lizenzentzug durch die DFL ausmalt: »In dieser Spielzeit allerdings könnte es zur Abwechslung jemanden treffen, der bislang wirklich keinen blassen Schimmer vom drohenden Ungemach hatte: Die Bayern! Ja, richtig gehört, die Bayern aus München, die Roten, die Reichen, die ewigen Sieger, die Rekordmeister aus Bussi-Town, die alles gewonnen haben, was an Pokalen jemals fabriziert worden ist und dabei so unermesslich reich geworden sind, dass sie mit genialer Strategie jedem, der sich ihnen in den Weg zu stellen wagte, die besten Spieler gemopst haben, Dortmund ausgenommen.« Diese Strategie war ja stets erfolgreich, wie man am Beispiel von Bayer Leverkusen nach dem Wegkauf von Ballack und Ze Roberto durch die Bayern in dieser Saison eindrucksvoll sehen kann.

Und auf Spiegel-Online: HSV-Aufsichtsrat Mackerodt fordert Aberkennung des Meistertitels von 2001. Das wäre aber zu billig!

Item Nº 642

Professional Blogging in Hollywood

Vielleicht lag ich mit meinen früheren Einschätzungen hier in der Rubrik WeblogTalk ja völlig daneben und "professionelles Webloggen" funktioniert doch?

Von einem gelungenen Beispiel berichtet Blogroots:

In der "Traumfabrik Hollywood" wird gerade der Film "I Love Your Work" gedreht, u.a. mit Christina Ricci und Franka Potente. Die Produktionsfirma Cyan Productions betreibt sowieso schon ihre Website mit einem MoveableType-Weblog und kam nun auf die Idee ein Weblog als Medium zur Promotion des neuen Films zu benutzen, und das schon während der Dreharbeiten: Das I Love Your Work-Weblog. Anekdoten und Geschehnisse jedes Drehtags werden dort geschildert. Und da so ein Weblog ja auch von jemandem geschrieben werden muß kam die Webloggerin Helen Jane zu einem Job als "Profi-Bloggerin".
Warum Helen Jane? Weil sie den Chef von Cyan Productions, Josh Newman, bei einem Online-Spiel namens BlindDateBlog kennen gelernt hatte. Tja, so etwas gibt es wohl nur in Hollywood. ;-)

Die ganze Hintergrundstory gibt es bei shift.com, und wer z.B. nachlesen möchte dass Franka Potente vor ihren Nacktszenen keine Donuts isst kann mal in Helen Janes I Love Your Work-Blog reinschauen ...

Item Nº 641

Wir bauen uns ein U-Boot!

[Euronaut] Eine gute Idee: Warum eigentlich baut man sich nicht einfach mal ein U-Boot? Die Euronauten setzen diese Idee in die Tat um und dokumentieren die Fortschritte auf ihrer Website. Diese sieht zwar furchtbar aus und man wird mit nervtötender Lycos-Werbung gepeinigt, dafür gibt es aber viele Detailfotos vom Eigenbau-U-Boot zu bewundern (via Slashdot). Sehr vertrauensweckend sieht es in meinen Augen nicht aus, aber die Jungs der Crew sehen eigentlich ziemlich entschlossen aus, sie haben sogar schon Uniformjacken und einen Kommandanten. Sie werden wohl damit tauchen gehen ...

Item Nº 640

Bayern-Skandal!

Diese Geschichte gefällt mir als alten "FC Bayern-Hasser" außerordentlich gut:
Das manager-magazin berichtete über dunkle Geheimverträge und Geldflüsse zwischen dem FC Bayern und der Pleite gegangenen Kirch-Gruppe. Dieses Geld lief an dem Verteilerschlüssel der 1. und 2. Bundesliga vorbei, es besserte also die Kasse der Bayern zum Nachteil der anderen Vereine auf, die hatten entsprechend weniger drin. Das machte den Bayern ihre traditionelle Taktik, nämlich den anderen Vereinen die Spieler wegzukaufen und sie damit zu schwächen, viel einfacher, hat also eine gewisse Tendenz zur sportlichen Wettbewerbsverzerrung. Daher plädiere ich auf Aberkennung aller Punkte und Zwangsabstieg des FC Bayern in die Zweite Bundesliga! ;-)

Item Nº 639

Angela Merkel - die treue Vasallin

Das wird Ärger geben: Angela Merkel biedert sich in einem Beitrag für die Washington Post mit dem Titel "Schroeder Doesn`t Speak for All Germans" Georg Bush an und lästert über die Bundesregierung ab. Und sie benutzt das gute alte Orwellsche "Doppelsprech": »Verantwortliche politische Führung darf niemals den wirklichen Frieden der Zukunft gegen den trügerischen Frieden der Gegenwart eintauschen« (Übersetzung von Spiegel Online), Krieg ist Frieden und Frieden ist Krieg. Angela möchte offensichtlich in den Krieg ziehen, kein Problem, man gebe ihr einen Helm und ein G3 und ab mit ihr in den Irak ...

Angela Merkel hat damit ein altes bundesrepublikanisches Tabu gebrochen: Man lästert als Oppositionspolitiker nicht über die eigene Regierung im Ausland ab, sehr ungehörig. Sehr schön finde ich den Kommentar von Franz Müntefering dazu: »Klassenstreber zeichnen sich seit jeher durch Feigheit und Opportunismus aus. Achtung gewinnen sie nicht« (lt. Spiegel Online). Wohl gesprochen, Münti!

Item Nº 638

Blogosphere

Ein amüsanter Text: Why I Fucking Hate Weblogs!: »Most weblog authors either think they have something important to say (self-centered and egotistical authors), or believe that they have an audience that cares what they think (delusional and irrational authors.) What can be plainly seen is that most weblog authors need something to push them back into the real world from the self-centered and delusional world they have created for themselves.« Yo! Und unter jedem Weblog-Beitrag soll fortan stehen:

Statement of Audience
---------------------
I realize that nothing I say matters to anyone else on the entire planet.
My opinions are useless and unfocused. I am an expert in nothing. I know
nothing. I am confused about almost everything. I cannot, as an
individual, ever possibly know everything, or even enough to make editorial
commentary on the vast vast majority of things that exist in my world. This
is a stupid document; it is meaningless drivel that I do not expect
any of the several billion people on my planet to actually read. People who
do read my rambling, incoherent dumbfuckery are probably just as confused as
I am, if not moreso, as they are looking to my sorry ass for an opinion when
they should be outside playing Frisbee with their dog or screwing their life
partner or getting a dog or getting a life partner. Anyone who actually
takes the time to read my bullshit probably deserves to ingest my fucked up
and obviously mistaken opinions on whatever it is that I have written about.

Signed: --------------


(Gefunden in Moe`s Blog)

Item Nº 637

Seiten-Spiegel

mirror.sytes.net produziert von jeder Internet-Seite ein Spiegelbild, wie z.B. hcubzteN sad (gefunden bei Dr.Web).

Item Nº 636

W3C-DOM

Ein Artikel auf evolt.org: What shall we do with the W3C DOM? »Basically, since the W3C DOM allows us to completely rewrite the page according to the wishes of the user, we should design web pages in a new way. We no longer need to take serious decisions about how the site will work, how the navigation, the forms and the other elements interact with the users. Instead, we can offer the user a way to create his/her own web page, with exactly those elements and that interaction he/she wants, likes or needs. Thus one web page can look completely different for two users.« Ein simples Beispiel dazu gibt es auch. Das kann sicherlich gerade bei Formularen sinnvoll sein, meine vielfältigen Erfahrungen in dieser Hinsicht sagen aber dass der/die Benutzer(in) einer Website doch nicht so viele Freiheiten möchte wie das DOM ihm/ihr theoretisch erlauben würde (via Digital Web).

Item Nº 635

EU Gummi-Erklärung

Das war ein hartes Stück Arbeit für die EU-Staats- und Regierungschefs, heraus gekommen ist ein bemerkenswert nebulöses Dokument, der Satz um den es geht:

»Krieg ist nicht unvermeidbar. Gewalt sollte nur als letztes Mittel gebraucht werden. Es liegt beim irakischen Regime, diese Krise zu beenden, indem es die Forderungen des Sicherheitsrats erfüllt.« Bemerkenswert, dass sowohl Großbritannien und Spanien als auch Deutschland und Frankreich sich darauf geeinigt haben. Vor allem für die deutche Position lauert darin eine Falle, denn wenn das irakische Regime die Krise nicht beendet würde ein "Nein" zum Krieg unlogisch sein.

Die komplette Erklärung gibt es bei der SZ.

Item Nº 634

Über die Schwierigkeit der Trennschärfe

Selbstreferenzielle Betrachtungen über das Webloggen an sich: Schockwellenreiter vs. Sofa wg. Weblog-Praxis.

Übrigens, es sollte tatsächlich das Weblog heißen, wie das TextWortlog ganz richtig anmerkt, denn "Weblog" ist ja ein Kunstwort für "das Logbuch im WorldWideWeb." So viel Sophismus muß sein. ;-)

Item Nº 633

Wanderung aus gestorbenen Systemen

In der FR: Wanderung aus gestorbenen Systemen. Über die Schwierigkeit Werke bibliothekarisch zu erhalten die z.B. mit einem C64 erstellt wurden ohne die "Authenzität" zu zerstören. Meine ältesten Texte sind mit einer Textverarbeitung namens "IBM PC Text" (die sind schwierig zu öffnen heutzutage) und MS Word 4.0 für DOS (die bekommt man auch heute noch problemlos geöffnet) geschrieben, gut dass ich mit dem C64 nur gespielt und sinnfrei programmiert habe ...

Das zeigt wieder einmal wie wichtig es ist Dokumente in freien und zukunftssicheren Formaten aufzubewahren, es sollte sich niemand der Illusion hingeben dass z.B. PDF ein Format für die Ewigkeit ist.

Telepolis schreibt zum gleichen Thema: »Der digitale Sammlerwahn kann aber nur zeitweise die Schwierigkeit verdecken, Entscheidungen treffen zu müssen, also nach Maßgabe irgendwelcher Kriterien zu selektieren, was aufbewahrt werden soll und was dem Vergessen anheim fallen darf oder muss.«

Item Nº 632

Core Meltdown

Nichts für WinME/98/95-Benutzer: Core Meltdown, eine lustige kleine Spielerei (benötigt Java) auf Åbsürd Örg.
Wenn man schon einmal dort ist sollte man sich auch einmal die eigentümlichen Bilder dort anschauen.

Item Nº 631

Von Waschmaschinenbier und Piraten

"Welches Bier trinkst Du heute?"
"Ein Wambier, hausgemacht von einem Pfarrer mit PC und Waschmaschine!"

[Wambier]


Prost!

(gefunden im netNewsletter)

Apropos: Der netNewsletter (gibt`s noch nicht online) erklärt den Begriff "Blogger":

»Blogger ist die Kurzform von "Weblogger", dem Betreiber eines sogenannten Weblogs oder abgekürzt Blogs. Gemeint ist damit kein Log-File, in dem ein Server sämtliche Seitenzugriffe protokolliert, sondern eine Art Online-Tagebuch im World Wide Web, ein Web-Logfile. In einem Blog veröffentlicht der Blogger regelmäßig seine Gedanken und Meinungen und gibt weiterführende Links an. Weblogs werden deshalb auch gerne als der "Piratenfunk des Internets" bezeichnet. «

Na denn:

[Die Piraten des Internets]

Item Nº 630

Europa gegen den Krieg

[Europa gegen den Krieg] Morgen, 15.2., ist großer europaweiter Aktionstag gegen den Krieg. Beim Netzwerk Friedenskooperative gibt es eine Terminübersicht wo, außer bei der zentralen Kundgebung in Berlin, überall Aktionen geplant sind. Auch bei Indymedia gibt es Informationen.

Heute war ja wieder großer "Blix-Sicherheitsrat-Berichts-Tag", merkt Euch die magische Zahl: 32 Kilometer! Denn 182 km fliegt die irakische Rakete, 150 dürfte sie aber nur nach den UN-Restriktionen die dem Irak nach dem verlorenen Krieg 1991 auferlegt wurden. Daraus werden die Herren Kriegstreiber einen Kriegsgrund konstruieren, genauso wie mit den angeblichen Bin-Laden-Tonbändern die angeblich belegen dass Irak und die Al-Kaida zusammen arbeiten.
Übrigens bin ich mittlerweile fast sicher dass Georg Bush langsam aber sicher in das größte Fiasko seiner Amtszeit schlittert. Ich glaube dass es so bald keine Kriegslegitimation durch den UN-Sicherheitsrat geben wird, wenn er einfach so loslegt verliert er, wenn er die ganze Militär-Pracht unverrichteter Dinge wieder aus der Golfregion abziehen muß ebenfalls.

Bei den UN gibt es wieder die Texte der Sicherheitsrat-Sitzung zum nachlesen.

Item Nº 629

Kleiner Umbau

Meine Damen und Herren, entschuldigen Sie bitte die Ausfallzeit heute abend, ich habe die Datenbank reorganisiert und musste sicher stellen dass während dieser Zeit nichts in die Datenbank geschrieben wird.

Die Idee mit dem "Zweitweblog das Werkbuch" hat sich als nicht praktikabel herausgestellt, daher wird das nun reorganisiert (und die Tage mal anders "aufgemacht") und für Sachen wie die Debian-Ecke und für zukünftige, nicht ins Weblog passende Sachen von mehr dauerhaften Charakter reserviert. Die bisherigen Werkbuch-Artikel wurden ins Netzbuch in die neuen Rubriken Linux (wie der Name schon sagt), TechKram (allerlei Fundstücke eher Compi-technischen Charakters) und WebWorking (that`s my job, folks, Dinge die mit Web-Design und -Entwicklung zu tun haben) übernommen.

Alles klar? Okay okay, ich wollte es ja auch nur mal gesagt haben, dachte ich mir dass das niemanden wirklich interessiert. ;-)

Item Nº 628

Belästigungen

[Tötet Karl Klammer!] Wer kennt sie nicht, all die schönen nervtötenden Dinge welche die verschiedenen Systeme der Windows-Familie der/dem Anwender(in) so bescheren?

Annoyances.org (engl. annoyances = dt. Belästigungen) bietet Tipps und Tricks um Windows-"Features" wie lustige Gesellen (Karl Klammer und seine Freunde), blöde Gimmicks wie Menüs mit Rolleffekten und ähnliches Zeugs los zu werden (gefunden bei Neat New Stuff On The Web).

Man kann natürlich gleich Linux nehmen, aber das ist eine ganz andere Geschichte ...

Item Nº 627

Hello, my name is Scott

Scott läuft seit 834 Tagen mit einem Namensschild auf der Brust herum. Seine Philosophie dahinter: »My goal in life is to be friendly to everyone in order to break down walls of social trepidation, thus spreading the fulfillment and sheer joy that can be found through interpersonal interaction. [...] my individual method of accomplishing this goal is carried out by one simple, consistent act: wearing a nametag.«

Scott trägt also ein Namensschild um die kommunikative Stille in einer Welt, welche die Kommunikation zwischen Menschen technisiert und industrialisiert hat, zu durchbrechen. Und das funktioniert, wie man in seinen Anekdoten nachlesen kann. Mittlerweile hat Scott über seine Erlebnisse ein Buch geschrieben und wurde als "liebenswerter Verrückter" ausgiebig in der Presse erwähnt.

(Metafilter)

Item Nº 626

Vorteile von Weblogs

Ein neuer Artikel im gupsi-Magazin: Vorteile von Weblogs, kurz, "knackig" und verständlich zusammengefasst, im Vergleich mit "herkömmlichen" Homepages und anderen Informationsquellen. Autor ist Sven alias "tzwaen", der bis vor kurzem selbst aktiver Weblogger war und eine Diplomarbeit über Weblogs geschrieben hat.

Item Nº 625

Excuse me

Heute im Feuilleton der Frankfurter Rundschau: "Excuse me", eine Kolumne über die strammen Propagandisten aka Zeitungskolumnisten in den USA auf ihrem Feldzug gegen renitente Europäer. Sie greifen zur Waffe auf die ich schon lange gewartet habe: die moralische Auschwitzkeule.
Es ist halt für das konservative Amerika schwer verständlich dass man sich ihrem hegemonialen Führungsanspruch einfach so widersetzt, da ja die USA in ihrem in diesen Kreisen üblichen Selbstverständnis als "Gods own country" automatisch die "Guten" sind muß jeder der nicht bedingslos Gehorsam leistet "böse" sein. Schön, wenn man so ein schlichtes Weltbild hat ...

Item Nº 624

Winterzeit

[Burgruine in Ebersteinburg]

Der Winter hat uns voll im Griff, so lange es dabei so sonnig wie jetzt bleibt kann man das ja noch ein paar Tage aushalten. Das Bild zeigt die "Hausburg" des Hauses Eberstein in Baden-Baden-Ebersteinburg.

Item Nº 623

Dies und das

Das Online-Rollenspiel "Everquest" zerstört Beziehungen, schreibt die Netzeitung.

Die Studierenden sind auch nicht mehr das was sie mal waren: "Damals" war es eine Frage der Ehre Seminararbeiten nicht einfach abzuschreiben (weil man ja drastischer seine eigene Unfähigkeit nicht dokumentieren kann), heute in den Zeiten des Internets ist es Gang und Gäbe dass die lieben Studis einfach abkupfern. Ist klar, die Zeit um eine vernünftige Arbeit abzuliefern ginge ja für "Party machen" verloren. Darum verlangt jetzt z.B. Professor Abromeit von der TU Darmstadt eine eidesstattliche Erklärung, wer sich erwischen lässt wird zusätzlich bei allen Profs unmöglich gemacht (Heise Online).

"Reifen.de" hätte man sich beizeiten mal sichern sollen, dann wäre man nun relativ wohlhabend (FR).

Open Facts, eine freie Wissensdatenbank über Open-Source-Software sammelt im immer beliebter werdenden Wiki-Format Informationen und Dokumentationen zu Open Source (Pro Linux).

Item Nº 622

Roboter checken Frauen ab ...

... und werfen Basketbälle, berichten die Roboterfreunde der futurezone.

Das Unternehmen Intelligent Earth hat einen Roboter entwickelt dessen herausragendste Funktion das automatische Erkennen weiblicher Attraktivität sein soll. Männliche Attraktivität kann der Roboter namens "Doki" aber nicht erkennen, diese sei nicht so einfach nach optischen Kriterien auszumachen, sagt Hersteller "Intelligent Earth". Und fügt hinzu: Bei der Frage der "Attraktivität für das andere Geschlecht" müssten aber noch andere Faktoren als allein das Aussehen berücksichtigt werden, die der Roboter nicht beherrsche.

Eine größere Herausforderung als das elektronische Erfassen der weiblichen Formen dürfte diese Seminararbeit an der TU Darmstadt gewesen sein, ein Roboter namens "EM Kanone" der es schafft selbstständig Basketbälle im Korb zu versenken, und das mit 100% Trefferquote; das war der Sieg im diesjährigen Wettkampf der "Elektromechanischen Basketballspieler" an der Technischen Universität Darmstadt.

Böse Zungen könnten nun anführen dass diese Meldung belegt das Roboter-Forschung ein typisches Spielfeld des männlichen Spieltriebs sei, denn womit beschäftigen sich die Roboter? Mit Frauen und Sport... ;-)

Item Nº 621

Colin Powell

disinformation: »colin powell: don`t ask about my lai, don`t tell about iran-contra«
Ein Text aus dem Jahre 2001 über den amerikanischen Außenminister Colin Powell und die unschönen Dinge mit denen er in seiner bisherigen Karriere zu tun hatte (via Metafilter).

Item Nº 620

GRid

Eine neue Idee der Musikindustrie: Der Global Release Identifier, kurz GRid. Jedes digitale Musikstück soll einen eindeutigen Code mitbekommen um Aktivitäten in der "Wertschöpfungskette" eindeutig "tracken" zu können. Das setzt aber voraus dass die Hardware des Benutzers diese Information einer Sammelstelle übermittelt, das passt dann gut zu der TCPA-Strategie. Schöne neue Welt! (futurezone)

Wo wir gerade beim Thema sind: Künstlerin stoppt Musiktauschbörse (Netzeitung). Soulseek können wir damit auch abhaken.

Item Nº 619

Der Guckbefehl

Heute angucken: ARTE, 23:00, Der Fremdenlegionär

Item Nº 618

Die USA ...

... gehen Schritt für Schritt den Weg in den Polizeistaat: Neue Überwachungsphantasien aus Washington präsentiert die futurezone. 10 Jahre Haft soll man für die Verabredung einer Straftat mittels kryptografisch bearbeiteter Kommunikation bekommen. Also lieber keine Morde per verschlüsselter Mail planen, sonst gibt es elektrischen Stuhl plus 10 Jahre ...

Das gesamte Dokument voller guter Ideen aus dem amerikanischen Justizministerium gibt es als PDF bei der Electronic Frontier Foundation.

Item Nº 617

TCPA

Die SZ beschäftigt sich mit den Auswirkungen der "TCPA"-Technologie auf die Open Source-Szene, beleuchtet die Problematik damit löblicherweise auch mal einem nicht-Fachpublikum und empfiehlt den politisch Verantwortlichen einen Blick in einen literarischen Klassiker des 20. Jahrhunderts:
»Auch beim Televisor, dem allgegenwärtigen Überwachungs- und Propaganda-Instrument in George Orwells Roman „1984“, ist eine Manipulation, eine Anpassung der Maschine an die eigenen Bedürfnisse, verboten. Dort kann man das Gerät nicht abschalten. «

Item Nº 616

Weiter geht`s!

Aktuell bei eDings: Online-Publishing in der Krise, Teil 2 der nicht nur hier im Netzbuch vieldiskutierten und aufgrund der ungewöhnlichen Thesen mit allgemeiner Überraschung aufgenommenen Artikelreihe zum Online-Publishing. Quintessenz des zweiten Teils: Bestehende Online-Angebote in Bezahl-Angebote umwandeln ist ein Irrweg, denn wir Konsumenten bezahlen ja schon: Mit unserer Aufmerksamkeit.

Item Nº 615

Sicherheitskonferenz - Rumsfeld kommt

An diesem Wochenende steht in München mal wieder die alljährliche "Sicherheitskonferenz", früher hieß sie mal passender "Wehrkundetagung", an. Und der zur Zeit in Deutschland "beliebteste" Politiker der USA, Verteidigungsminister Rumsfeld, wird auch da sein. Wenn das nicht die allerbesten Voraussetzungen für ein "lebhaftes" Wochenende sind!

Es wird gute und böse Demos geben. Infos zur "Sicherheitskonferenz", mit durchaus unterschiedlichem Akzent, gibt es bei Indymedia und auf der offiziellen Website.

Und das amerikanische Außenministerium warnt offiziell: »The Embassy reminds American citizens that demonstrations intended to be peaceful can turn into confrontational situations and possibly escalate into violence. U.S. citizens traveling or residing in Munich are advised to take common-sense precautions and avoid sites of demonstrations, which will include Sendlinger Tor, Odeonsplatz, Lenbach Platz, and Marienplatz. Travelers should keep informed of local developments by following local press, radio, and television.« Man kann so etwas auch herbei reden.

Item Nº 614

Spam you silly

Du bekommst zu wenig E-Mails? Dann schau mal bei Spam You Silly vorbei, da meldest Du Deine Adresse an und schon füllt sich die Mailbox (via Pepilog). Schon ein bißchen seltsam ...

Eine Alternative wäre übrigens das Abonnement diverser Mailing-Listen.

[Klicken!]


Apropos: Man sollte mal auf dieses Banner bei Spam You Silly oben auf der Seite klicken, das ist recht, nun ja, amüsant. ;-)

Item Nº 613

Manfred von Brauchitsch

Manfred von Brauchitsch Relativ unbeachtet von der öffentlichen Wahrnehmung starb gestern die deutsche Rennfahrerlegende der 30er Jahre, Manfred von Brauchitsch, im Alter von 97 Jahren. Von Brauchitsch galt als "Pechvogel", er hatte nie die großen Triumphe eines Caracciola vorzuweisen, was weniger an seinem Speed als viel mehr an seinem materialmordenden Fahrstil lag. 1932 gewann er in einem privat eingesetzten Mercedes den Großen Preis von Deutschland auf der Avus und wurde später in das legendäre Mercedes-Werksteam von Alfred Neubauer berufen. Legendär wurde seine wilde Fahrt beim Großen Preis von Belgien in Spa 1935, als er die Heroen Dreyfus und Chiron in der "Eau Rouge" überholte (damals standen da noch keine Leitschienen, sondern Häuser, Bäume und Telegrafenmasten am Streckenrand). pic
Mit dem Kriegsausbruch 1939 war es vorbei mit Grand-Prix-Rennen und von Brauchitschs Karriere zu Ende. Nach dem Krieg versuchte er sein Glück zunächst in Argentinien (seine Familie bestand aus regimetreuen Wehrmachts-Offizieren, und die Rennfahrer aus dem Mercedes-Team waren Teil der nationalsozialistischen Propaganda), 1951 kehrte er nach Deutschland zurück und lebte bis zu seinem gestrigen Tod vergessen in Thüringen.

Der einzig brauchbare Text im Netz über ihn ist erstaunlicherweise in Englisch.

Item Nº 612

Wertschöpfungskette

Bei eDings: Online-Publishing in der Krise?

Nun sitze ich deprimiert vor meinem Computer weil meine Site nicht "relevant" ist, keine "Wertschöpfungskette" beinhaltet und ich mir noch keine Gedanken über ein "tragfähiges und für alle befriedigendes Konzept" gemacht habe.

Auf der Zunge zergehen lassen sollte man sich noch folgendes Zitat aus o.a. Text:
»Wer hingegen Privates zum Thema macht, ohne damit einen wie auch immer gearteten Verarbeitungsprozess zu verbinden, der darf sich nicht wundern, wenn dieses zum Gegenstand öffentlicher Diskussion wird, er selbst aber nur einer Schublade zugeordnet wird.
Carola Heine dazu auf ihren Webseiten: "Das Beste am Internet ist, dass sich auch solche Leute frei äußern können, deren Meinung nicht von Interesse ist. ;-)"« Arroganz statt Relevanz, das ist das Rezept zum erfolgreichen Online-Publishing ...

Nun warten wir alle sicher gespannt auf Teil 2 dieser Artikelreihe.

Item Nº 611

Ich bin überzeugt!

[Ganz klar!]

Also, Colin Powells Ausführungen vor dem UN-Sicherheitsrat (gibt es bei den UN im Wortlaut) haben Angela Merkel und mich überzeugt. Ich meine, wenn das Bild oben kein Beweis für Saddams Neigung zum Horten von Massen von Atom-, Bio- und Chemiewaffen ist, was dann? Es ist doch völlig klar, da lagen Chemiewaffen und dann wurde das planiert um sie zu verstecken. Das erst Powell kommen muß um uns das plausibel zu machen, und bringt sogar die geheimsten der geheimen Satellitenaufnahmen mit, die Veröffentlichung dieser hochbrisanten Bilder gefährdet natürlich ganz klar die Sicherheitslage der USA, schockierende Einzelheiten wie das Bild oben hätten nie veröffentlicht werden sollen.

Genützt hat das multimediale Theater aber nix, und das mit Recht. Saddam wird erzittern da Guido Westerwelle und Angela Merkel nun schlimme Konsequenzen für Saddam als Reaktion auf Powells "Beweise" gefordert haben. Der amerikanischen "Regierung" läuft aber alles aus dem Ruder, es will einfach keine "Bush befiehl, wir folgen Dir"-Stimmung in den Vereinten Nationen und der Welt überhaupt aufkommen. Darum liegen die Nerven langsam blank, was Rumsfeld neuerliche polemische Ausfälle gegenüber Deutschland eindrucksvoll zeigen, und der amerikanische Botschafter in Deutschland lässt nebulöse Drohungen fallen.

Jetzt weiß ich warum ich kein Diplomat werden kann, denn ich würde zum Hörer greifen und sagen: "Tag, ralle hier, deutsches Außenministerium. Rumsfeld-Baby, was willst Du eigentlich? Meinst Du vielleicht wir lassen uns von Dir, dem reaktionären Büttel der Rüstungs- und Ölindustrie, Minister einer Regierung die niemals gewählt wurde, und Deinen nicht minder reaktionären greisen Kumpanen aus dem Gruselkabinett von Georg Bush Senior, aus Rücksichtnahme auf das Bündnis in einen Krieg treiben? Ich würde vorschlagen, Rumsfeld-Baby, Du hältst jetzt mal ein bißchen den Ball flach, Du hast ja genug Verbündete, Großbritannien, Tschechien und Dänemark werden mit Dir gehen und Saddam erzittern lassen, sonst werden wir mal einen UN-Ausschuß anleiern der die undemokratischen Verhältnisse bei Wahlen in den USA unter die Lupe nimmt ..." Das wäre natürlich nicht sehr diplomatisch, darum bin ich ja auch keiner.

Offenkundig wurmt die Bush-Junta die deutsche Renitenz, denn sonst würde "Rumsfeld-Baby" nicht ständig darauf rumhacken. Soll er man. Ich hoffe Gerhard ist sich bewusst dass eine Kehrtwende in der Irak-Frage ihn politisch erledigen würde. Und das ist auch gut so. Und es gibt keinen Grund jede Polemik der Bush-Junta mit einem besorgten Gesichtsausdruck über das deutsch-amerikanische Verhältnis in den Medien auszuwalzen. Man kann ja wohl kaum aus Rücksicht auf das deutsch-amerikanische Verhältnis einen Krieg befürworten den man für falsch hält.

Item Nº 610

Blogosphere Roundup

Schade: Tzwaen hört auf, ich habe seine Analysen der Weblog-Welt, mal zustimmend, mal widersprechend, immer interessiert gelesen.

Neuer Lesestoff: Treklog, alles rund um die diversen Star Trek-Serien, "from the maker of generation neXt und Bloghaus." Kommt in die Liste wenn es irgendwann mal bei blo.gs auftaucht. Übrigens das erste mir bekannte Weblog das ScratchLog einsetzt.

Derbe: Henso über die "Antville-Community": »Was mir bei der Antville-School of Weblogging immer wieder sauer aufstösst, ist dass die Grenzen der "Community" (wenn man das Wort schon verwenden muss) als mit denen des Servers zusammenfallend verstanden werden. Das ist nicht Webloggen, das ist ein Kleingärtnerverein. Und ein Grund, warum ich selbst nicht auf Antville blogge.« Eine gewisse Selbstreferenz entwickelt sich aber immer in "Internet-Communities", das war damals in "meinen" CompuServe-Foren nicht anders (via Monoklon).

Gefunden bei Blogroots: »CNet writes about how some software developers are using blogs to reach their users early in the development phase to get feedback and improve their products.«

Und noch etwas für die Software-Spielkinder unter uns: Bei OpenSource CMS kann man allerlei gängige Mini-CMS, Weblog- und Portaltools "probefahren" ohne die Mühsal einer eigenen Installation (via Blogroots).

Item Nº 609

Telepolis über Columbia-Absturz

Aberwitzige Spekulationen verbreitet Telepolis: Der Absturz der Columbia soll angeblich durch Hacker ausgelöst worden sein die in den Kursrechner der NASA eingedrungen sind und die Flugbahn manipuliert haben sollen. Naja, das hat wohl genauso viel Substanz wie die "TV-Experten-These" vom Raketenabschuß durch Terroristen in 62 km Höhe. Davon abgesehen ist der Artikel aber, wie immer bei Telepolis zu Weltraumthemen, sehr informativ und beleuchtet die möglichen technischen Ursachen der Katastrophe.

In Memoriam: Videointerviews mit den sieben Crew-Mitgliedern der STS-107.

(Telepolis)

Item Nº 608

STS-107

[Crew der Mission STS-107]

Wg. "Wochenend-Offline-Seins" erst heute noch ein Kommentar zum katastrophalen Ende der Space-Shuttle-Mission STS-107:

Was man in manchen Weblogs dazu lesen kann ist etwa folgendes: "Ist doch egal wenn es ein paar Astronauten erwischt, es sterben ja auch jeden Tag hungernde Kinder in Afrika" (wie wir daraus lernen sind die "hungernden Kinder in Afrika" nicht nur ein Totschlagargument für Mütter die sich darum sorgen dass der Nachwuchs sein Pausenbrot verspeist) und "Raumfahrt ist eh Geldverschwendung, das Geld könnte man (sic) doch für die hungernden in Afrika verwenden"...

Im Zusammenhang mit Raumfahrt von "Geldverschwendung" und "hungernden Kindern" zu faseln, so lange auch nur noch ein Kampfflugzeug fliegt, ein Panzer durch die Gegend ballert und auf Erden täglich alles unternommen wird um sich gegenseitig umzubringen, offenbart nur eines: Gedankenlosigkeit und einen leichten Hang zum Zynismus. Die Weltraumfahrt, verehrte Zielgruppe, ist nicht nur ein Schritt zur Verwirklichung des Menschheitstraum, nämlich zu den "Sternen gehen" zu können, sondern auch eine durchaus sinnvolle Notwendigkeit da wir alle zusammen diesen Planeten früher oder später "zerlebt" haben werden. Wenn nicht alles was "Menschheit" ist verloren gehen soll muß man sich beizeiten Gedanken machen wie man etwas davon in Sicherheit bringt. Und wenn alle so denken würden hätten wir nicht mal ein Bild von der Erde von außen.

Ich hoffe doch sehr dass das Programm weiter geht, die ISS muß aufgebaut werden, der Marsflug vorbereitet werden, es ist Aufgabe des Menschen dahin zu gehen wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Die Crew der Columbia hat dafür ihr Leben gelassen. Wenn man alles einstampft wäre das für nichts gewesen.

[Nachtrag:] Markus hat zum gleichen Thema wahre Worte geschrieben!

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