das Netzbuch

das Netzbuch war von Mai 2002 bis November 2006 das Weblog von Ralf G.
Seit Dezember 2006 bloggt er auf uninformation.org.

E-Mail: ralle (at) das-netzbuch.de. Jabber: leralle@jabber.ccc.de.

Archiv - January 2003

Item Nº 607

Weblogs und Wiesbaden: Mission erfüllt!

Ein Nachtrag zum Thema Weblogs und Wiesbaden in Google: Das Suchergebnis wurde "korrigiert"(Angucken!). Eigentlich ist es erstaunlich einfach Google zu manipulieren.

Erstaunlich: Diese Suche durchsucht "Das Web" und findet ausschließlich deutschsprachige Seiten, ändert man die Suche auf "Seiten auf Deutsch" erhält man fast die gleichen Links in anderer Reihenfolge.

Item Nº 606

Geplaudert. Aber nichts verstanden.

Gerade im Zug auf "toten Bäumen" gelesen und schon ist es hier:

Michael Ridder hat sich mal ein bißchen auf Antville umgesehen und darüber in der FR geschrieben:

»Wäre Kafka heute Weblogger? "Im Kino gewesen. Geweint." Lakonisch ins Netz gestellt, unter eine Kopfzeile, die nüchtern den Verfasser und das Datum des Eintrags protokolliert? Dem scheuen Dichter aus Prag hätte der Gedanke wohl nicht behagt, vor aller Welt sein Innerstes nach außen zu kehren. Aber in Zeiten, da das Tagebuch nicht mehr Gralshüter der Intimität, sondern - unter dem schicken Namen Weblog - Zeugnis einer exhibitionistischen Gesellschaft ist, muss man die neuen Kafkas fraglos im Internet suchen.«

Klarer Fall, wieder jemand der den Unterschied zwischen Tagebuch und Weblog nicht verstanden hat. Dazu passt auch (Zitat): »die Menschen der Postmoderne bewältigen mit Weblogs offensiv den zwangsläufigen Schwund ihrer Privatsphäre.«

Item Nº 605

Marilyn Manson ...

... hat ein Online-Tagebuch, manche nennen so etwas ja auch Blog:

»I`ve been in the bored room this past month trying to explain the difference between a night club and a night stick to a pile of idiots, who for the life of them, could not see the connection betwixt the moustache of Dali and the "mustache" of Nietzsche. I have put the dirt back in my mouth and drank from the dead, regardless of what these powdered wig witch doctors prescribed.« Ah ja! Eigentlich schreibt er ziemlich wirres Zeug, und die Schrift ist kaum lesbar. Es klingt aber so wirr dass es autentisch sein muß.

Übrigens dürstet es mich schon exorbitant nach seiner neuen Scheibe "The Golden Age Of Grotesque", die angeblich im März erscheinen soll. Solange muß man sich halt mit den alten Scheiben begnügen ...

"If you die when there`s no one watching
then your ratings drop and you`re forgotten
but if they kill you on their TV
you`re a martyr and a lamb of god"
(Marilyn Manson "Lamb Of God")

Ein paar MM-Links:
Die offizielle Homepage, die deutschsprachige Fansite Manson-Valley, die Marilyn Manson Lyrics and Discography, die Deutsche Marilyn Manson Homepage und das Mansonforum sind empfehlenswerte Anlaufstationen. Letzteres wird natürlich, wie das halt bei Musiker-Sites immer so ist, von Kindsköpfen heimgesucht.

Item Nº 604

Das sowas von sowas kommt ...

Meine klitzekleine Polemik gegen HTML-Mails hat das hier bei der Antville-Irene ausgelöst. Dort kann man mal wieder ein zartes Echo des "Clash of Net-Cultures" nachlesen.

Es sei denn man bekommt die zu manchen Zeiten übliche Antville-Java-Fehlermeldung. ;-)

Item Nº 601

Jeder ist verdächtig

SZ: Jeder ist verdächtig
»Streit um das Urheberrecht: Wie die Musikindustrie ihre Kunden bevormundet.«

Item Nº 600

Was bin ich?

Which OS are You?
Which OS are You?


Ein eigentlich saudummer Test, so saudumm dass er schon wieder genial ist (via
l.o.g.).

Hauptsache ich bin nicht Windows ME!

Item Nº 599

Und George Bush sprach:

» Evidence from intelligence sources, secret communications and statements by people now in custody reveal that Saddam Hussein aids and protects terrorists, including members of Al Qaida. Secretly, and without fingerprints, he could provide one of his hidden weapons to terrorists, or help them develop their own.
Before September the 11th, many in the world believed that Saddam Hussein could be contained. But chemical agents, lethal viruses and shadowy terrorist networks are not easily contained.
Imagine those 19 hijackers with other weapons and other plans, this time armed by Saddam Hussein. It would take one vial, one canister, one crate slipped into this country to bring a day of horror like none we have ever known.
We will do everything in our power to make sure that that day never comes. [...]
The world has waited 12 years for Iraq to disarm. America will not accept a serious and mounting threat to our country and our friends and our allies.

The United States will ask the U.N. Security Council to convene on February the 5th to consider the facts of Iraq`s ongoing defiance of the world. Secretary of State Powell will present information and intelligence about Iraqi`s -- Iraq`s illegal weapons programs, its attempts to hide those weapons from inspectors and its links to terrorist groups.«

Darauf darf man gespannt sein, ohne handfeste Beweise klingt die Verbindung "11. September - Irak - Massenvernichtungswaffen - Terror - Gefahr" in meinen Ohren sehr konstruiert.

Der komplette Text ist bei CNN zu lesen, von dort stammt auch das Zitat.

[Nachtrag:] Die Netzeitung hat Bushs Rede nun auch auf deutsch im Angebot.

Item Nº 597

Protest Posters

[Poster: War is his answer. Not mine.]


Protest Posters: »Tell The World That You Oppose The War In Iraq«

Wo wir gerade beim Thema sind: Der komplette Text des Blix-Berichtes an den Weltsicherheitsrat.

Item Nº 598

`Yup, That`s A Head`

Ein Artikel auf Newsday.com:

»On Saturday when James Payton skated over to a corner of Forge River in Moriches and spotted the tuft of dark, curly hair, a stubble-covered cheek, and one ear rising above the frozen water, he had no doubt about what he had discovered. "I said, ‘Yup, that`s a head,`” said Payton, 17 [...].« Cleverer Bursche!

»The grisly find has not haunted Payton, who is one week away from joining the Army, or changed his perception of the neighborhood. However, several other residents, including Payton`s mother, said the discovery of the head, which police said contains a bullet, has dredged up concerns about criminal activity in the area.«
Ja, ein abgetrennter Kopf mit einer Kugel drin in einem zugefrorenen Gewässer kann sensible Gemüter in der Tat dazu verleiten sich Gedanken über die Kriminalität in der Nachbarschaft zu machen ...

(via Obscure Store)

Item Nº 596

HTML-Emails sind böse!

Bei Markus findet man ein paar Texte über ein großes Ärgernis: Leute die ihre Emails in HTML formatiert in die Welt hinaus senden und nicht merken dass sie damit ihren funktionalen Internet-Analphabetismus dokumentieren.



Den beiden Herren ist nichts hinzuzufügen, ausdrucken und im Büro verteilen! ;-)

Item Nº 595

c`t über Weblogs

Heute abend im Zug gelesen:

In der aktuellen c`t 3/03 ist ein (leider nicht online verfügbarer) Artikel über Weblogsoftware und Weblogs zu finden. Neben Blogger, BlogStudio und Freenet(!) werden MovableType, Radio Userland und, als Beispiel für ein PHP/MySQL-basierendes System, ein mir bisher unbekanntes Tool mit mäßigem Funktionsumfang namens Scratchlog vorgestellt. Das ist ein wenig unverständlich, denn mit pMachine, Sunlog, b2 oder Nucleus gibt es in dieser Kategorie wahrhaftig andere Kaliber.

Noch ein Zitat aus dem Artikel: »Man muß nicht mit einem überdimensionierten Sendungsbewusstsein ausgestattet sein, um der Faszination des Bloggens zu erliegen. Es macht einfach Spaß, seine Ideen, Erlebnisse und Web-Fundstücke mit anderen zu teilen«(S. 166). Eben!

Item Nº 594

Computer Security

Science and Technology Resources on the Internet - Computer Security ist eine kommentierte (englischsprachige) Linkliste mit vielen nützlichen Netzressourcen zum Thema "Computer und Sicherheit", wobei dieser mit Absicht sehr weit gefasst wird (Neat New Stuff).

Item Nº 593

Wer blixt durch?

Milzbranderreger, Nervengas, Trägerraketen hier noch jemand?

Tja, da ist er, der mit Spannung erwartete "Blix-Bericht", und jeder interpretiert ihn so wie er es gerade braucht, und schlauer sind wir gespannte Beobachter nicht geworden. Warten wir also auf das nächste "Highlight", Bushs Rede an die Nation.

Die allgemeine Ratlosigkeit erfasst auch die professionellen Beobachter der schreibenden Zunft:

SZ: »In der Frage von Krieg und Frieden wird in diesen Tagen Zeit als das kostbarste Gut gehandelt. Zeit brauchen die Inspektoren, um ihre Waffensuche im Irak fortzusetzen. Zeit fordern all die, die den Amerikanern in den stark bewehrten Arm fallen und den Krieg verhindern wollen. [...] Es wird also Zeit gewonnen. Doch damit ist leider nicht viel gewonnen – so lange jedenfalls, wie mit der Zeit Schindluder getrieben wird.
Für die Amerikaner ist Zeit das wichtigste Druckmittel. Sie haben ihre Truppen auf die Schiene gesetzt, und nun braust der Zug in Richtung Krieg. Die Verbindung von auslaufender Zeit und anlaufendem Krieg, die sie damit geknüpft haben, ist fatal. [..] Schlüssig wäre sie nur, wenn sie belegen könnten, dass vom Irak eine unmittelbare Gefahr für den Weltfrieden ausgeht. Solange dies nicht bewiesen ist – und die von Blix angesprochenen offenen Fragen bei Milzbrand und chemischen Bomben sind kein Beweis –, trifft die US-Regierung der Vorwurf, dass die größere Gefahr für den Weltfrieden in diesem Fall von ihr ausgehen könnte.«

FR: »Aus Sicht der Regierung Bush ist mit den Waffenberichten an die Vereinten Nationen genau der Fall eingetreten, den Washington immer befürchtet hat: Die USA sitzen in der "Inspektionsfalle". So jedenfalls beschreibt der ehemalige Clinton-Berater Kenneth Pollack den aktuellen Vorkriegszustand. "Und unsere französischen und deutschen Verbündeten werden uns dort festhalten."
Aus Sicht der Kriegsgegner hat sich dagegen mit der abfälligen Reaktion der US-Regierung auf die Zwischenbilanz der Herren Blix und El Baradei nur bewahrheitet, was man schon immer vermutet hatte: Die Regierung Bush ist seit langem zu einem Militärschlag entschlossen. Europa sitzt damit in der Kriegsfalle. Entweder man treibt die USA mit seinem Widerstand in den militärischen Alleingang gegen Irak. Oder das Spiel auf Zeit endet möglicherweise mit der unvermeidlichen Hinnahme eines UN-mandatierten Kriegs.«

taz: »Zwar wiederholten gestern der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Negroponte, und Präsidentensprecher Ari Fleischer ihre bekannten Vorwürfe an den Irak. Doch auch sie mochten aus dem Blix-Bericht wenig neuen Saft ziehen, um dem Irak tatsächlich einen kriegslegitimierenden "schwerwiegenden Verstoß" gegen die UN-Sicherheitsratsresolution 1441 vorwerfen zu können.
So gleitet der Diskurs ins Immaterielle ab, in das Konstatieren fehlenden Willens. Blix sagte erstmals, seinem Eindruck nach habe der Irak bis heute nicht wirklich eingesehen, dass er seine Waffenprogramme aufgeben und abrüsten müsse. Nur: Niemand hat je behauptet, dass das irakische Regime freudig und aus eigenem Antrieb seine Waffenprogramme aufgeben werde. Das wäre angesichts der Erfahrungen der Waffeninspekteure in den 90er-Jahren lächerlich.
[...] Und so zeigt der Tag des Blix-Berichtes das Ausmaß der US-amerikanischen Isolation. Die US-Regierung hat die Bereitschaft der Welt überschätzt, halbgaren Scheinargumenten zu folgen. Krieg kann es trotzdem geben. Sicher erscheint aber, dass die Abschaffung internationaler Rechtsnormen zugunsten der Definitionsgewalt des militärischen Hegemonen vorerst gescheitert ist.«

Item Nº 592

Weblog aus Bagdad

» Those foreigners are all over the place, I think I know what it should be called: War Tourism. betcha they will be out of here faster than you can say Iraqi-peace-team when things get a bit too hot.«

"Salam Pax" ist lt. Recherchen der futurezone der letzte irakische Weblogger der aus dem Irak schreibt. Mit dem nötigen Kleingeld sei auch jetzt, trotz allgegenwärtiger Zensur im Irak, der Internetzugang kein Problem.

Autentisch oder Teil der Show, das ist die Frage. Auf jeden Fall ein interessantes Blog aus dem von Bush definierten "Zentrum des Bösen".

Item Nº 591

Wer kennt`s?

Es geht nichts über unbeschriftete Musikkassetten, gerade habe ich eine eingelegt um die Schmach der schmählichen Niederlage der Borussia bei den [zensiert] Bayern zu vergessen, und es erklang folgendes:

Living is easy with eyes closed

Misunderstanding all you see

It`s getting hard to be someone

But it all work out

It doesn`t matter much to me


Na, wer kennt das, wer hat noch kulturelle Bildung heutzutage?
Ach ja, googlen zählt nicht!

Item Nº 590

Ein Weblog aus Wiesbaden

Das geht natürlich nicht, dass sich tzwaen hier einfach in Google vordrängelt beim Thema Weblog+Wiesbaden. Wiesbaden ist wirklich eine angemessene Stadt um ein Weblog zu führen, denn in Wiesbaden liegen die Themen für ein Weblog auf der Straße. Übrigens, hier findet man noch mehr Weblogs aus Wiesbaden. ;-))

Item Nº 589

Zitat der Woche

»Paradoxon des Weblogger-Alltags: Fragen, die man sich freiwillig stellt, lediglich mit den Worten "keine Ahnung" zu beantworten.«

(Monoklon)

Item Nº 588

Altes Europa

Auf Zeit Online zu finden: Ein Kommentar von Richard Herzinger mit dem Titel "Unverschämt, aber nicht falsch" zu Rumsfelds "Bonmot" vom "alten Europa":

»Die stolz beschworene deutsch-französische Friedensposition ist ein bloßer negativer Abwehrreflex. [...] Wer keinen Krieg will, und welcher vernünftige Mensch wollte ihn eigentlich, muss ein Gegenkonzept entwickeln, das zwei Fragen beantwortet: Wie hindert man Saddam Hussein und andere Autokraten in der Region, Massenvernichtungswaffen zu entwickeln? Wie kann man zu einer stabilen Friedensordnung im Nahen und Mittleren Osten und namentlich zu einer Lösung des Palästinakonflikts kommen, ohne eine grundsätzliche Veränderung in der politischen und sozialen Struktur der arabischen Welt (und ihrem Verhältnis zu Israel) herbeizuführen? Beide Fragen beantwortet die Bush-Administration mit der einer Art von kriegerischem „demokratischem Imperialismus“. Wer diese Strategie für einen verhängnisvollen Irrweg hält – und dafür gibt es wahrlich gute Gründe-, kommt dennoch nicht an der Problemstellung vorbei, auf den sie reagiert.«

Herzingers Problemstellung ist schon falsch. Die Bush-Regierung (wer Michael Moores Buch "Stupid White Men" gelesen hat ist versucht "Junta" zu schreiben) setzt aus heiterem Himmel "Krieg gegen Irak" auf die Tagesordnung und nun soll man so tun als wäre das eine wohldurchdachte Reaktion auf ein sich konkret stellendes Problem. Ist es aber nicht. Weiß der Geier warum sich Bush auf den Irak stürzen will (Ablenkung vom nicht sonderlich erfolgreichen Kampf gegen den Terror, Wiederherstellung der Familienehre weil Vater Bush Saddam nicht gestürzt hat, Öl, Imperiale Weltordnungsfantasien), ich kann aber nicht erkennen warum das jetzt notwendig sein soll. Saddams Regime ist natürlich unappetitlich, würde man aber jedes unappetitliche Regime dieser Welt gewaltsam vertreiben wollen hätte man ordentlich etwas zu tun. Es ist eine seltsame Logik so zu tun als müsste man "weltordnungspolitisch" begründen warum man nicht mitmischen möchte wenn Bush aus heiterem Himmel zum Waffengang ruft. Es ist sowieso erstaunlich dass sich die Weltgemeinschaft, UNO allen voran, widerstandslos auf Bushs Logik einlässt ...

Lieber "altes Europa" als "neue Bush-Weltordnung" ...

Item Nº 587

Home again!

[Impression vom Atlantikstrand auf Gran Canaria]


Hallo Zielgruppe, da bin ich wieder! Es ist ganz schön kalt in Deutschland wenn man aus der kanarischen Sonne mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad kommt, und gestern abend hat es zur Begrüßung gleich mal geschneit. Da fühlt man sich doch gleich wieder heimisch!

Übrigens, hatte ich nicht ausdrücklich angeordnet auf das Internet aufzupassen? Und was ist das dann? ;-)

Item Nº 586

Sonne, ich komme!

Verehrte Zielgruppe, diese ewige Kälte und Nässe ist eigentlich nichts für mich, daher macht das Netzbuch nun eine Woche Pause und der ralle verzieht sich in den warmen Süden.

Passt mir in der Zwischenzeit gut auf das Internet auf! ;-)

Item Nº 585

Network Centric Warfare

Es ist mit den Errungenschaften der Computerei wie mit allen Dingen: Sie eignen sich hervorragend für destruktive Zwecke. Böse Zungen behaupten ja auch dass der Beginn der menschlichen Zivilisation der Moment war in dem der erste Urmensch entdeckt hat dass es ja viel einfacher ist auf die Mühsal der Jagd zu verzichten und statt dessen zu warten bis der Mensch aus der Höhle nebenan von der Jagd zurück kommt, ihm mit einem Gegenstand einen auf den Schädel zu geben und ihm dann seine Beute abzunehmen und selbst zu essen ...

Die futurezone berichtet über "Network Centric Warfare". Krieg führen wird mit moderner Webtechnologie so einfach wie in der "normalen" Welt einen Artikel über das Intranet zu bestellen. Die Army muß nur noch das Problem der Heterogenität ihres Rechnerparks lösen, dann kann man Kriege aus dem Internet-Cafe führen. So etwas nennt man Fortschritt.

Item Nº 584

Manchmal ...

... überrascht mich die Welt. Wer hätte gedacht dass sich ein leibhaftiger Gouverneur der Vereinigten Staaten hinsetzt und mit einer Unterschrift sämtliche Todesurteile in seinem Bundesstaat aufhebt? Bravo, George Ryan!

Seine beeindruckende Rede zu diesem Thema dokumentiert faz.net in einer deutschen Übersetzung: »Aus all diesen Gründen wandle ich alle ausgesprochenen Todesstrafen in Freiheitsstrafen um. Diese Umwandlung erfolgt pauschal. Ich habe selbst nicht geglaubt, daß ich es tun würde. Es ist mir klar, daß ich mir damit den Zorn und die Verachtung vieler Menschen zuziehen werde. Aber die Menschen unseres Staates haben mich gewählt, damit ich für Gerechtigkeit sorge. Meine Mitarbeiter und ich haben viele Tage und schlaflose Nächte mit der Überprüfung des Systems verbracht. Heute nacht werde ich gut schlafen, weil ich weiß, daß ich die richtige Entscheidung getroffen habe.«

Item Nº 576

Endlich wieder!

[SAT1, 23:15, Die Harald Schmidt Show]


Nein, das wird hier kein Fotoblog, passt gerade nur so gut.

Item Nº 583

Effektiv Spam killen

Neu in der Debian-Ecke: Spam vermeiden mit dem Attentäter.

Item Nº 581

Winterzeit

[Bild: Winterimpression aus Baden-Baden]

Item Nº 580

Palladium/TCPA ante portas!

Vor ein paar Tagen haben wir noch ein wenig zu diesem Thema philosophiert, da kommt schon der erste Baustein zum PC der Zukunft: »AMI introduces "trusted computing" Palladium BIOS«

(Linux Community)

Item Nº 579

Ralph Segert ...

... ist wieder da: s i . l o g:
»Das si.log ist kein reines Funprojekt, eher ein Dienstleistungs-Blogg mit guten Fotografien und Links, eine Mischung aus Information, Eigenwerbung und Support, der Versuch, das Nützliche mit dem Schönen, das Verkaufen mit dem Kommunizieren und das Nehmen mit dem Geben zu verbinden. «

Wer die Texte zu den vorhandenen Bildern liest hat keinen Zweifel daran dass Ralph wieder zu alter Form auflaufen wird. Freut mich!

Item Nº 577

Wer hat den schnellsten Browser-Cache?


  1. Den Bandbreitentester von ZD.Net aufsuchen, da kannst Du lesen wie schnell Deine Internetverbindung ist (aber nur wenn Du keinen Proxyserver verwendest).

  2. Auf den Link "Wie funktioniert das" oben links unter "Hilfe" klicken.

  3. Da uns das nicht wirklich interessiert klicken wir auf den "Zurück"-Button unseres Browsers und lesen:

    [Mein schneller Browser-Cache!]

Item Nº 575

Tunnelblick

[Bild: Tunnelblick]

Item Nº 574

Armes Deutschland!

Der Tarifabschluß im öffentlichen Dienst bringt die journalistischen und professionellen Berufsskeptiker auf den Plan. Müllmänner, Busfahrer und Krankenschwestern sind und werden alles schuld sein, »[...] der Tarifabschluss [wird] zu einer Erhöhung des Haushaltsdefizits 2003 um knapp 0,2 Prozentpunkte führen« (Thomas Straubhaar in Spiegel Online), »dieser Abschluss wird Stellen kosten und das nicht zu knapp« (SZ), die FTD sieht »Scheitern als Chance« und verlangt Personalabbau. Und natürlich meldet sich auch der Schlimmste von allen, der notorische Hans-Olaf Henkel, zu Wort.

Armes Deutschland! Die gierigen öffentlichen Bediensteten treiben uns in den Ruin, schließlich konnte doch wirklich kein Finanzminister des Bundes oder eines Bundeslandes erwarten dass die Bediensteten eine Lohnerhöhung bekommen werden, dementsprechend überrascht schauen sie nun in die Kassenbücher. Das ist aber der Trend in diesen Zeiten: ArbeitnehmerInnen, der größte Teil jener Bevölkerung für die das ganze Spiel namens "soziale Marktwirtschaft" ja angeblich veranstaltet wird, werden nur noch als unnötiger Kostenfaktor wahrgenommen, alles andere ist wichtiger. Dementsprechend jubelt die Börse und der Kurs geht nach oben wenn ein Unternehmen Entlassungen ankündigt. Irgendetwas in unserem Wirtschaftssystem läuft grundlegend falsch, Stückchen für Stückchen delegitimiert es sich selbst.

Noch eine Anmerkung: Professor Thomas Straubhaar meint im oben erwähnten Spiegel-Interview zur Rolle der professoralen Experten: »Außerdem ist es ja gerade unsere Aufgabe, immer wieder unsere Stimme zu erheben und möglichst unabhängig von politischen Interessen auf Schwachstellen hinzuweisen« (Hervorhebung von mir). Unabhängig von politischen Interessen, der Mythos vom "unabhängigen Experten" als Gegenstück zum schmutzigen Geschäft Politik, in der Selbstwahrnehmung der "unabhängigen Experten" lebt und gedeiht er. Sie lieben es sich in der Aura des objektiven Experten als Hüter der einzig wahren Erkenntnis bei Sabine Christiansen und Maybritt Illner zu präsentieren, komischerweise geben sich die Herren aber stets als arbeitgebernahe Lobbyisten ...

Item Nº 573

Mythos Computer im Klassenzimmer

In der SZ: Kabelfrei. Warum Bildung und Online-Anschlüsse nicht viel miteinander zu tun haben. Eine Abrechnung mit der mythischen Vorstellung man müsste nur die Schulen mit Computern und Internetzugang ausstatten und alles wird gut. »Jeder Kultusminister wollte sich mit möglichst vielen Online-Schülern in seinem Bundesland brüsten, und je weniger Bildungspolitiker vom Netz verstanden, desto mehr versprachen sie sich von der schönen bunten Bildschirmwelt.«

Sag` ich ja immer. Betreuungsmöglichkeiten und vernünftige "Offline"-Ausstattung müssen in die Schulen, es macht keinen Sinn Dritt- oder Viertklässler zu "willfährigen Microsoft-Kretins" zu erziehen. Und Basiskompetenzen müssen vermittelt werden.

Item Nº 572

Heia Safari!

Einen erstaunlichen Wirbel verursacht Apples neuer Webbrowser Safari. Das ist aber nichts weiter als der altbekannte Konqueror, der Standardbrowser des als Linux-Desktop weit verbreiteten K Desktop Environment KDE, eingebettet in eine MacOS-gemäße Rahmenapplikation. Viel Wind um relativ wenig, sozusagen. Aber andererseits wäre ein völlig neuer Browser auf dem Mac ein Albtraum für jeden Webworker gewesen, denn ich habe auch zukünftig nicht vor mir nur zum testen von Websites und -applikationen einen Macintoy zuzulegen.

Obwohl so ein Powerbook G4 wirklich ein "cooles" Gerät ist ...

Item Nº 571

Neues aus der Blogosphere

Ein Artikel im Online Journalism Review: "Everyman gets a weblog."

Zum Thema "AOL führt Weblogs ein" meint Autor Mark Glaser:
»The news is good and welcome, and will likely create a wasteland of self-absorbed babble, providing the perfect foil for us professional writer types.«

(Microcontent News)

Am 23. und 24. Mai in Wien: "BlogTalk - A European Weblog Conference: Web-based publishing, communication and collaboration tools for professional and private use." Das erste europäische "Weblog-Event" wird das sein, verspricht interessant zu werden.

Item Nº 570

Roland Koch, das Schwarzgeld und die brutalstmögliche Aufklärung

Anlässlich der bei uns in Hessen demnächst anstehenden Landtagswahlen erinnert die Frankfurter Rundschau an die Schwarzgeld-Affäre der hessischen CDU. Die Herkunft des Geldes ist noch stets ungeklärt und Roland Koch hat erwiesenermaßen öffentlich gelogen - aber all das wird die verehrten Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht davon abhalten ihn wieder zu wählen. Komische Welt!

Aber eins muß man Roland Koch lassen: Die Dreistigkeit mit der er sich durch diese Affäre laviert und selbige anschließend einfach ausgesessen hat ist schon fast wieder bewunderungswürdig ...

Item Nº 569

To link or not to link

Durch die deutschen Weblogs brandet eine Diskussion über das Setzen von Links auf andere Seiten. Durch die Marketing-Erfindung des Begriffs "Deep Link" haftet jedem Link auf einen konkreten Inhalt der Touch des Unanständigen an, weil man ja dem Sitebetreiber diejenigen vorenthält die vielleicht auf der Titelseite auf das grandiose Banner des Online-Casino geklickt hätten ...

Die Diskussion tobt zur Zeit auf den folgenden Seiten (als Notiz für mich selbst, denn das ist ein interessantes Thema):
Angefangen hat alles mit einem Artikel von Markus auf eDings, Martin hat es aufgegriffen, Siegfried ebenso, blawg dto., und noch einmal Markus.

Meine Ansicht dazu: Öffentlich ist öffentlich, wer ein Dokument öffentlich zugänglich ins Netz stellt darf sich nicht beschweren wenn jemand einen Link darauf setzt. Auf die Idee kommen zu verlangen man dürfe nur einen Link auf die "Startseite" setzen und der Interessent soll sich dann selbst durchklicken damit man ja die Werbung sieht kann nur einem Marketing-Menschen aus der Offline-Welt einfallen die in den letzten Jahren leider unseren guten alten Cyberspace penetriert haben.

Von der Theorie her ist jedes Dokument, dass durch einen eindeutigen URi identifizierbar ist, gleichberechtigt, d.h. es gibt im Grunde keinen Unterschied zwischen http://www.das-netzbuch.de und http://www.das-netzbuch.de/index.php?id=P569, es sei denn man versucht mit Metaphern aus dem Meatspace wie "Eingang" und "Ausgang" diesen Unterschied künstlich herbeizuführen, was aber ein gewisses Unverständnis des Hypertext-Prinzips dokumentiert. Dieser Punkt ist mir wichtig, ich "mache" HTML seit 1993 und sehe und sah mit Sorge wie die genialen Prinzipien des vernetzten Informationsspeicher mit dem Einzug des Kommerz in den Cyberspace Stückchen für Stückchen vor die Hunde gehen seit die "Glattgekämmten" das Internet mit ihren "Geschäftsmodellen" überfluten.

Das Links korrekt bezeichnet, Zitate mit exakter Quellenangabe versehen und Inhalte nicht einfach geklaut werden sollte selbstverständlich sein. Das hat aber nichts mit Verlinkung zu tun.

Item Nº 568

100 mal geduscht - 100 mal ist nix passiert ...

The Shower Project: Ein schwuler Mann hat es innerhalb eines Jahres geschafft 100 Frauen unter die Dusche zu schleppen und davon Fotos zu machen ...

(via E-Business Weblog/Newsfeed)

Item Nº 567

Mal eben einen Webserver aufsetzen

Irgendwann kommt der Tag an dem man seine bestehenden Web-Applikationen auf neuen Versionen von Apache, php und MySQL laufen lassen muß. Darum benötigt man vorher einen Server zum testen. Das kann qualvoll werden, denn brandneue php- und Apache-Versionen sind in den wenigsten Linux-Distributionen umgehend verfügbar. Für solche Zwecke gibt es Xampp, ein Komplettpaket für Windows oder Linux mit Apache2, php4.3.0, MySQL3.23.56 (oder so), vielen nützlichen Libraries und weiteren Goodies. Einfach kurz ein Basis-Debian mit dem Grundsystem und dem Netzwerkzugriff aufsetzen, Lampp dazupacken und fertig ist ein topaktueller Testserver! Gute Sache!

Item Nº 566

E-Business live!

Jeder ist mal schlecht drauf und macht Fehler, aber das hier ist wirklich herb, wie kann man eine Seite so ins Internet stellen, und das schon seit Wochen?

Item Nº 565

Server schlecht drauf

Irgendwie ist der sonst so zuverlässige und performante Hostsharing-Server im Moment schlecht drauf, sprich, das Netzbuch lädt ein bißchen langsam, daher habe ich mal die Anzahl der Artikel pro Seite von 25 auf 10 reduziert, es erscheint mir nun etwas flotter zu laufen. Vielleicht ist aber auch ein Knoten im Internet, wer weiß ...

Womit natürlich nichts gegen Hostsharing gesagt ist, das ist der genialste Provider bei dem ich jemals war. Zusätzlich wurde nun auch einmal etwas Zeugs aus der Menüleiste rechts eliminiert welches im Verdacht steht Performance zu fressen.

Item Nº 564

Die Vorher-Nachher-Show

Die innere Stimme: "Hey, ralle, jetzt wird aber mal aufgeräumt, guck mal an wie das hier aussieht, Werkzeug, Zettel, ausgebaute defekte Platten, Du machst nicht eher den Rechner an bis das mal aufgeräumt ist!"






Vorher
[Schreibtisch vorher]

Nachher
[Schreibtisch nachher]



Getreu dem alten Motto von Charles Bukowski: »Wenn man alleine ist kann man nur noch ein Problem mit sich selbst haben« ;-)

Item Nº 563

Der Flieger von Frankfurt - Nachtrag

Die sonntägliche Aktion des Fliegers über Frankfurt erzeugt "mediale Nachbeben":

Unter dem schönen Titel "Der Sonntagsausflug", untermalt mit dem "Fliegerlied", kann man sich ein Amateurvideo des Flugs über Frankfurt anschauen.

Lt. Metafilter sind das und das die Websites des verwirrten Fliegers, letztere die schon in den Medien ausgiebig gewürdigte Website über die Astronautin Judith Resnik.

Und noch das Feuilleton der FR: "Ich möchte nur kreisen": Zur Psychopathologie des Aufmerksamkeitsterrorismus.

Item Nº 562

Debian-GNU/Linux

Die hier gestartete Installation eines Debian GNU/Linux hat nun ein glückliches Ende in einem hochgradig arbeitsfähigen System gefunden! Einige Sachen musste ich im Internet suchen damit alles so wird wie es sein soll, daher habe ich in meinem darbenden "Zweitlog" das Werkbuch eine Debian-Ecke eingerichtet mit Links und Tipps die ich gefunden und erfolgreich angewendet habe. Dort wird in den kommenden Tagen und Wochen alles dokumentiert was ich an dem System geändert und aktualisiert habe, dann braucht man nicht ein zweites Mal danach zu suchen und vielleicht hilft es ja irgendwem. ;-)

[Screenshot: Debian Woody unter KDE3]


Warum Debian? Seit 1994 setze ich SuSE-Linuxe ein, mit den immer komplexer werdenden Desktop-Umgebungen wurde aber jedes Update eines SuSE-Systems zu einer endlosen Qual, man installiert sich frische RPM-Pakete vom SuSE-Server und kann dann anfangen die eingebauten Fehler zu suchen, das habe ich z.B. bei KDE3, MySQL und Gnome2 erlebt, daher war dann irgendwann klar: Nun ist Schluß mit dem in Linux-Extremistenkreisen liebevoll "Franken-Windows" genannten SuSE-Linux. Es bleibt einem bei SuSE nichts anderes übrig als ab und an ein neues CD-Pack zu kaufen, alles zu löschen und anschließend neu zu installieren, das ist aber für ein laufendes System, dass mehr als ein "Spielzeug zum Testen" ist, indiskutabel.

Nun denn, nun schauen wir mal ob diese Qualen mit Debianzukünftig vermieden werden können.

Item Nº 558

Einen an der Klatsche ...

... hat wohl nicht nur der Pilot des Flugzeugs der zu Ehren der verstorbenen Astronautin gestern seine Runden über Frankfurt drehte, sondern auch so mancher Journalist, Jörg hat das Interview des Rundfliegers (schon wieder ein Hesse, Kannibalen und durchgeknallte Flieger, wo bin ich hier bloß hingeraten *bg*) mit n-tv auf die zwei wesentlichen Sätze reduziert:

"Die Dame möchte wissen, wie lange Du noch vorhast zu kreisen."
Und dann:
"Wollen sie nicht einfach mal wieder landen?"

Wenn das nicht so ernst wäre, man könnte sich glatt wegschmeißen, mehr bei Spiegel Online.

Um mal ernst zu werden: Gladbeck lässt grüßen, ich finde es mehr als unethisch einen solchen Spinner live auf den Sender zu lassen, wenn das Interview polizeitaktisch notwendig war kann man ihn ja interviewen aber das ganze nicht live senden, denn im Kleinflugzeug ist nichts mit Fernsehen gucken. Aber n-tv witterte wohl die große Sensation und hoffte insgeheim auf Parolen vom heiligen Krieg und "Kleinflugzeugapokalypsen live" statt eines durchgeknallten Südhessen den sie dann bekamen ...

Ansonsten haben wir einfach Glück gehabt, die Aufregung um "Flugzeug und Hochhaus" erscheint mir etwas übertrieben und wohl nur mit dem "11. September" erklärbar, ein so kleines Flugzeug kann höchstens ein paar Fensterscheiben eines Hochhauses zerstören, die wahre Gefahr ist dass der Irre jemanden auf den Kopf fällt der zufällig am Boden lang läuft.

Item Nº 557

Zurück in die Vergangenheit

Ein sehr interessanter Artikel in der Frankfurter Rundschau:
Zurück aus der Zukunft. Mit modernster Technologie reist die Informationsgesellschaft in die Vergangenheit

»Die momentane, konservative Strategie der Inhalteindustrien [...] geht auf. Kulturelle Inhalte werden weiterhin mit materiellen Trägern gleichgesetzt. Kein Song ohne CD, kein Roman ohne Buchseiten: Wir leben immer noch in der Gutenberg-Galaxis. Wobei sich mehr und mehr herausstellt, dass das gute alte Buch seinen Nutzern einige Rechte einräumt, die die digitalen Nachfolgemedien vielleicht nicht mehr zu bieten haben werden.«

Solange die "Inhalteindustrie" dem Benutzer vorschreiben möchte wann er ein erworbenes digitales Buch auf welches Gerät wann und wie oft kopieren und lesen darf bleiben Bücher für mich aus "toten Bäumen". Öffentliche Debatten zeichnen sich bisher durch ausschließliche Fixiertheit auf das Thema "kapitalistische Verwertungskette im digitalen Zeitalter" und der daraus folgenden allgemeinen "regierungsamtlichen" Prioritätenliste (Prio 1: Eigentum! Prio "ferner liefen": Freiheit!) aus, Autor Konrad Lischka fragt darüber hinaus: »Wohin kann sich eine Kultur entwickeln, wenn die Notwendigkeit materieller Träger entfällt?«

»Bislang konnten Verwerter geistiger Inhalte die Nachfrage in einem gewissen Rahmen relativ sicher prognostizieren und mittels Marketing sogar steuern. Wich die tatsächliche Nachfrage von den Erwartungen ab, wurden entsprechende Inhalte nicht mehr in dem Umfang präsentiert - eine einfache, sich selbst verstärkende Rückkoppelung. Diese Mechanismen werden durch Digitalisierung und Vernetzung komplexer. Nicht nur, weil die Kosten sinken. Sondern auch, weil die Nutzung von Inhalten gemeinschaftlicher und kommunikativer wird.«

Das digitale Zeitalter und der von der Inhalteindsutrie als "illegal" gebrandmarkte Austausch "von unten" von Inhalten über das Netz kann den Horizont der Konsumenten in für die Inhalteindustrie gefährlicher Weise erweitern, man kann Sachen entdecken die über den durch die eingespielte (und eingeschmierte) Abhängigkeitskette "Industrie - Medien - Industrie" gesteuerten Medienwahrnehmungshorizont niemals Auge oder Ohr des Betrachters erreicht hätten. Denn machen wir uns nichts vor: Die Musikindustrie und die Medien haben eine Art "Stamokap" installiert der bislang perfekt funktionierte, aus ungeklärten Gründen (ich habe da schon gewisse Vermutungen ...) gerät ein Song in die Rotationsmaschine von Radio und Musiksendern und läuft so lange bis er gekauft wird, und dann muß er ja laufen weil er in den Charts so weit oben steht. Das funktioniert so perfekt dass sich die Leute in Wunschaktionen im Radio genau die Songs wünschen die sowieso ständig laufen, oder dass die Zielgruppe Dinge von offensichtlicher mieser Qualität wie wild kauft. Man schaue sich "Jeanette" an, die Dame kann definitiv nicht singen (sollte eigentlich jeder hören können, technisch geglättetes Geschrei), verkauft sich aber trotzdem gut. Das ist in Marketingkampagnen steuerbar. Der Austausch "von unten" könnte das gefährden, über Tipps in Websites und Foren kann man neue Klänge entdecken und einfach mal anhören ohne gleich ins Geschäft rennen zu müssen, der gute alte Tausch von Musikkassetten auf dem Schulhof wird so praktisch netzweit ausgebreitet.

Wenn die Inhalteindustrie Kopierschutzmechanismen entwickelt die von der Hardware kontrolliert werden liefert das den Konsumenten der Industrie aus und beschneidet ihn in seinen Freiheitsrechten, und die wiegen m.E. schwerer als die finanziellen Interessen der Inhalteindustrie. Wird Zeit dass das auch regierungsamtlich erkannt wird und allzu restriktiven Regelungen ein Riegel vorgeschoben wird!

Item Nº 556

Wir waren Frösche!

Einen guten Kommentar zu dem erstaunlichen Hype um das "Klon-Baby" findet LeserIn "beim WorldWideKlein auffe Arbeit". Es ist wirklich erstaunlich, man muß nur wirklich irre sein und schon schafft man es in jede Nachrichtensendung dieser Welt, wenn die komische Sekte auch nur einen Ringelwurm geklont hat bin ich der Kaiser von China ...

Im Licht dieser Ereignisse kann ich an dieser Stelle nun mein großes Geheimnis verraten:

Vor 37.356 Jahren war die Erde nämlich von hochintelligenten Fröschen bevölkert, es wurde ihnen aber zu warm und sie merkten dass es sich für sie nicht mehr lohnte eine Langspielplatte zu kaufen. Darum bastelten sie in ihren abgelegenen Zuchttümpeln an einem Frosch der ohne Wasser auskommen kann, es funktionierte und der Mensch war erschaffen! Damit das Wissen um ihre kurz darauf ausgestorbenen Schöpfer den Menschen nicht verloren geht nahmen sie ihren damaligen Präsidenten und klonten und optimierten ihn ein wenig, noch heute bevölkern die Nachfahren dieses Wesens, die Ochsenfrösche, unseren Planeten. Außerdem pflanzten sie ihrem Produkt eine unbewusste kollektive Information in das Erbgut, daher wissen wir unbewusst wer uns erschaffen hat und dieses unbewusste Wissen manifestiert sich mitunter in zeitgenössischen kulturellen Darstellungen, ich sage nur "Kermit der Frosch". Oder warum sollte sonst jemand einen sprechenden Frosch ins Fernsehen bringen?

Nun, da ich auch in einem Wiesbadener Keller ein geheimes Genlabor habe ist es mir gelungen aus DNA-Fragmenten eines Ochsenfrosches und von mir selbst einen dieser Urfrösche zu schaffen, er sitzt nun hier völlig gesund neben mir und verlangt ständig nach dem Buch von Dieter Bohlen. Okay, Raum für Optimierungen ist natürlich immer vorhanden ...

Froschi und ich sind die beiden Vorsitzenden (ja, wir nehmen uns die Grünen als Vorbild und machen eine Doppelspitze!) der neuen "WSFuFIW"-Bewegung, denn in unserer froschigen Vergangenheit liegt unsere menschliche Zukunft, schließlich regnet es sowieso dauernd, da wird ein wenig mehr "Frosch sein" unserer Zukunft nützlich sein!

Heute um 17:32 Uhr geben wir eine Pressekonferenz zu diesen meinen erstaunlichen gentechnischen Experimenten, wir sehen uns dann heute abend in Tagesschau, heute, RTL aktuell, N24, CNN, n-tv und was weiß ich noch wo überall ...

Item Nº 555

Der Herr der Ringe

[Gollum] Letztens gesehen: Der Herr der Ringe - Die zwei Türme.

Ein unterhaltsames Filmchen, natürlich kann man Tolkiens Buchvorlage nicht eins zu eins in einem Film umsetzen, ich fand es aber trotz der Verkürzung und einiger "Hinzudichtungen" sehr gelungen. Besonders gut gefiel mir meine Tolkien-Lieblingsfigur Gollum, seine innere Zerrissenheit zwischen Sméagol und Gollum wird gut umgesetzt, und die Bewegungen sind wirklich "voll gollum-mäßig", gollum gollum!

Übrigens muß man einen solchen Film auf der Kinoleinwand sehen, die üppigen Schlachtengemälde wirken selbst auf dem größten Fernseher nicht so eindrucksvoll wie auf der großen Leinwand. Also, verehrte Zielgruppe, wer sich mal einen unterhaltsamen Abend machen möchte: Ab ins Kino!

Kritiken und Überinterpretationen wie die von Rüdiger Suchsland in Telepolis finde ich sowohl der literarischen Vorlage als auch dem Film unangemessen, wenn man lange genug sucht findet man in jedem literarischen Werk Deutungsansätze die der eigenen Rezeption interpretatorische Weihen durch Textexegese verleihen, aber Tolkien ist nun einmal nicht Kafka oder Hemingway. Man sollte den allzeit kritischen Geist einmal für 3 Stunden abschalten und sich in kindlicher Naivität an dem opulenten Getümmel auf der Leinwand erfreuen.

Interessant fand ich noch dass Legolas selbst beim Kämpfen im strömenden Regen mit schmutzigen Ork-Horden immer frisch gewaschene Haare hat, Elb müsste man sein. ;-)

Übrigens, heute wäre der 111. Geburtstag von JRR Tolkien.

Item Nº 554

php 4.3.0

Mal wieder ein neues PHP-Release: 4.3.0

Interessant daran: Das neue Kommandozeilen-Interface CLI ermöglicht die einfachere Nutzung von PHP-Skripten außerhalb des Web-Servers, genau wie das ja schon bisher über Interpreter-Aufruf nutzbare CGI-Interface, nur völlig anders. ;-)

(PHP Everywhere)

Item Nº 553

Hurra!

Man kann wieder blo.gs pingen!

Und nach knapp drei Wochen bin ich endlich dazu gekommen das Netzbuch auf pMachine 2.2.1 "upzugraden", sollte etwas nicht funktionieren bitte ich um Meldung, es scheint aber alles glatt gegangen zu sein.

Item Nº 552

Neues Jahr, gute Vorsätze

Hossa! Jens brachte das ultimative Zitat zum Jahreswechsel: »Ein Glück, wieder ein Silvester rum, an dem ich nicht mit mit Luftschlangen umkränztem Knabberzeug vor dem Fernseher sass und "Hossa" murmelnd ins neue Jahr hineinvegitierte. Das ist nämlich ziemlich genau das, woran ich erkennen würde, dass das Leben vorbei ist.« Nun aber weg mit den Luftschlangen und dem Knabberzeug und ran an die Umsetzung der guten Vorsätze für das noch frische Jahr 2003.

Jedoch: »Mit guten Vorsätzen starten viele Bundesbürger ins neue Jahr. Der Kölner Psychologe Reinhard Finger warnt jedoch davor, sich mit zu vielen und zu hoch gesteckten Zielen zu überfordern. Wer alles auf einmal schaffen wolle, sei meist zum Scheitern verurteilt, sagte Finger. Hinterher sei die Enttäuschung groß und der Leidensdruck noch stärker. Deshalb gelte auch hier: Weniger ist mehr« (FAZ.NET).

Finde ich auch, deshalb nehme ich mir für das Jahr 2003 konsequenterweise einfach mal nichts vor, mit Ausnahme des Üblichen: Reich und berühmt zu werden!

Item Nº 551

Gerhard, Commander Wu und die Blumenvasen

[Transrapid] Der Jahreswechsel brachte das erstaunliche öffentliche Comeback eines technischen Dinosauriers: des Transrapid. Die FR berichtet über die Jungfernfahrt des Transrapid im fernen Shanghai in Anwesenheit des "Genossen der Bosse" Gerhard Schröder. Flankiert von Chinesinnen in roten Mänteln entlang der Strecke, den "Huaping", zu deutsch "Blumenvasen", weil sie einfach nur da stehen und hübsch aussehen sollen. Die Chinesen hatten 10.000 (!) Leute aufgeboten um den Stelzenexpress in 23 Monaten auf die Betonbeinchen zu stellen, für Projektleiter Wu Xiangming alias "Commander Wu" war das ein »mühevolles und brillantes Kampferlebnis.« Für 31 km vom Flughafen Shanghai in die Stadt braucht er nun 7 Minuten. Gut! Aber da man schlecht Betonstelzen durch die Stadt schlängeln kann muß man anschließend eine halbe Stunde U-Bahn-fahren um ins Stadtzentrum zu gelangen ...

Nun soll endlich auch ein Transrapid in Deutschland gebaut werden, verlangt Verkehrsminister Stolpe, denn, wie sich ein Manager der am Transrapid beteiligten Firmen ausdrückte: »Wir Deutsche sollten uns daran ein Beispiel nehmen. Hier in China wird nicht nur geredet, sondern einfach gemacht.«

Der Transrapid ist Technologie als Selbstzweck, zum Wohle der beteiligten Unternehmen. Es steht zu befürchten dass der Verstand abgeschaltet wird und Transrapids auch in Deutschland gebaut werden, während vorhandene Bahnstrecken stillgelegt werden, vorhandene Bahnhöfe verrotten (man sollte mal z.B. einen Blick auf den Bahnhof von Mönchengladbach werfen) und Fahrpläne abseits des Schnellverkehrs ausgedünnt werden. So wird dann eines schönen Tages ein Transrapid von Düsseldorf nach Dortmund düsen, in 12 Minuten, und anschließend wartet man dann 35 Minuten auf den Bummelzug der einen dann nach weiteren 43 Minuten Fahrt an sein eigentliches Ziel bringt. Und deutsche Huaping werden an der Strecke stehen und hübsch aussehen während Bundeskanzler Sigmar Gabriel mit 430 km/h durch das Ruhrgebiet düst ...

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